[imc-presse] PM: Trotz drohender Repression: Abschiebung von Zeynep Alpboğa steht unmittelbar bevor
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Tue Aug 25 15:42:40 CEST 2026
Trotz drohender Repression: Abschiebung von Zeynep Alpboğa steht unmittelbar bevor
Pressemitteilung von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e. V., 25. August 2026
Der 55-jährigen Kurdin Zeynep Alpboğa aus Bielefeld droht akut die Abschiebung in die Türkei. Sie soll am 26. August 2026 von Düsseldorf nach Istanbul abgeschoben werden. Kurdische Verbände in Deutschland fordern eine umgehende Aussetzung der Abschiebung von Alpboğa und eine umfassende Berücksichtigung der Gefahr einer politischen Verfolgung in der Türkei.
Zeynep Alpboğa lebt seit 2004 in Deutschland. Sie kam im Rahmen der Familienzusammenführung nach Bielefeld und lebt damit seit mehr als zwei Jahrzehnten hier. Ihr Ehemann und ihre drei Kinder besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Am 20. August wurde Alpboğa frühmorgens in ihrer Wohnung festgenommen und anschließend in Abschiebegewahrsam gebracht.
Dabei spielen die langjährige politische Tätigkeit von Alpboğa innerhalb der kurdischen Community eine grundlegende Rolle. Alpboğa engagierte sich unter anderem im Demokratischen Kurdischen Gesellschaftszentrum in Bielefeld, war zeitweise Mitglied des Vorstands und nahm an politischen Veranstaltungen und Demonstrationen, auf denen sie sich für Menschenrechte und für den Frieden eingesetzt.
Besonders schwer wiegt, dass Zeynep Alpboğa in der Türkei bereits aus politischen Gründen inhaftiert und misshandelt wurde. Zudem bestehen Hinweise auf weiterhin anhängige politische Verfahren. Ihre Angehörigen befürchten deshalb, dass ihr nach einer Abschiebung erneut Festnahme und politische Verfolgung drohen könnten.
Kerem Gök, Ko-Vorsitzender des kurdischen Dachverbands KON-MED, erklärt: „Die geplante Abschiebung von Zeynep Alpboğa zeigt einen grundlegenden Widerspruch der deutschen Politik gegenüber der kurdischen Frage. Während in der Türkei derzeit über eine politische Lösung und die rechtlichen Voraussetzungen für einen Friedensprozess gesprochen wird, werden Kurd:innen in Deutschland weiterhin wegen ihres politischen und gesellschaftlichen Engagements kriminalisiert. Es ist nicht hinnehmbar, eine Frau nach mehr als 20 Jahren in Deutschland aus ihrer Familie herauszureißen und in ein Land abzuschieben, in dem sie bereits politische Verfolgung erfahren hat und ihr erneut Festnahme und Repression drohen können.“
Während in der Türkei derzeit über eine politische Lösung der kurdischen Frage, rechtliche Reformen und die Voraussetzungen für einen Friedens- und Demokratisierungsprozess diskutiert wird, werden in Deutschland parallel dazu weiterhin kurdische Aktivist:innen aufgrund ihrer politischen Betätigung kriminalisiert und mit aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen konfrontiert. Deutschland ist dabei menschenrechtlich verpflichtet, Menschen nicht in Staaten abzuschieben, wenn ihnen dort politische Verfolgung, Folter oder andere schwere Menschenrechtsverletzungen drohen.
Mit freundlichen Grüßen
Mako Qocgiri
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