[imc-presse] [attac-d-presse] Aktionsverbot bei G20: Attac zu heutigem Urteil des OVG Hamburg
Attac Deutschland Pressestelle
presse at attac.de
Thu Aug 20 12:53:11 CEST 2026
Pressemitteilung
Attac Deutschland
Hamburg / Frankfurt am Main, 20. August 2026
*
„Schlag ins Gesicht aller Verfechter*innen einer stabilen Demokratie“*
*Aktionsverbot bei G20: Attac zu heutigem Urteil des
Oberverwaltungsgerichts Hamburg *
Zu dem heutigen Urteil des Oberverwaltungsgericht Hamburg, demzufolge
das Verbot einer Attac-Aktion während des G20-Gipfels rechtmäßig gewesen
sei, erklärt die Anmelderin der Aktion, Hanni Gramann:
/„Aus politischer Sicht halten wir dieses Urteil für einen Schlag ins
Gesicht aller Verfechter*innen einer stabilen Demokratie. Es schwächt
das Grundrecht auf demokratischen Protest und öffnet unseres Erachtens
staatlicher Willkür Tür und Tor. Von unserer Bildaktion ging keinerlei
Gefahr aus. Das war auch für die Richter*innen der ersten Instanz
vollkommen klar. Es kann nicht sein, dass staatliche Organe lediglich
eine Notstandslage feststellen müssen, um flächendeckend Grundrechte
umfassend außer Kraft setzen können. Sobald wir die Urteilsbegründung
haben, werden wir sie sehr genau anschauen und weitere juristische
Schritte prüfen.“
/
Das Verwaltungsgericht Hamburg hatte 2022 in erster Instanz
klargestellt, dass das Verbot der Attac-Aktion „Freihandel Macht Flucht“
am 7. Juli 2017 beim G20-Gipfel in Hamburg auf Grundlage der damaligen
Allgemeinverfügung rechtswidrig war. Von der Aktion sei keine Gefahr
ausgegangen, die Klägerin in ihrem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit
verletzt worden. Gegen dieses Urteil hatte die Stadt Hamburg Berufung
eingelegt, der das Oberverwaltungsgericht am heutigen Donnerstag stattgab.
Thema der verbotenen Attac-Aktion war „Freihandel Macht Flucht“ –
insbesondere für Menschen aus Afrika. Sie wurde gemeinsam von Attac und
dem Hamburger Flüchtlingsrat organisiert. Symbolisch dargestellt wurde
eine Fluchtsituation mit einem Schlauchboot. Ursprüngliche Aktionsorte
sollten das „Afrikahaus“ in der Große Reichenstraße und die
Geschäftsstelle des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft (Neuer
Jungfernstieg) sein, um den Bezug zur kolonialen Vergangenheit Hamburgs
beziehungsweise Deutschlands und zu aktuellen geschäftlichen Interessen
deutscher Unternehmen in den Ländern Afrikas deutlich zu machen.
Die Anmelderin der Aktion, Hanni Gramann, ist Welthandelsexpertin von
Attac und pensionierte Religionslehrerin.
*Für Rückfragen:*
Hanni Gramann, Attac-Welthandelsexpertin, 017630608762
--
Lena Zoll
Pressesprecherin
Attac Deutschland
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Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt a.M.
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Tel. 01623448009
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