[imc-presse] PM: Friedensgespräche in der Türkei - Öcalan: Die Zeit für einen rechtlichen Rahmen ist gekommen
Civaka Azad
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Wed Jul 22 08:32:47 CEST 2026
*Öcalan: Die Zeit für einen rechtlichen Rahmen ist gekommen*
*/Pressemitteilung von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für
Öffentlichkeitsarbeit e. V./*
Berlin, 22. Juli 2026
Der kurdische Repräsentant Abdullah Öcalan hat dazu aufgerufen,
unverzüglich den rechtlichen und gesetzlichen Rahmen für den laufenden
Friedens- und Demokratisierungsprozess zu schaffen. Nach einer knapp
zweimonatigen Unterbrechung der direkten Gespräche kam die
İmralı-Delegation der Partei für Gleichheit und Demokratie der Völker
(DEM-Partei) am 20. Juli 2026 erneut mit Öcalan auf der Gefängnisinsel
İmralı zusammen.
An dem rund fünfstündigen Gespräch nahmen die Delegationsmitglieder
Pervin Buldan, Mithat Sancar und Özgür Faik Erol teil. Das vorherige
Treffen der Delegation mit Öcalan hatte am 24. Mai stattgefunden. Die
DEM-Partei sprach entsprechend von einem umfassenden Gespräch „nach
einer längeren Pause“.
Nach Angaben der Delegation standen die politischen Entwicklungen in der
Region, der Aufbau einer demokratischen Gesellschaft, der aktuelle Stand
des Prozesses sowie dessen rechtliche Ausgestaltung im Mittelpunkt des
Gesprächs.
Öcalan bekräftigte seine Entschlossenheit, den mit seinem Aufruf vom 27.
Februar 2025 eingeschlagenen Weg fortzusetzen und die kurdische Frage
auf politischer und rechtlicher Grundlage zu lösen.
„Die Zeit ist gekommen, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der den
gegenseitigen Sensibilitäten Rechnung trägt“, erklärte Öcalan. Enge und
kurzsichtige Ansätze müssten überwunden und gemeinsam die Grundlagen für
ein gleichberechtigtes Zusammenleben geschaffen werden.
*Der Prozess tritt in eine entscheidende Phase*
Mit seinem Aufruf vom 27. Februar 2025 hatte Öcalan die PKK dazu
aufgefordert, dem bewaffneten Kampf einzustellen, einen Kongress
einzuberufen und sich aufzulösen. Die PKK erklärte daraufhin im Mai 2025
ihre organisatorische Auflösung und das Ende ihrer bewaffneten
Strategie. Im Juli 2025 verbrannte eine erste Gruppe von Kämpfer:innen
bei einer öffentlichen Zeremonie in Südkurdistan ihre Waffen.
Diese Schritte haben den Übergang von der bewaffneten Auseinandersetzung
zu einer politischen und rechtlichen Lösung eingeleitet. Seither richtet
sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Frage, wie der Prozess
gesetzlich abgesichert und dauerhaft gestaltet werden kann.
Auch die Große Nationalversammlung der Türkei setzte eine Kommission für
Nationale Solidarität, Geschwisterlichkeit und Demokratie ein. Öcalan
verwies in seiner Erklärung ausdrücklich auf deren Arbeit: „Im Einklang
mit dem Rahmen, der auch in dem Bericht der Kommission der Großen
Nationalversammlung der Türkei für Nationale Solidarität,
Geschwisterlichkeit und Demokratie dargelegt wird, sollte nun der
rechtliche und gesetzgeberische Prozess beginnen.“
Damit rückt die Schaffung eines verbindlichen rechtlichen Rahmens in den
Mittelpunkt des Prozesses. Dieser soll die bisher unternommenen Schritte
absichern und den Übergang zu einer demokratischen und politischen
Lösung ermöglichen.
*„Ein neues Kapitel aufschlagen“*
Öcalan betonte, dass der Prozess nicht allein durch einzelne
Akteur:innen getragen werden könne. Vielmehr seien alle Seiten dazu
aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen:
„Ebenso sollte jede:r dazu beitragen, den Konflikt und die Waffen
endgültig hinter sich zu lassen und ein neues Kapitel aufzuschlagen.“
Die kurdisch-türkische Gemeinschaft bezeichnete er als Grundlage einer
gemeinsamen Zukunft. Durch gesetzliche Regelungen könne ein
gleichberechtigtes und freies Zusammenleben in einer demokratischen
Republik dauerhaft abgesichert werden.
„Die Geschichte bietet uns die Chance, das gemeinsame Zusammenleben zu
gestalten und in Gleichheit und Gerechtigkeit ein neues Kapitel
aufzuschlagen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir diese Chance
gemeinsam nutzen werden.“
Auch die İmralı-Delegation bewertete Öcalans Erklärung als bedeutsamen
Aufruf. Sie kündigte an, den Dialog insbesondere mit dem türkischen
Parlament und weiteren relevanten Institutionen fortzusetzen und auf
eine dauerhafte politische Lösung hinzuarbeiten.
/Wir vermitteln Interviews und Hintergrundgespräche mit Vertreter der
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