[imc-presse] [attac-d-presse] 15 Organisationen fordern: Vermögensteuer statt Mehrwertsteuererhöhung
Pressestelle Attac Deutschland
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Thu Apr 2 08:27:16 CEST 2026
Pressemitteilung als PDF: https://link.attac.de/pm-allianz
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Gemeinsames Pressestatement
Berlin / Frankfurt am Main, 2. April 2026
Milliardär:innen gerecht besteuern statt Mehrwertsteuer erhöhen –
Finanzierung des Gemeinwohls fair gestalten
Die von der Bundesregierung diskutierte Erhöhung der Mehrwertsteuer zur
Deckung des öffentlichen Finanzierungsbedarfs wäre verteilungs- und
wirtschaftspolitisch fatal. Sie träfe vor allem Menschen mit kleinen und
mittleren Einkommen sowie Transferempfänger:innen. Selbst eine
gleichzeitige Absenkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel würde die
Mehrbelastung nicht annähernd ausgleichen.1 Die Binnennachfrage würde
weiter geschwächt, mit entsprechenden negativen wirtschaftlichen Effekten.
Gleichzeitig ist klar: Deutliche öffentliche Investitionen in
Infrastruktur, Bildung, Klimaschutz, Entwicklungszusammenarbeit sowie in
den Erhalt des Sozialstaates sind dringend notwendig. Diese dürfen
jedoch nicht über die Erhöhung indirekter Steuern wie der Mehrwertsteuer
finanziert werden, die die soziale Ungleichheit verschärfen.
Statt Menschen mit geringen Einkünften zusätzlich zu belasten, braucht
es eine stärkere Beteiligung sehr großer Vermögen und hoher
Vermögenseinkommen. Die Aussetzung der Vermögensteuer und weitere
Steuerreformen der vergangenen Jahrzehnte haben dazu geführt, dass
Multimillionär:innen und Milliardär:innen heute oft nur halb so hohe
Steuer- und Abgabensätze zahlen wie die breite Mitte der Gesellschaft,
die ihr Einkommen überwiegend aus Arbeit bezieht. Zudem profitieren
Menschen mit sehr großen Vermögen von weitreichenden Privilegien bei der
Erbschaftsteuer. Gleichzeitig verursachen sie mit ihrem Lebensstil und
Investitionsverhalten extrem hohe Klima- und Umweltschäden, deren
Folgekosten von der Allgemeinheit getragen werden. Mit den von der
Bundesregierung bereits beschlossenen Steuersenkungen für Unternehmen ab
2028 verstärkt sich das Ungleichgewicht zugunsten der Superreichen weiter.
Als Zusammenschluss von Sozialverbänden, Umweltorganisationen und
zivilgesellschaftlichen Initiativen, die mehrere Millionen Menschen in
Deutschland vertreten, fordern wir die Bundesregierung auf, diesen
fatalen Kurs umgehend zu korrigieren. Sie muss über eine gerechte
Besteuerung sehr großer Vermögen eine angemessene Beteiligung von
Superreichen an der Finanzierung des Gemeinwohls sicherstellen. Nur so
lassen sich gesamtgesellschaftliche Belastungen fair verteilen und der
gesellschaftliche Zusammenhalt stärken.
1)
https://www.netzwerk-steuergerechtigkeit.de/verteilungswirkungen-der-steuerplaene-eine-unausgewogene-bilanz/
*
Zeichnende Organisationen:*
* Arbeitskammer des Saarlandes
* Attac Deutschland
* ECOnGOOD | Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e. V.
* FiscalFuture e. V.
* Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e. V. (FÖS)
* Gemeingut in BürgerInnenhand e. V.
* Greenpeace e. V.
* LobbyControl - Initiative für Transparenz und Demokratie e.V.
* Netzwerk Steuergerechtigkeit e. V.
* Oxfam Deutschland e. V.
* Sozialverband Deutschland e. V.
* Sozialverband VdK Deutschland e. V.
* taxmenow – Initiative für Steuergerechtigkeit e. V.
* ungleichheit.info e. V.
* WEED e. V. – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung
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