[Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm

Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe gipfelsoli-l at lists.nadir.org
Mo Aug 6 17:45:36 CEST 2007


- Prozess-Lawine nach G8-Gipfel
- G8/Agent Provokateur
- Soligruppe: Solidarität mit den verhafteten Genossen
- Kundgebung in Hamburg: Gemeinsam gg. G8 - Gemeinsam gg. Repression
- Pressemitteilung AG Soziales Berlin im Berliner Sozialforum: Anwendung
politischen Sonderstrafrechtes ist fragwürdig
- Wissenschaftlicher Beirat von Attac: Stellungnahme zur Verhaftung des
Sozialwissenschaftlers Andrej H.
- Howling Coalition: the Anti-globalization Movement Sprouts Freedom and
Diversity

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Prozess-Lawine nach G8-Gipfel

Schwerin (ddp). Zwei Monate nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm rollt eine
Prozess-Lawine auf die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern zu. Wie die "Schweriner
Volkszeitung" (Wochenendausgabe) berichtete, sind etwa 1100 Strafverfahren bei
Polizei und Staatsanwaltschaft in der Bearbeitung. Wie viele der laufenden
Verfahren letztlich vor Gericht landen, sei unklar. Um die hohe Zahl der
Verfahren bewältigen zu können, arbeiteten inzwischen acht Staatsanwälte in
einer G8-Sonderabteilung. In 800 Fällen ermittelt noch die Polizei gegen
Gipfelgegner wegen Vorwürfen wie Landfriedensbruch, Körperverletzung,
Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. In 28 Fällen wird
dem Bericht zufolge von der Polizei gegen eigene Kollegen ermittelt. Darunter
seien mehrere Anzeigen zu ein und demselben Sachverhalt, sagte Rostocks
Oberstaatsanwalt Peter Lückemann.
So habe es nach der Attacke eines Polizeibootes gegen ein
Greenpeace-Schlauchboot fast ein Dutzend Anzeigen gegeben. Der Republikanische
Anwaltsverein, der G8-Gegner während des Treffens in Heiligendamm anwaltlich
betreute, rechnet nicht damit, dass die Masse der Verfahren zur Anklage kommt.
Ein großer Teil werde wegen Geringfügigkeit oder mangels Beweisen von der
Staatsanwaltschaft eingestellt, sagte Anwalt Sönke Hilbrans der Zeitung.


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G8/Agent Provokateur

Das Verfahren gegen den bei Protesten gegen den G8-Gipfel enttarnten
Zivilbeamten ist eingestellt worden. Gegen über 1.000 Gipfelgegner wird
hingegen weiter ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat eine
extra-Abteilung eingerichtet, bei der acht zusätzliche Staatsanwälte etwa 1.100
Fälle bearbeiten, die mit dem G8-Gipfel in Zusammenhang stehen. Dabei geht es
meist um Vorwürfe wie Landfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstands gegen
Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. Über 300 Anzeigen entscheidet
gegenwärtig die Staatsanwaltschaft, in 800 Fällen wird noch von der Polizei
ermittelt, viele Gipfelgegner haben in den letzten Wochen schriftliche
Anhörungen von der Schweriner Polizei erhalten unter zum Teil hahnebüchenen
Vorwänden. Auf diese Anhörungsbogen muss man nicht reagieren! Ein Großteil der
Verfahren wird nach Ansicht des Republikanischen Anwaltsvereins jedoch
eingestellt werden. Die wenigen konkreten Vorwürfe, die vermutlich zu einer
Verurteilung führen werden steht in einem deutlichen Missverhältnis zur
Gesamtzahl der Ingewahrsamnahmen (wieviele?) und Festnahmen während des
Gipfels, d.h. ein Großteil der Eingesperrten, wurde ohne Beweise oder auch nur
konkreten Tatverdacht seiner Freiheit beraubt
Eklatant ist vor diesem Hintergrund die geringe Zahl von Verfahren, die sich
gegen Polizeibeamte richten. Von den 28 Verfahren gegen die Polizei wurden
alleine zwölf wegen dem lebensgefährlichen Maneuver der Polizei gegenüber den
Greenpeace-Booten angestrengt. Bleiben nur 14 weitere Fälle in denen sich
Polizisten wegen der exzessiver Gewaltanwendung, Freiheitsberaubungen,
Beleidigungen, Folterungen und Anmaßung von Befugnissen vor Strafen fürchten
müssen.
Allzugroß muss diese Furcht ohnehin nicht sein: Das Verfahren gegen den Agent
Provokateur, der bei einer Blockade zur Gewalt gegen die Polizei aufgefordert
hat und vor laufenden Kameras enttarnt und der Polizei übergeben wurde, ist
bereits aus Mangel an Beweisen eingestellt worden. Ob es überhaupt Ermittlungen
gab, ist unklar. (Gibt es etwa Hinweise, dass die Polizei oder
Staatsanwaltschaft Zeugen befragt hat?)
Bedeutend ist allerdings die Tatsache, dass mit dem Einstellen des Verfahrens
eigentlich belegt ist, dass es Agents Provokateurs gegeben hat, eine Tatsache,
die von der Presse kaum wahrgenommen wird und die Gewalt in Rostock in ein
anderes Licht rückt.
Nicht mit einem Verfahren, nicht einmal mit Rücktrittsforderungen, müssen
offensichtlich auch die rechnen, die von den Spitzen der Ministerien oder auch
auf der Ebene mittlerer Dienstgrade verfassungswidrige Einsätze der Bundeswehr
im Inland veranlasst und mit einem Tiefflug über den Camps von Gipfelgegnern
tausende von Menschenleben riskiert haben. Verfassungsfeindlichkeit wird
hingegen Organisationen vorgeworfen, die sich gegen den Einsatz der
Streitkräfte im Inland engagieren (www.imi-online.de).
Diese Informationen sind großteils von
http://www1.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/prozesslawine2.html
abgeschrieben (nicht kopiert!). Leider keine Zeit für weitere Recherchen.

[http://de.indymedia.org/2007/08/189904.shtml]


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Soligruppe: Solidarität mit den verhafteten Genossen

Hallo!
Wie Ihr sicher aus den Medien erfahren habt, gab es am 30./31. Juli 2007, einen
Schlag gegen linke Strukturen. Drei Genossen wurden lt. Polizeiangaben auf
frischer Tat bei dem Versuch ertappt, drei Bundeswehr-LKW`s anzuzünden. Hierbei
wurden sie verhaftet. Später wurde noch ein weiterer Genosse verhaftet.
Daraufhin wurden in Berlin bzw. Leipzig sechs Wohnungen und ein linker
Buchladen vom BKA durchsucht. Nun konstruiert das BKA bzw. die BAW ein
§129a-Anklage, für welche im Moment noch keine Beweise bekannt sind (siehe
Presseveröffentlichung der Anwälte). Die Genossen sitzen im Moment im Knast
Berlin Moabit. Es geht ihnen gut! Entgegen anderslautender Gerüchte haben die
gefangenen Genossen keine Aussagen gemacht!
Dass ein §129a Verfahren eine Menge Geld kostet dürfte Euch allen bekannt sein.
Schon jetzt benötigen wir Geld für die Anwälte (Flüge nach Karlsruhe und zurück
für vier Anwälte) und für die Genossen im Knast. Spenden an:
Rote Hilfe e.V., Konto-Nr. 71 89 59 06 00, BLZ 100 200 00 Verwendungszweck:
Repression 31.7.2007

Im Moment bildet sich eine Soligruppe für die vier Inhaftierten Genossen, welche
auch mit den Anwälten in Kontakt steht. Diese Soligruppe wird in Kürze auch die
Anschriften der Genossen im Knast bekanntgeben.

[http://de.indymedia.org/2007/08/189855.shtml]


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Kundgebung in Hamburg: Gemeinsam gg. G8 - Gemeinsam gg. Repression

Solidarität mit dem G8-Widerstand Zusammen gegen staatliche Repression und
Kriminalisierung!

Der Protest und der Widerstand gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm war für die
AktivistInnen ein Erfolg, wie er hierzulande lange nicht zu erleben war. Diesen
Erfolg auszubauen und zukunftsweisend zu machen ist Aufgabe der gesamten
Bewegung! Jetzt geht es nicht nur um das "wie weiter?", sondern auch darum,
diejenigen nicht alleine zu lassen, die von staatlicher Repression betroffen
sind. Kundgebung am 11. August in Hamburg Jetzt geht es nicht nur um das "wie
weiter?", sondern auch darum, diejenigen nicht alleine zu lassen, die von
staatlicher Repression betroffen sind:

* Angriffe auf die G8-Mobilisierung im Vorfeld durch Hausdurchsuchungen und
Einleitung von §129a-Verfahren (Bildung einer terroristischen Vereinigung)
* Demonstrationsverbote, unzählige Verletzte durch Polizeiknüppel, Tränengas und
Wasserwerfer
* Schikanen und Schläge durch die Polizei sowie sexistische Durchsuchungen
* die vorübergehende Ingewahrsamnahme von weit über 1000 AktivistInnen
* "Käfighaltung" in den Gefangenensammelstellen
* Schnellverfahren, bei denen acht AktivistInnen zunächst zu Haftstrafen
verurteilt worden sind
* der Einsatz der Bundeswehr
* gezielte Desinformation der PolizeisprecherInnen
* die Be- und Verhinderung der Arbeit von und Angriffe auf RechtsanwältInnen,
JournalistInnen und SanitäterInnen.

... all das zu thematisieren, ist eine gemeinsame Aufgabe der gesamten Bewegung
gegen den G8-Gipfel von Heiligendamm. Darüber hinaus sind eine zur Zeit noch
nicht absehbare Anzahl von Vorladungen, eingeleiteten Strafverfahren und
zugestellten Strafbefehlen zu erwarten. Zwei Aktivisten befanden sich Anfang
Juli immer noch im Knast.

Wir fordern:

* ein uneingeschränktes Demonstrationsrecht
* die lückenlose Aufklärung der Polizeigewalt
* die vollständige Offenlegung des Bundeswehreinsatzes während des G8
* die Rücknahme der Urteile aus den Schnellverfahren!
* die Einstellung aller Ermittlungsverfahren gegen GegnerInnen des G8 und die
Abschaffung des §129a!

Kundgebung in Hamburg Samstag, den 11. August 2007 12 Uhr
Gerhard-Hauptmann-Platz

Es rufen auf: Antirepressionsgruppe Hamburg; Attac Hamburg; Avanti - Projekt
undogmatische Linke, Hamburg; DIE LINKE, Hamburg; Ermittlungsausschuss Hamburg;
Flüchtlingsrat Hamburg; Gesellschaft für operative Kunst; Hamburger Forum für
Völkerverständigung und weltweite Abrüstung e.V.; Hochschulgruppe
REGENBOGEN/Alternative Linke Hamburg; Netzwerk Freiheit für alle politischen
Gefangenen, Norddeutschland; NoLager-Gruppe, Hamburg; REGENBOGEN - Für eine
neue Linke, Hamburg; Rote Hilfe e.V., OG Greifswald; Rote Hilfe e.V., OG
Hamburg; Schanzenbuchladen, Hamburg; Sozialforum Eimsbüttel; Stadtteilkollektiv
Rotes Winterhude; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), LV
Hamburg

Kontakt: Rote Hilfe e.V., Ortsgruppe Hamburg, PF 306302 - 20329 Hamburg,
hamburg at rote-hilfe.de


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Pressemitteilung AG Soziales Berlin im Berliner Sozialforum: Anwendung
politischen Sonderstrafrechtes ist fragwürdig

Datum: 05.08.07

Die Anwendung des politischen Sonderstrafrechtes ist fragwürdig, kritische
Wissenschaft wird kriminalisiert!

Die Arbeitsgruppe Soziales Berlin im Berliner Sozialforum kritisiert die
Anwendung des politischen Sonderstrafrechtes des Paragraphen 129a in dem
Ermittlungsverfahren gegen Florian L., Oliver R. und Axel H.. Die Begründung
für die Verhaftung des Stadtsoziologen im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens
wegen Mitgliedschaft in einer "terroristischen Vereinigung" sind nicht nur
abenteuerlich, sondern sind eine Weiterführung einer Politik der Legitimation
von Demokratieabbau und Ausweitung der Repression durch eine inszenierte
Terrorismusgefahr.
Es gibt gute Gründe, die Anwendung der Verfolgungsinstrumente des
"Terrorismus-Paragraphen" 129a genauer zu bestimmen bzw. ihn abzuschaffen.
Peter Grottian aus dem Berliner Sozialforum erklärt: "Brandanschläge sind
selbst innerhalb der rechtlichen Bestimmungen des Paragraphen 129a nur dann
"terroristische Akte", wenn eine erhebliche Gefährdung des Staates nachweisbar
ist. Brandanschläge im Rahmen einer sogenannter "militanten
Aufklärungskampagnen" erfüllen diesen Tatbestand nicht. Wir stellen erneut
fest, dass eine Ermittlungsbehörde Interesse daran hat, Protest gegen die
herrschende Politik zu kriminalisieren und mit Terrorismus gleichzusetzen. Eine
Generalstaatsanwältin, die bei so einer dürftigen Beweislage eine
Ermittlungsverfahren auf der Grundlage des Paragraphen 129a einleitet, die hat
in ihrem Amt versagt und lässt sich politisch instrumentalisieren.."
Wir nehmen nicht hin, dass unser Mitstreiter Andrej H. sowie Florian L., Oliver
R. und Axel H. Opfer bzw. "Kollaboralschaden" einer sogenannten
Antiterrorismuspolitik werden, die nichts anderes ist als Politik mit
terroristischen Mitteln. Wir fordern Aufklärung, in welchen Maße verdeckte
Ermittler tätig sind und waren.
Wir fordern die Bundesstaatsanwaltschaft auf, das Ermittlungsverfahren an die
zuständige Gerichtsbarkeit des Landes Brandenburg zu übergeben und umgehend das
Verfahren gegen Andrej H. einzustellen und die Untersuchungshaft für die anderen
Beschuldigten aufzuheben.
Die Ermittlungen gegen die "militanten gruppe(n)" wurden bereits im Vorfeld und
während des G8-Treffens sehr zielstrebig benutzt, um gegen politische
Widerständigkeit vorzu-gehen. Mit der rechtlichen Konstruktion für ein
Ermittlungsverfahren gegen Andrej H. Ist eine neue Qualität der politisch
motivierten Verfolgungs-Willkür erreicht: Jede wissenschaftliche
Gesellschaftskritik kann in die Nähe eines potentiellen Terrorismus gestellt.

Rainer Wahls für die AG Soziales Berlin im Berliner Sozialforum, sowie Peter
Grottian, Judith Dellheim, Wilhelm Fehse und Corrina Genschel aus dem Berliner
Sozialforum.

Nachfragen und Informationen:
Rainer Wahls: 0162 30 12 100
Peter Grottian 01718313314


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Wissenschaftlicher Beirat von Attac: Stellungnahme zur Verhaftung des
Sozialwissenschaftlers Andrej H.

Pressemitteilung 3. August 2007

* Gegen Kriminalisierung kritischer Wissenschaft

Mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung nach §
129a StGB sind am 30. und 31. Juli vier Personen festgenommen worden. Der
Wissenschaftliche Beirat von Attac verurteilt das aktuelle Verfahren und die
Begründung der Haftbefehle. Sie verlassen den Boden der Rechtsstaatlichkeit und
stehen für eine Ausweitung der Terrorismus-Ausnahmegesetzgebung. Wie die
Verteidiger formulieren: Es wird das "versuchte In-Brand-Setzen von drei Auto
unter Ausschluss einer Personengefährdung als Terrorismus" bezeichnet.
Der Wissenschaftliche Beirat von Attac kritisiert insbesondere, dass die
wissenschaftliche Tätigkeit von Andrej. H. als Begründung für den ergangenen
Haftbefehl herangezogen wird:

- Als Verdachtsmoment wird eine von Andrej H. im Jahr 1998 veröffentliche
wissenschaftliche Abhandlung angeführt. Diese enthalte Schlagwörter und
Phrasen, die in Texten der "Militanten Gruppe" (mg) gleichfalls verwendet
werden.
- Als promovierter Politologe und Promotionsstipendiat sei Andrej H. zudem
"intellektuell in der Lage, die anspruchsvollen Texte der Militanten Gruppe zu
verfassen".
- Desweiteren stünden ihm "als Mitarbeiter eines Forschungszentrums Bibliotheken
zur Verfügung, die er unauffällig nutzen kann, um die zur Erstellung der Texte
der Militanten Gruppe erforderlichen Recherchen durchzuführen".
- Für eine Mitgliedschaft in der Militanten Gruppe spreche ferner, dass Andrej
H. in einem im Juni 2005 veröffentlichten Artikel über einen fehlgeschlagenen
Anschlag der terroristischen Vereinigung "RZ" berichtete und derselbe Anschlag
in einem Text der Militanten Gruppe vom Frühjahr 2005 thematisiert wurde.
- Zudem verfüge Andrej H. als Promotionsstipendiat "über die intellektuellen und
sachlichen Voraussetzungen, die für das Verfassen der vergleichweise
anspruchsvollen Texte der Militanten Gruppe erforderlich sind".

Dadurch wird kritische Gesellschaftsanalyse nicht nur kriminalisiert, sondern
unmittelbar dem Terrorismusverdacht ausgesetzt. Die bekannt gewordenen
Begründungen aus dem Haftbefehl sind eine Beleidigung für den gesunden
Menschenverstand und würden - wenn sie von der Gesellschaft akzeptiert werden -
die Grundlagen jeder kritischen Öffentlichkeit in einer freien Gesellschaft
zerstören. Wenn sie als Indizien für die Mitgliedschaft in einer
terroristischen Vereinigung gelten, dann wird kritische Wissenschaft unter
Generalverdacht gestellt.
Der Beirat befürchtet, dass Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und das
Bundeskriminalamt einen Prozess in Gang setzen, der den Rechtsstaat in
Deutschland substantiell untergräbt. Dieser Prozess begann mit der
Kriminalisierung der Vorbereitung der Proteste gegen den G8-Gipel. Es wurden
Büros, Buchläden und Wohnungen - wieder gestützt auf den rechtsstaatlich
umstrittenen Paragrafen 129 a StGB - in einem Umfang durchsucht, der seit den
1970er Jahren unbekannt ist. Die Gefahr einer solchen Form der Kriminalisierung
und Ausgrenzung könnte darin liegen, dass durch diese staatliche Aktion erst das
konstruiert und provoziert wird, was vorgeblich verhindert werden soll:
Terrorismus.
Der Wissenschaftliche Beirat von Attac fordert von den Verantwortlichen, das
Verfahren gegen Andrej H. einzustellen, ihn auf freien Fuß zu setzen und zu
einer rechtstaatlichen Arbeitsweise zurückzukehren.


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Howling Coalition: the Anti-globalization Movement Sprouts Freedom and Diversity
by Shiro Yabu
(Translation: Yuzo Sakuramoto)

The 2007 G8 Summit was held in Rostock, Germany from June 6 to 8, 2007. It was a
conference at which top government officials from the U.S., Canada, Britain,
France, Germany, Italy, Russia, and Japan all met and confirmed their political
cooperation for global domination. To oppose this, many social movements and
activists from many places in Europe, Africa, the U.S., and Asia mobilized and
developed a huge demonstration.
In late May, we, as members of "No! G8 Japan" went to Germany. We first stayed
at a squatter house in Berlin, and obtained necessary information and
materials. Many anarchists and autonomists from all over the world gathered in
Berlin. Small parties were held at the squatter houses, and we militant
activists vowed to fight the upcoming struggle, while enjoying drinking and
music. An information center for activists was set up inside the city and a map
of the Summit site, as well as the latest information about action plans and
police weaponry and strategies for cracking down on demonstrators were
distributed there. Also shops for militant activists were selling 'black gear'
such as sleeping bags, parkas, hats, masks and leather gloves. After making our
preparations in Berlin we headed for Rostock.

On the eve of the Summit - Riot
On June 2, the anti-G8 demonstration and rally took place in the city of
Rostock. 80,000 people, who were either critical of or wanted to stop the G8
Summit, mobilized and had a big parade. Led by international participants of
NGOs from outside Germany, many different social movements, labor
organizations, German leftist groups, and large troops of anarchists and
autonomists marched through the town with balloons, gigantic puppets, music
bands, trailers equipped with sound systems, and countless numbers of red and
black flags and banners...and at the center of the demonstration, a gigantic
black block consisting of over 10,000 people emerged.
What is Black Bloc? It is a conglomerate of small groups consisting of two to
twenty members. It is an open frame which anyone can be a part of, without
requiring any qualifications. Black Bloc does not have an organized leadership,
instead each group participates by acting according to their own judgment to
compose the entire situation. At the meeting place where the demonstration
ended, one of the groups in Black Bloc removed paving stones from the street
and got ready to throw the stones at riot police. Another group attacked and
destroyed police cars, while some other groups dragged trash cans out into the
street and set them on fire. All the people in those groups are completely clad
in black from head to toe, and they hide their faces with hoods and masks. The
10,000 members all dress in black to retain the anonymity of the main, most
active troops. Anonymous small groups executed their own plans. Black Bloc thus
created a small-scale insurrection. Stone throwing and water cannons were
repeated and in the black smoke rising from the burning cars, heavily armed
riot police and militants collided. The mass media shot this battle and the
images was distributed globally; the 2007 G8 Summit was reported to the world
as a fierce "urban riot."

Dense, multi-layered coalition
The uprising in Rostock right before the opening of the Summit successfully left
the impression that the G8 was an unjust 'dirty conference.' At the same time it
also gained good global publicity for the fact that the international people's
struggle was bravely confronting the enormous ruling power at the Summit. This
achievement was not accomplished solely by the contribution of Black Bloc. It
was the contributions of many other social movements surrounding Black Bloc
that supported and realized this insurrection.
What caught my attention at the forefront of the battle was the presence of
broad array of anarchists and Autonomists from various non-violent direct
action groups. Around the militants who actually engaged in stone throwing,
destruction and setting fires, there were many more militants of non-violent
direct action groups who were actively engaged. Those non-violent militants
supported the Black Bloc: they blocked the movement of the police by using
tactics such as picketing or sit-ins. It was those non-violent direct action
groups that confronted the armed police the most, being beaten up or pepper
sprayed. Those non-violent activists protected the rioting groups, and
furthermore the members of German ATTAC who organized the entirety of the rally
persistently negotiated in order to avoid any confrontation with the police.
Labor unions and various leftist groups put pressure on the police by
influencing public opinion against them. The densely layered collation of
various activist groups led our anti-Summit movement to success this time. The
Black Bloc acted independently, but they were not isolated. Despite minor
discord, there were persistent negotiations and efforts among different
activist groups to realize a larger coalition.

The Foundation of the Anti-Globalization Movement
It is true that some participants of the demonstration were frustrated
immediately after the reports of the riot on June 2. We heard that within the
German ATTAC, the group that had played a central role in organizing the
demonstration, criticism of the Black Bloc came one after another. There was
even a strong opinion that the violent black-clad group should be removed from
the coalition. German ATTAC ultimately maintained the coalition with Black
Bloc, despite making a statement criticizing them. This had great significance.
The Black Bloc has been the focus of attention as being a group that is both
troublesome and awe-inspiring at the same time. They were always viewed as
outsiders, but at the same time they were trusted by many activists because
they were the original group who opposed the tyranny of the IMF/World Bank, and
stood up against the injustice of the Davos Conference (World Economic Forum)
and developed the international protest movement against the neo-liberal
globalization. Their achievement is significant in the history of activism. It
is not an exaggeration to say that the pioneering practices of those anarchists
and Autonomists created the prelude to today's anti-globalization movement.
Moreover, their directness, spontaneity and multi-central, rhizomatic
organization, as well as their tolerance of diversity and efforts to build
comradeship are the basis for today's anti-globalization movement. So how we
feel about and evaluate the Black Bloc is indeed the issue of how the
anti-globalization movement as a whole should be defined. Are those young
people dressed in black the renegades of the movement? Are they situated at the
core of the movement? ATTAC in Germany tacitly gave an answer. It was not the
NGOs, labor unions or leftist parties, but those anonymous small groups
gathered in Black Bloc that embodied and realized the democratic characteristic
of today's movement the best. Those uncontrollable, countless numbers of small
groups constitute the ontological ground of all the social movements in terms
of their unspecified democratic character. The almost unwarrantable directness
of the democracy that they request and practice pertains to the potential of
all the movements.
The power of those uncontrollable people has become the energy of the movement
in general, so it is that the organization of the movement must make efforts to
strive for supporting the diversity of those groups. What the German organizers
persistently pursued and demonstrated was a general rule of what sort of
coalition of movement liberates the potential of the people. In other words,
instead of persisting on differences, it is a way of pursuing what is shared in
common.

Variety of Anti-Summit Actions
>From June 3 to 5 Rostock was crowded with many international conferences,
demonstrations, street parties, and direct actions. Demonstrations against
immigrant exclusion, against militarism and a demonstration for the impeachment
of the global corporation, Lidl. were organized on an especially large scale.
Corresponding to these simultaneous, multiple actions, on June 4 we held a
protest action at the hotel where Japanese government officials were staying.
We entered the lobby and displayed an anti-Summit banner and read aloud our
protest statement and chanted our slogans, voicing our discontent. A report of
this protest was distributed through independent media network G8TV
within the same day, and was shown on a big TV screen installed at the activist
camping site. A mysterious group from Japan became famous overnight. The
energetic activities of media activists facilitated mutual understandings of
different people and developed our sense of solidarity. Even though we didn't
communicate enough through words, trust was fostered through action, which
helped build our relationships. Whether international conference, peaceful
demonstration, or high-risk direct action, regardless of your approach,
everyone was welcomed with mutual respect. This sort of tolerance facilitates
spontaneous actions of people and raises their fighting morale. The camping
site where the militants stayed gradually began to warm up.

Howling Coalition
On June 6 in Heiligendamm, "Block G8," an action intent on blocking all the
roads leading to the Summit site, took place. In order to block four highways
and several mountain roads, ten thousand militants took different various
actions. A Scandinavian anarchist troop took off before dawn to barricade the
mountain roads with trees they had to chop down in the forest. Guided by German
militants, we entered highways from the mountain and formed a picket line.
Thousands of militants trekked along an unmarked trail on the mountain in order
to elude police security. Twenty labor unions, newly aligned with us since the
riot on June 2, joined us to confront the police. In the mountain roads the car
carrying Russian officials was surrounded by anarchists and left stranded. A
militant group from Berlin blocked the highway with their cars and stalled
German Prime Minister Angela Merkel. While confronting armed police at
different sites of actions, each of us was concerned about our comrades
elsewhere and communicating with other points. This block action did not
involve the entire 80,000 people, but gained the support and interest of
various activist groups.
On the day of the block action, Susan George, who was attending International
G8-alternative summit, commented at a panel discussion as follows, "I am so
moved by the feeling I have had since the anti-Iraq war simultaneous world
demonstration of 2003 that I am crying tears of joy. Since I am old I can't be
there in person, but people at the alternative summit are connected with the
activists who are blocking Heiligendamm and we are sharing the same feeling."
The direct action in Heiligendamm most expressed the power and excitement of the
anti-G8 coalition. Different people independently took actions, but they were
not isolated. Completely different people transcended mutual differences and
discord and we, as a coalition of movements, howled. We were not able to stop
the G8 Summit, but our coalition besieged it. If our experience in Germany can
be maintained and the diversity of movement fully grows, our howling coalition
will eventually succeed in stopping the G8 Summit.
The anti-globalization movement has not yet ended. Actually it has just begun.
The venue for the next G8 Summit is Japan. Militants from all over the world
including Asian countries will mobilize in Lake Toya, Hokkaido. We must
accommodate them and make efforts so that they will be able to fight as fully
as possible. Let us not judge which form of struggle is right or wrong, but let
us try our best to realize all forms of struggles! We call for the coalition of
movements.

[http://a.sanpal.co.jp/no-g8]