[imc-presse] Stadtversammlung in Erfurt am 16.6.
widersetzen Erfurt
presse at widersetzen.com
Thu Jun 11 08:01:04 CEST 2026
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Sehr geehrte Damen und Herren,
am Dienstag, den 16. Juni, lädt Widersetzen Erfurt um 18 Uhr zu einer
Stadtversammlung in den Kommarum Kulturbahnhof ein. Ziel der
Stadtversammlung ist, dass sich die Teilnehmenden verabreden, sich am 4.
Juli dem AfD-Bundesparteitag in Erfurt in den Weg zu stellen.
Widersetzen Erfurt wird hier den Plan für den Protest-Tag und
Möglichkeiten zur Beteiligung vorstellen. Gemeinsam soll schließlich
mit Handabdrücken aller Teilnehmenden ein großes Fronttransparent für
den Protest gestaltet werden. Im Anschluss besteht die Möglichkeit sich
bei Essen, Getränken und Musik zu vernetzen.
"Die AfD hat sich unsere Stadt als Ort für ihren Bundesparteitag
ausgesucht. Doch da haben sie sich mit den Falschen angelegt. Denn wir
sind viele und wir handeln entschlossen gegen Faschismus. Bei der
Stadtversammlung stellen wir uns gemeinsam den Wecker auf 5 Uhr, um uns
am 4. Juli dem AfD-Bundesparteitag entgegenzustellen", betont Michel
Schlichtenberger, Sprecher von Widersetzen Erfurt.
Bei der Veranstaltung werden verschiedene Menschen aus der Erfurter
Stadtgesellschaft zu Wort kommen. Zane,
Industriemechanik-Auszubildender von den Azubis gegen Rechts, wird über
seine persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung sprechen: "Witze
über jüdische Menschen und die systematische Diffamierung von
Minderheiten sind in meiner Lehrwerkstatt an der Tagesordnung.
Es ging sogar so weit, dass einer der Kollegen zu mir meinte, man solle
mich ins KZ sperren, wo ich elendig verrecken solle. Bei Widersetzen
spüre ich, dass ich dem Hass, den auch die AfD verbreitet, nicht
alleine gegenüberstehe." Als Redner wird auch der Erfurter
Menschenrechtsaktivist Adam Alazawe erwartet. "In dem Moment, als die
AfD gegründet wurde, stand ich in Syrien auf der Straße und habe für
Freiheit protestiert. Ich habe selbst erlebt, wie ein totalitäres
Regime Menschen entrechtet und auf Demonstranten schießt. In
Deutschland haben sich viele Syrer nun ein Leben aufgebaut.
Jetzt nutzt die AfD die gleichen Methoden: Ausgrenzung, Entmenschlichung
und demnächst wollen sie uns abschieben! Wir dürfen es nicht zulassen,
dass hier in Deutschland ein neues faschistisches System aufgebaut wird.
Ich habe beschlossen, zu widersprechen", so Alazawe.
Über die Aktionsform des zivilen Ungehorsam wird bei der
Stadtversammlung Verena Kyselka von ihren Erfahrungen aus der Besetzung
der Stasi-Bezirksverwaltung im Dezember 1989 berichten: "Ziviler
Ungehorsam gehört zur demokratischen Stadtgeschichte von Erfurt und er
wirkt. Das haben wir im Dezember 1989 bewiesen: Einige mutige Frauen
haben mit der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung begonnen, hunderte
Erfurter*innen schlossen sich an. Gemeinsam haben wir verhindert, dass
die Stasi ihre Unterlagen vernichtet."
Widersetzen Erfurt klingelt aktuell an Tausenden Haustüren in Erfurt
und lädt Bürger*innen zur Stadtversammlung ein. Einer Einladung zum
Auftakttreffen Ende April waren bereits mehr als 400 Erfurter*innen
gefolgt. Widersetzen ist ein bundesweites antifaschistisches
Aktionsbündnis. Mit massenhaften, zivilen Ungehorsam protestiert das
Bündnis gegen Faschismus und rechte Politik.
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Sie haben während der Stadtversammlung die Möglichkeit für Bild- und
Tonaufnahmen. Wir stehen Ihnen für Interviews zur Verfügung. Für
Rückfragen und Kontakt erreichen Sie uns unter: 0163 5258467
/ erfurt at widersetzen.com
Mit freundlichen Grüßen
Michel Schlichtenberger
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