[imc-presse] PM: Lex Palantir gefährdet Grundrechte - Fachstellen üben vehemente Kritik
Lotte Laloire
presse at rav.de
Wed Apr 1 10:36:23 CEST 2026
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*Pressemitteilung, 01.04.2026*
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*Lex Palantir gefährdet Grundrechte*
*Fachstellen üben vehemente Kritik*
Mehr als ein Dutzend Fachstellen, darunter auch der RAV, kritisieren die
Pläne der Bundesregierung, KI-Systeme wie PimEyes und Palantir für die
Polizeiarbeit zu erlauben
<https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/gesetzgebungsverfahren/DE/Downloads/referentenentwuerfe/OESI3/refE-ermittlungsbefugnisse-polizeiarbeit.pdf?__blob=publicationFile&v=1>,
weil damit erhebliche verfassungs- und menschenrechtliche Gefahren
verbunden sind. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen haben dem
Bundesinnen- und dem Bundesjustizministerium am Mittwoch eine umfassende
Stellungnahme
<https://www.rav.de/publikationen/mitteilungen/mitteilung/lex-palantir-gefaehrdet-grundrechte-1245>übersandt.
Laut der namhaften Jurist*innen und Datenschützer*innen fehlen in den
Gesetzentwürfen zentrale rechtsstaatliche Elemente - vom
Richtervorbehalt über effektiven Rechtsschutz bis zur menschlichen
Überprüfung der automatisierten Analysen.
/“Alle Videos, Fotos und andere biometrische Daten im Netz zu
durchsuchen, nur um einige wenige Personen zu finden, die nicht einmal
einer Straftat verdächtig sein müssen, ist ein unverhältnismäßiger
Eingriff in das Recht auf Privatsphäre”, /erklärt RAV-Geschäftsführer
und Rechtsanwalt Lukas Theune.//Der Strafverteidiger warnt zudem: /“Mit
dieser KI können Profile unzähliger Menschen erstellt werden. Recherchen
zum Einsatz von KI in Behörden zeigen, dass ohnehin marginalisierte
Gruppen dadurch besonders diskriminiert werden.” /
/"Mit biometrischen Massenabgleichen und umfassenden Datenanalysen
mittels Künstlicher Intelligenz würde die Bundesregierung eine rote
Linie überschreiten: Sie schafft die Infrastruktur zur flächendeckenden
Überwachung ihrer eigenen Bevölkerung – und gefährdet damit Grundrechte,
die sie eigentlich schützen muss”, /kritisiert Lena Rohrbach,
Fachreferentin für Menschenrechte im digitalen Zeitalter bei Amnesty
International. /Weil kaum absehbar ist, was "Datenspuren" hinterlassen
kann, die die KI verdächtig findet, führt das Vorhaben auch zu
sogenannten "Chilling Effects". Das heißt, es kann Menschen
einschüchtern und davon abhalten, ihre Rechte wahrzunehmen, etwa an
Versammlungen teilzunehmen oder eine Anzeige aufzugeben”,/ so die
Expertin weiter.
Hintergrund des aktuellen Gesetzentwurfs ist, dass die Regelungen zur
automatisierten Datenanalyse, die bis dato in Hessen und Hamburg galten,
vom Bundesverfassungsgericht 2023 bereits für verfassungswidrig erklärt
wurden (Urteil des Ersten Senats vom 16. Februar 2023, 1 BvR 1547/19 & 1
BvR 2634/20 - Automatisierte Datenanalyse). Die vorherige
Bundesregierung hatte sich nicht einigen können.
Unterzeichnet haben die angehängte Stellungnahme folgende
Organisationen: Algorithm Watch, Amnesty International, Chaos Computer
Club, D64, Digitale Gesellschaft, Humanistische Union, LOAD e.V.,
Komitee für Grundrechte und Demokratie, Neue Richter*innenvereinigung,
Pro Asyl, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein, Seebrücke,
Vereinigung demokratischer Jurist*innen.
Diese Pressemitteilung
<https://www.rav.de/publikationen/mitteilungen/mitteilung/lex-palantir-gefaehrdet-grundrechte-fachstellen-ueben-vehemente-kritik-1246>
und die gemeinsame Stellungnahme
<https://www.rav.de/publikationen/mitteilungen/mitteilung/lex-palantir-gefaehrdet-grundrechte-1245>
finden Sie im Anhang dieser E-Mail und auf unserer Website.
*Kontakt:*
*Franziska Vilmar, *Amnesty International, Teamleitung Regionen & Themen
franziska.vilmar at amnesty.de <mailto:franziska.vilmar at amnesty.de>
*Lukas Theune*, RAV-Geschäftsführer und Rechtsanwalt
lukas.theune at rav.de <mailto:lukas.theune at rav.de>
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