[imc-presse] [attac-d-presse] Erbschaftsteuer: 21 Verbände + Gewerkschaften fordern Ende von Subventionen für Großerben
presse at attac.de
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Wed Aug 26 10:22:02 CEST 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte beachten Sie die folgende Pressemitteilung, mit der 21 namhafte
Sozialverbände, Gewerkschaften, Umweltorganisationen und
zivilgesellschaftliche Initiativen - darunter Attac - die
Bundesregierung auffordern, Steuersubventionen für Erb*innen sehr großer
Unternehmensvermögen zu streichen. Die Liste der Unterzeichner*innen
finden Sie am Ende des Statements.
Mit freundlichen Grüßen
Frauke Distelrath
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Pressestatement als PDF:
https://link.attac.de/pm-allianz-erbschaftsteuer [1]
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Pressestatement, 26. August 2026
ERNEUT MILLIARDEN-STEUERGESCHENKE FÜR GROSSERBEN – ERBSCHAFTSTEUER MUSS
ENDLICH GERECHT WERDEN
34 Großerb:innen haben im Jahr 2025 Steuererlasse von insgesamt 3,7
Milliarden Euro erhalten. Das zeigen neue Zahlen des Statistischen
Bundesamts zur Erbschaft- und Schenkungsteuer. Möglich macht das die
2016 eingeführte Verschonungsbedarfsprüfung für Unternehmensvermögen
oberhalb von 26 Millionen Euro. Superreiche Unternehmenserb:innen zahlen
in Deutschland damit faktisch kaum Erbschaftsteuer. Die Großerb:innen
erhielten zusammen Vermögen von etwa 12 Milliarden Euro. Darauf mussten
sie im Durchschnitt nur rund 2 Prozent Erbschaftsteuer zahlen, weil
ihnen 94 Prozent der festgesetzten Steuer erlassen wurden.
Die Vermögensungleichheit in Deutschland ist im internationalen
Vergleich besonders hoch, und Erbvermögen spielen dabei eine zunehmend
größere Rolle. Mittlerweile ist mehr als die Hälfte des privaten
Vermögens geerbt und nicht mehr selbst erarbeitet. Rund drei Viertel der
deutschen Milliardär:innen haben ihr Vermögen überwiegend geerbt. Damit
leben in Deutschland so viele Erbmilliardär:innen wie in kaum einem
anderen Land.
Statt dieser Entwicklung entgegenzuwirken, verschenkt die
Erbschaftsteuer ihr Potenzial - kleine Erbschaften oberhalb der
Freibeträge werden verhältnismäßig stark besteuert, während Erb:innen
von Multimillionen- und Milliardenvermögen dank zahlreicher Privilegien
für Unternehmensvermögen oft nur einen Bruchteil zahlen.
Das widerspricht nicht nur unserem gesellschaftlichen Selbstverständnis,
das auf Chancengleichheit und sozialer Mobilität fußt. Wenn wenige
Familien über Generationen hinweg immer größeren Reichtum und Einfluss
auf Politik und Gesellschaft vererben, gefährdet das demokratische
Prozesse und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie eine
zukunftsfähige Wirtschaft.
Die Privilegien für Unternehmenserb:innen sind die größte
Steuersubvention im Bundeshaushalt. Seit ihrer Einführung 2009 sind der
Allgemeinheit dadurch bereits über 100 Milliarden Euro entgangen.
Während die breite Bevölkerung mit Kürzungen und höheren indirekten
Steuern belastet wird, bleibt diese Subvention für eine kleine Gruppe
unangetastet. Diese Mittel dürfen der Allgemeinheit nicht länger
vorenthalten werden. Sie werden dringend für eine gerechte Finanzierung
unseres Sozialstaats, Angebote der Daseinsvorsorge sowie Investitionen
in die Infrastruktur, das Bildungssystem und den Klimaschutz gebraucht.
Als Zusammenschluss von 21 Sozialverbänden, Gewerkschaften,
Umweltorganisationen und zivilgesellschaftlichen Initiativen, die
mehrere Millionen Menschen in Deutschland vertreten, fordern wir die
Bundesregierung auf, Steuersubventionen für Erb:innen sehr großer
Unternehmensvermögen zu streichen. Die Bundesregierung muss über eine
gerechte Besteuerung sehr großer Vermögen eine angemessene Beteiligung
von Superreichen an der Finanzierung des Gemeinwohls sicherstellen. Nur
so lassen sich gesamtgesellschaftliche Belastungen fair verteilen sowie
die ökologische Modernisierung und der gesellschaftliche Zusammenhalt
stärken.
Unterzeichnende Organisationen:
* Arbeitnehmerkammer Bremen
* Arbeitskammer des Saarlandes
* Attac Deutschland
* AWO international e.V.
* Bürgerbewegung Finanzwende e. V.
* Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.
* Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
* ECOnGOOD | Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e.V.
* FiscalFuture e.V.
* Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e. V.
* Gemeingut in BürgerInnenhand e. V.
* Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
* Greenpeace e. V.
* LobbyControl - Initiative für Transparenz und Demokratie e.V.
* Netzwerk Steuergerechtigkeit e. V.
* Sozialverband Deutschland e. V.
* Sozialverband VdK Deutschland e. V.
* taxmenow - Initiative für Steuergerechtigkeit e. V.
* ungleichheit.info e.V.
* Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)
* WEED e. V. - Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung
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