[imc-presse] Offener Brief an MP Woidke_Antidiskriminierungsberatung in Brandenburg muss die Arbeit fortsetzen und vom Land finanziert werden

RAV e.V. gs at rav.de
Wed Feb 4 11:25:59 CET 2026


Sehr geehrte Medienvertreterinnen und -vertreter,
liebe Freundinnen und Freunde,

die einzige allgemeine Antidiskriminierungsberatung des Landes 
Brandenburg musste zum 1. Februar 2026 ihre Arbeit einstellen – weil die 
Landesregierung nicht die notwendigen Mittel für die Weiterführung des 
Angebots zur Verfügung gestellt hat.

Der RAV hat einen Offenen Brief an Ministerpräsident Dr. Woidke 
gesendet, in dem die Weiterfinanzierung der Antidiskriminierungsberatung 
gefordert wird (s. folgend und im Anhang).

Der Offene Brief findet sich auch auf unserer Webseite, hier: 
https://www.rav.de/publikationen/mitteilungen/mitteilung/antidiskriminierungsberatung-muss-die-arbeit-fortsetzen-und-vom-land-finanziert-wer-den-1217 


Wir bitten um Berichterstattung mit Ihren Möglichkeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Sigrid v. Klinggräff
RAV-Geschäftsstelle


*********************
*Offener Brief, Berlin 4.2.26*

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Woidke,

es hat uns die Nachricht erreicht, dass die allgemeine 
Antidiskriminierungsberatung Brandenburg ihre Arbeit zum 30. Januar 2026 
einstellen musste. Das Bundesförderprogramm respekt*land ist 
ausgelaufen. Die Übernahme der Förderung durch das Land ist nicht 
erfolgt. *Es ist eine Kapitulation, es ist eine Schande.*

Die Bekämpfung von Diskriminierung ist in Deutschland eine zentrale 
staatliche Aufgabe. Alle staatlichen Stellen sind verpflichtet, selbst 
diskriminierungsfrei zu handeln und Bürgerinnen und Bürger vor 
Diskriminierung durch Dritte zu schützen. Hinter der staatlichen Pflicht 
steht der Gedanke der Menschenwürde. Diskriminierung greift den Kern der 
Persönlichkeit an, sie gefährdet den sozialen Zusammenhalt. 
Diskriminierung untergräbt Demokratie, um deren Erhalt wir gerade einen 
sehr ernsten Kampf führen.

Brandenburg hat sich 2011 als Teil der „Koalition gegen Diskriminierung“ 
verpflichtet, den Schutz vor Diskriminierung zur Regierungsaufgabe zu 
machen. Davon ist jetzt nichts mehr übrig, das wird Folgen haben. Das 
Wahlergebnis 2024 war eine Warnung. Mit fast 30% der Stimmen hat sich 
die AfD als Partei einer völkisch-nationalistischen, aggressiv 
demokratie- und menschenfeindlichen Politik durchgesetzt. Die 
Antidiskriminierungsberatung war eine starke und laute Stimme und Kraft 
gegen diese Entwicklung. Sie muss bleiben, sie muss ihre Arbeit 
fortsetzen, sie muss vom Land finanziert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Furmaniak, Rechtsanwältin
für den Vorstand des RAV

*Hintergrund*: PM der unabhängigen und allgemeinen 
Antidiskriminierungsberatung des Landes Brandenburg: 
https://antidiskriminierungsberatung-brandenburg.de/aus-fuer-allgemeine-antidiskriminierungsberatung/ 



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