[imc-presse] PM_Grundrechte-Report 2026 in Karlsruhe vorgestellt
RAV e.V.
gs at rav.de
Thu May 21 13:26:24 CEST 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Medienvertreter*innen,
heute wurde der "Alternative Verfassungsschutzbericht", die 30. Ausgabe
des Grundrechte-Reports in Karlsruhe vorgestellt.
Der RAV gehört zum Kreis der herausgebenden Organisationen.
Rechtsanwältin *Anna Gilsbach*, Vorstandsmitglied im RAV und Teil der
Redaktion kommentiert:
"/Es ist Jahre her, dass unser ehemaliger Vorsitzender Wolfgang Kaleck
junge Männer wegen der (Total) Verweigerung des Kriegsdienstes
anwaltlich vertreten hat. Jetzt kommen solche Anfragen wieder bei uns
an... Deshalb ist es richtig, dass sich der GRR in seiner
Jubiläumsausgabe 2026 der Debatte um Aufrüstung und "Kriegstüchtigkeit"
annimmt und aufzeigt, was dabei auf der Strecke bleibt./"
Wir bitten um Beachtung unserer gemeinsamen Pressemitteilung
<https://www.rav.de/publikationen/mitteilungen/mitteilung/30-grundrechte-report-2026-der-oeffentlichkeit-vorgestellt-1267>
und Verbreitung mit Ihren Möglichkeiten.
Mit freundlichen Grüßen
Sigrid v. Klinggräff
RAV-Geschäftsstelle
******************************************************
Pressemitteilung, 21.5.2026
*30. Grundrechte-Report 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt*
Heute, am*21. Mai 2026*, wurde der „Grundrechte-Report 2026 – Zur Lage
der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland“ in der Stiftung Forum
Recht in Karlsruhe der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die *Jubiläumsausgabe *des 30. Grundrechte-Reports behandelt die
Gefährdung von Grund- und Menschenrechten im Jahr 2025. Im Angesicht
zahlreicher nationaler und internationaler Krisen greifen staatliche
Stellen „zu den Waffen“: Zum einen bewaffnet sich der Staat durch
Sondervermögen mit Rekordausgaben für Militär und durch eine Stärkung
der Bundeswehr – und greift dabei in Grundrechte der Bürger*innen ein.
Zum anderen weiten Bund und Länder ihre Überwachungs- und
Eingriffsbefugnisse für Polizei, Geheimdienste und andere Behörden aus,
von Staatstrojanern über Datenanalysen mit Palantirs „Gotham“ bis zu
biometrischen Abgleichen und automatischer Gesichtserkennung. Daneben
verschärfen sich die Krisen für die Menschenrechte mit Blick auf den
Wohnungsmangel, den Klimawandel, die Rechte von Geflüchteten und
Menschen am Rande des Existenzminimums.
Der Report versteht sich als „*alternativer Verfassungsschutzbericht*“
und bespricht Entscheidungen von Parlamenten, Behörden und Gerichten,
aber auch von Privatunternehmen. Er wird von zehn
Bürgerrechtsorganisationen herausgegeben.
*Herta Däubler-Gmelin*, Rechtsanwältin, frühere Bundesministerin der
Justiz und langjährige Bundestagsabgeordnete, präsentierte den
Grundrechte-Report. Sie hob die aktuell immense Bedeutung des
Grundrechtsschutzes hervor: „In unserer Zeit ist Sorge um die
Wirksamkeit der Grund- und Menschenrechte besonders geboten. Nicht
allein wegen der Aggressionskriege, Konflikte und immer noch zunehmenden
autoritären Tendenzen, sondern auch, weil globale – technische –
Standards, z.B. in KI-Systemen, trotz ihrer Nützlichkeit und
Bequemlichkeit immer häufiger unsere Freiheitsrechte einengen – oder
auch die Mitbestimmungsrechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
gefährden.“
*Leo D’Andola*, Schüler, berichtete über die Schulstreiks gegen die
Wehrpflicht: „Oft redet die Bundesregierung, wenn sie beispielsweise
über das Wehrdienstmodernisierungsgesetz spricht, über Sicherheit. Aber
wir Jugendliche fühlen uns nicht sicher – nicht, wenn wir einen
Fragebogen bekommen, den wir für die Bundeswehr ausfüllen müssen; nicht,
wenn wir der Bundesregierung mitteilen müssen, wenn wir für längere Zeit
ins Ausland gehen; und nicht, wenn wir über die kommenden Maßnahmen
nachdenken – über Musterung, Sammlung unserer persönlichen Daten und die
mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht."
*Ahmad Mosamem Rahimi*, der vor den Taliban fliehen musste, berichtete
über den Umgang der Bundesregierung mit ihm und anderen Afghan*innen,
denen Deutschland Schutz zugesagt hatte: „Obwohl ich alle meine
Unterlagen hatte und mir versprochen worden war, dass ich nach
Deutschland kommen dürfe, wartete ich in Pakistan fast zwei Jahre lang
auf mein Visum. Während dieser Zeit wusste ich nicht, ob und wann ich
nach Deutschland einreisen könnte oder ob die pakistanische Polizei mich
nach Afghanistan zurückschicken würde, wo ich der Verfolgung durch die
Taliban ausgesetzt wäre. Während dieser ganzen Zeit musste ich
Ausbeutung, Misshandlung und einen tiefen Mangel an Respekt erdulden.“
*Athena Möller*, Jura-Studentin und Vorstandsmitglied der
Internationalen Liga für Menschenrechte, führte für die Redaktion durch
die Veranstaltung. Sie stellte fest: „Es ist zunehmend anmaßend, von der
Bevölkerung und insbesondere der jüngeren Generation Loyalität gegenüber
dem deutschen Staat zu erwarten, während dieser ihre Grundrechte nicht
ausreichend wahrt. Obwohl die Grundrechte 2025 besorgniserregend oft und
intensiv verletzt wurden, scheinen Politik und Staatsapparat
diesbezüglich kaum Konsequenzen tragen zu müssen. Der Grundrechte-Report
nimmt sie in die Pflicht und stellt klar, welche Vorgehensweisen aus
welchen Gründen zu beanstanden und zu verurteilen sind.“
Das Buch ist ab dem *27. Mai 2026* über den Buchhandel oder die Webseite
der Herausgeber zu beziehen
(http://www.grundrechte-report.de/quermenue/bestellen/).
Rezensionsexemplare (auch als pdf) zu Pressezwecken können über die
Humanistische Union (HU) bestellt werden
(service at humanistische-union.de). Für Rückfragen oder Interview-Wünsche
wenden Sie sich bitte an Carola Otte unter 030/2045 0256 oder
info at humanistische-union.de
*Grundrechte-Report 2026 – Zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in
Deutschland*. Herausgegeben von: Peter von Auer, Nina Diarra, Franziska
Görlitz, Rolf Gössner, Max Putzer, Rainer Rehak, Theresa Tschenker, Lea
Welsch, Rosemarie Will, Michèle Winkler, Fischer Taschenbuch Verlag,
Frankfurt/M 2026, ISBN: 978-3-596-71370-7, 240 Seiten, 15,00 Euro.
/Der Grundrechte-Report 2026 ist ein gemeinsames Projekt von:
Humanistische Union, vereinigt mit der Gustav Heinemann-Initiative •
Bundesarbeitskreis Kritischer Juragruppen • Internationale Liga für
Menschenrechte • Komitee für Grundrechte und Demokratie • Neue
Richter*innenvereinigung • PRO ASYL • Republikanischer Anwältinnen-und
Anwälteverein • Vereinigung Demokratischer Jurist:innen • Forum
InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung •
Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V./
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Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e. V.
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