[imc-presse] Presemitteilung + 30 Jahre unaufgeklärter rassistischer Brandanschlag in Lübeck + #zeitzureden

Initiative Hafenstraße96 hafenstrasse96 at systemausfall.org
Tue Dec 16 23:49:29 CET 2025


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir schicken hiermit unsere Presseerklärung zur Kampagne #zeitzureden mit der Bitte um Veröffentlichung.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. für die Initiative Hafenstraße96

Britta Kloss


+++ 30 Jahre unaufgeklärter rassistischer Brandanschlag in Lübeck +++ 10 Menschen starben +++ Gedenkinitiative sagt, dass war Mord +++ Zeugenaufruf soll Tat aufklären +++ Kampagnen Start mit Werbetafeln sucht nach Hinweisen zur Tat +++

Lübeck, 16. Dezember 2025 – Heute startet die Initiative Hafenstraße 96 die norddeutschlandweite Kampagne #zeitzureden. Ziel der Kampagne ist es, zur Aufklärung des Brandanschlags in der Lübecker Hafenstraße 52 vom 18. Januar 1996 beizutragen – dem bis heute tödlichsten Brandanschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

„Mit der Kampagne #zeitzureden sollen Menschen erreicht werden, die über Wissen zum Brandanschlag oder zu den Tätern verfügen – Wissen, das bei den damaligen Ermittlungen entweder nicht bekannt war oder nicht berücksichtigt wurde.“ sagt die Initiative.

Zur Tat: In der Nacht vom 18. Januar 1996 brannte die Unterkunft für Geflüchtete in der Hafenstraße 52. Zehn Menschen kamen ums Leben, darunter sieben Kinder. 39 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Bis heute ist der Anschlag nicht aufgeklärt.

Ermittlungsverfahren gegen vier Neonazis aus Grevesmühlen wurden eingestellt, obwohl zahlreiche Hinweise auf ihre Tatbeteiligung vorlagen. Ein weiterer Versuch, im Jahr 2000 eine Anklage zu erheben, blieb ebenfalls erfolglos. Stattdessen geriet ein Überlebender des Brandes ins Visier der Ermittlungen – ein rassistisch geprägter Ermittlungsansatz, der vor Gericht in zwei Instanzen zu einem Freispruch führte. Die mutmaßlich Verantwortlichen sind bis heute auf freiem Fuß. Einer von Ihnen hat die Brandlegung mehrfach gestanden.

„Das darf nicht das Ende der Geschichte sein“, erklärt die Initiative Hafenstraße 96.

Die Initiative ruft dazu auf, Hinweise, Erinnerungen oder Beobachtungen per E-Mail an [zeitzureden at hafenstrasse96.org](mailto:zeitzureden at hafenstrasse96.org) zu senden.

„Die Hoffnung ist, dass durch neue Hinweise erneut Ermittlungen aufgenommen und der Mord an zehn Menschen doch noch aufgeklärt werden kann“ so eine Sprecherin der Initiative.

Um auf die Kampagne aufmerksam zu machen, wurden heute an unterschiedlichen Orten in Norddeutschland großflächige Transparente und Plakatwände angebracht. Diese stellen unter anderem folgende Fragen:

* Weißt du etwas zur Brandnacht vom 18. Januar 1996 in Lübeck
* Erinnerst du dich an Ereignisse dieser Nacht?
* Hast du etwas gesehen oder gehört, aber niemand hat dir zugehört?
* Kennst du Menschen, die damals beteiligt waren oder über die Tat gesprochen haben?
* Warst du Teil von Polizei, Justiz, Stadtverwaltung oder Politik und hast erlebt, dass Aussagen nicht ernst genommen, Spuren nicht verfolgt oder Beweise ignoriert wurden?
* Möchtest du nicht länger schweigen?

„Die Täter tragen Verantwortung – für den Tod von zehn Menschen, für das anhaltende Leid der Überlebenden und der Angehörigen. Bis heute gibt es keine Antworten und keine Gerechtigkeit. 30 Jahre nach der Tat verjährt der Tatbestand der Brandlegung mit Todesfolge. Mord jedoch verjährt nicht“, sagt die Sprecherin anschließend.

Es ist Zeit, das Schweigen zu brechen. Es ist Zeit zu reden.

Kontakt:
Initiative Hafenstraße 96
E-Mail: [hafenstrasse96 at systemausfall.org](mailto:hafenstrasse96 at systemausfall.org)


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