[Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm

Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe gipfelsoli-l at lists.nadir.org
Mi Mai 16 09:13:04 CEST 2007


Aktuelles zum Mobilisierungsschub 9. Mai:
http://www.gipfelsoli.org/Repression/Anschnallen_bitte

- Polizeidirektion Rostock erlässt Allgemeinverfügung
- Innenministerium verteidigt Demonstrationsverbot beim G8-Gipfel
- Versammlungsleiter der internationalen Demonstration gegen den ASEM Gipfel
nach §129a StGB kriminalisiert
- Potsdam und die G8-MinisterInnentreffen
- WIDERSTAND IST FRUCHTBAR
- Fahrradkarawane solidarisiert sich mit Hausbesetzung in Osnabrück
- Telekomstreik und mangelnde Sicherheit bedrohen Kommunikation

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Polizeidirektion Rostock erlässt Allgemeinverfügung

Karte: http://gipfelsoli.org/rcms_repos/images/22/allgemeinverfuegung.jpeg

Polizeidirektion Rostock Kavala

G8-Gipfel Heiligendamm
Pressemitteilung Nr. 049

Aus Anlass des G-8-Gipfeltreffens in Heiligendamm erlässt die Polizeidirektion
Rostock als zuständige Versammlungsbehörde M-V am 16.05.2007 eine
Allgemeinverfügung über eine räumliche und zeitliche Beschränkung des
Versammlungsrechts im Bereich um Heiligendamm und Laage mit Regelungen im
Zeitraum ab 30.05. bis zum 08.06.2007.

Die Allgemeinverfügung untersagt

- alle öffentlichen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel im Zeitraum
vom 30.05.2007, 00:00 Uhr bis 08.06.2007, 24:00 Uhr

im Gebiet innerhalb der technischen Sperre um Heiligendamm und bis 200 m vor der
technischen Sperre, sowie im kleinen (seeseitigen) Sperrgebiet vor Heiligendamm,

- alle öffentlichen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel für den
Zeitraum vom 05.06.2007, 00:00 Uhr bis 08.06.2007, 24:00 Uhr und

- alle unangemeldeten öffentlichen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel
für den Zeitraum vom 30.05.2007, 00:00 Uhr bis 08.06.2007, 24:00 Uhr

in dem in beiliegender Karte mit "II" gekennzeichneten Bereich,

- alle öffentlichen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel für den
 Zeitraum vom 02.06.2007, 00:00 Uhr bis 08.06.2007, 24:00 Uhr

für das Gebiet um den Flughafen Rostock - Laage.
Alle bislang angemeldeten Versammlungen in diesen Räumen werden auf Grundlage
der Allgemeinverfügung geprüft.

Globalisierungskritische Kreise haben wiederholt öffentlich dazu aufgerufen,
"den G8-Gipfel real und effektiv (zu) blockieren und von seiner Infrastruktur
abzuschneiden". Damit wird eine andauernde Bedrohungssituation für alle
Gipfelteilnehmer und kritischen Demonstranten erzeugt. Zwingend notwendige
Rettungsmaßnahmen wären ggf. nicht mehr durchführbar. Eine solche Störung der
Arbeitsfähigkeit der Gipfeltagung mit seinen zahlreichen Delegationen würde die
internationalen Interessen Deutschlands nachhaltig schädigen. Auch die weit
überwiegende Zahl friedlicher Protestteilnehmer vermag derart beabsichtigte
Störungen nicht zu verhindern. Erfahrungen zeigen, dass aus dem Schutz
friedlicher Versammlungen heraus Gewalttäter erfolgreich ihre Ziele erreichen.

Die gewaltsame Erstürmung des durch eine technische Sperre gesicherten Raumes
ist offensichtlich erklärtes Ziel gewaltbereiter Globalisierungsgegner. Im
Falle der Überwindung der technischen Sperre ist die polizeiliche Aufgabe der
Verhinderung von Anschlägen gefährdet.

Die Beschränkung des Versammlungsrechts ist deshalb auch unter Berücksichtigung
des hohen Stellenwerts des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit nicht nur
erforderlich sondern auch verhältnismäßig.

Die Versammlungsbehörde geht davon aus, dass die Protestszene ihrem Anliegen
durch viele Demonstrationen ausreichend Ausdruck verleihen kann. Insbesondere
in Bad Doberan werden auf dem zentralen "Kamp" Dauerveranstaltungen
stattfinden. Auch im Stadtgebiet von Rostock finden ab dem 01.06.2007
fortlaufend Versammlungen statt, insbesondere am 02.06.2007 die angekündigte
Großdemonstration mit bis zu 100.000 Teilnehmern.

Bei KAVALA liegen zur Zeit 60 Versammlungs- und Veranstaltungsanmeldungen für
den Zeitraum ab 25.05.2007 vor. Bislang sind 10 Versammlungen positiv
beschieden worden und bleiben von der Allgemeinverfügung unberührt. In den
nächsten Tagen werden weitere Bescheide versandt. Fortlaufend kommen neue
Anmeldungen hinzu. Erfahrungsgemäß werden nur einige Versammlungen unter das
dargestellte allgemeine Verbot fallen.

Die von der "Friedensgesellschaft" angemeldeten Kundgebungen auf den Zufahrten
zum zivilen und militärischen Flughafengelände können allerdings angesichts der
angekündigten Blockaden nicht zugelassen werden.

Die Verbote treten spätestens außer Kraft, sobald alle gefährdeten
Schutzpersonen aus dem Teilnehmerkreis des G-8-Gipfeltreffens das dargestellte
Gebiet am 08.06.2007 seit mehr als einer Stunde verlassen haben.
Der genaue räumliche Geltungsbereich ist im Internet unter der Adresse:
www.polizei.mvnet.de" unter der Rubrik "G8 Gipfel 2007" unter  dem Menüpunkt
"Versammlungen" abrufbar.


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Innenministerium verteidigt Demonstrationsverbot beim G8-Gipfel

Berlin (dpa) - Das Bundesinnenministerium hat das geplante Demonstrationsverbot
rund um den Tagungsort des G8-Gipfels Anfang Juni in Heiligendamm verteidigt.
Als Gastgeber habe Deutschland die Pflicht, seiner Gäste zu schützen, sagte
Staatssekretär August Hanning in der ARD. Die zuständige Polizeidirektion hatte
zum Schutz des Gipfels vor gewaltbereiten Globalisierungsgegnern ein zehntägiges
Demonstrationsverbot angekündigt. Es soll im Abstand von 200 Metern vor dem
Sicherheitszaun gelten.

[http://www.morgenpost.de/appl/newsticker2/index.php?channel=new&module=dpa&id=14614928]


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Wir sind die TerroristInnen!

Versammlungsleiter der internationalen Demonstration gegen den ASEM Gipfel nach
§129a StGB kriminalisiert.

Wir sind nicht überrascht, dass die Bundesanwaltschaft im Vorfeld des G 8 zu
einem großen Schlag nach §129a StGB ausgeholt hat. Schon etwas überraschter
sind wir von der offensichtlichen Phantasielosigkeit der Behörden und
prognostizieren, dass dieses Verfahren wie ein Kartenhaus zusammenstürzen wird.
"Wir haben in den Busch geschossen, nun sehen wir, was und wer sich dort bewegt"
hat ein Fahnder laut Spiegel-Online erklärt. Diese Aussage spricht für sich und
auch die Generalbundesanwältin Monika Harms ließ erklären, es sei nicht darum
gegangen, Anschläge zu verhindern, sondern darum, Informationen über Strukturen
zu erlangen. Zusätzlich stand sicherlich das Kalkül hinter der Aktion, den
Widerstand einzuschüchtern und als "terroristisch" zu diffamieren.

Reale Ermittlungserkenntnisse liegen dem Konstrukt der Bundesanwaltschaft nicht
zugrunde, dafür umso mehr das Bedürfnis, nach öffentlicher Propaganda und der
Präsentation vermeintlicher Fahndungserfolge. Die Durchsuchungen am 9. Mai 2007
sollten laut Hamburgs Innensenator Nagel zeigen, dass "die Sicherheitsbehörden
im Kampf gegen Extremisten nicht wehrlos sind". Mit "Extremisten" sind
zweifelsohne alle gemeint, die sich in diesem Zusammenhang politisch bewegen.
Polizeipräsident Jantosch hat dies mit den Worten auf den Punkt gebracht:
"Heute haben wir richtig durchgeatmet. Für den in Hamburg stattfindenden ASEM
Gipfel und die nachfolgenden Veranstaltungen ist die Polizei gerüstet."

Schon seit Wochen wird in der Presse ein hartes Vorgehen, Null-Toleranz,
Beschränkungen der Demonstration durch Auflagen und Unterbindungsgewahrsam
angekündigt. Dass die politisch Verantwortlichen nun auch Maßnahmen aus dem
Arsenal der Terrorismusbekämpfung bemühen, um die Proteste einzuschüchtern,
erscheint nur folgerichtig. Offensichtlich reicht alleine die politische
Gegnerschaft gegen den G 8 bzw. gegen den ASEM-Gipfel aus, um in das Visier der
Fahnder zu geraten.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass ein Betroffener des 129
a-Verfahrens von der Hamburger Polizei als Versammlungsleiter der Demonstration
gegen den EU-ASEM-Gipfel am 28. Mai in Hamburg abgelehnt werden soll. In den
Augen der Polizei scheint die gesetzlich verbriefte Unschuldsvermutung keine
Rolle mehr zu spielen.

Innensenator Nagel hat in der Welt vom 10.05.07 "alle friedliebenden
Demonstranten" aufgefordert, sich "von Extremisten klar und deutlich zu
distanzieren. Mit Straftätern werden wir nicht diskutieren." Wir werden uns
nicht spalten lassen. Fraglos gibt es verschiedene Vorstellungen von
Widerstand, welche zu unterschiedlichen Perspektiven der radikalen Kritik an
den herrschenden Verhältnissen führen. Das ist legitim und kann unsere Stärke
ausmachen. Auf keinen Fall werden wir werden uns von der Gegenseite
gegeneinander ausspielen lassen.

Wir sehen in der geplanten Ablehnung des Versammlungsleiters einen Angriff auf
die gesamte EU-ASEM-Demo. Das werden wir nicht zulassen, denn wir bestimmen
unsere Demostrukturen selbst und werden an unserem Versammlungsleiter
festhalten. Die Forderung der Einstellung aller §129a - Verfahren auch wird
auch Thema der Demonstration am 28.05.2007 sein. Wir erwarten tausende
TeilnehmerInnen aus der gesamten Bundesrepublik und zahlreichen europäischen
Ländern. Hamburg wird am 28. Mai nicht nur eine entschlossene Demonstration
gegen den ASEM-Gipfel und G8 erleben, sondern auch einen unmissverständlichen
Ausdruck der Solidarität mit den Betroffenen des aktuellen Verfahrens nach
§129a StGB.

Die Behörden wären gut beraten, die zunehmende Eskalation einzustellen. Der
Protest und Widerstand gegen G8 und ASEM ist legitim und notwendig. Unser
politisches Ziel ist es, den Ablauf des G8 und EU-ASEM-Gipfels zu stören und
wir halten an diesem Ziel fest. Die "Null-Toleranz" -Ankündigungen stellen eine
Gewaltrhetorik dar, die Angriffe und Einschränkungen von Demonstrationen zu
einer völlig normalen Maßnahme des Versammlungsrechtes erklären will. Wir
wenden uns ausdrücklich gegen Polizeigewalt, beschränkende Auflagen und
Eingriffe in die Demonstrationsroute.

Natürlich werden wir am Ort des Geschehens, nämlich auf den Rathausmarkt in
Hamburg, dort wo die "Musik spielt", unsere Abschlusskundgebung durchführen.
Wir werden unsere Meinung über Transparente öffentlich machen und lassen uns
nicht vorschreiben, welche Länge diese besitzen dürfen, oder wo und wie wir
diese tragen. Wir werden unseren Protest öffentlich äußern. Öffentlich
bedeutet, ohne einen faktischen Wanderkessel durch eine Umschließung der
Demonstration von Polizeikräften und ohne die Verbannung in menschenleere
Straßenschluchten am Rande der City.

Wir fordern alle auf, unsere Forderungen zu unterstützen und mit den Betroffenen
von Kriminalisierung solidarisch zu sein. Kommt zur internationalen
Demonstration "Gate to global Resistance" am 28.05. um 12 Uhr zur Reeperbahn in
Hamburg-St.Pauli.

Für die Einstellung aller Verfahren nach §129a!
Gegen Vorbeugehaft und Einschränken des Versammlungsrechtes!
Solidarität mit den Betroffenen von Repression!

G8 und EU-ASEM-Gipfel angreifen!

Bundesweites Vorbereitungstreffen EU-ASEM-Demo
12. Mai 2007


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Potsdam und die G8-MinisterInnentreffen

Eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse in Potsdam und das was noch
ansteht.
Außerdem Überblick der Repression.
Potsdam und die G8-MinisterInnentreffen - kurze Zusammenfassung

Am Samstag, den 17. März 2007, demonstrierten rund 600 Menschen unter dem Motto:
"Gemeinsam die Welt zerstören, den G8 unter die Arme greifen".  Anlass der
Demonstration war das Umweltminister_innentreffen vom 15. bis 17. März, zur
Vorbereitung des diesjährigen G8- Gipfels in Heiligendamm, im Cecilienhof in
Potsdam. Dies war das erste Vortreffen in Potsdam und somit gab es auch die
ersten Proteste. In der Presse wurde schon im Vorfeld über vermutliche
Ausschreitungen berichtet und spekuliert. Da "jede Form von Widerstand,
Öffentlichkeit und Diskussion über das Treffen der G 8 als Symbole und Träger
der kapitalistischen Weltordnung" nach Meinug des Anti-G8 Bündnisses Sinn
mache.
Schon Tage vor der Demo liefen Zivilpolizisten durch die Stadt. Es wurden
Demoplakate entfernt und linke Wohnprojekte wurde Fotografiert. Doch auch der
Protest blieb nicht stehen. So gab es eine Pressekonferenz im Vorfeld der Demo,
mehrere Pressemitteilungen und Veranstaltungen.

Demo Bericht:  http://www.inforiot.de/news.php?topic=news&article_id=11102
Demo Fotos:  http://www.potsdam-abc.de/fotos/album.php?id=3488

Am 19.04.2007 drangen dann Morgens "Potsdamer Bullen in das Hausprojekt
Zeppelinstraße 25 ein. Dazu waren etwa 50 uniformierte, behelmte und vermummte
Cops sowie diverse Zivilbullen vor Ort. Diese brachen das Hoftor auf und
versuchten in das Haus zu gelangen." Es ging um ein Transperent das am Hause
befestigt war. Dieses sollte zur Straftaten aufrufen. Schon im Vorfeld rannten
wieder Zivicops durch die Stadt und machten von allem was sie zu Gesicht
bekamen Fotos.

Foto und Bericht:  http://www.inforiot.de/news.php?topic=news&article_id=11378

Seither hören die Berichte in der Presse nicht auf und immer wieder wird vor
"gewalttätigen Ausschreitungen" gewarnt. Doch natürlich geht der Protest
weiter.

Am 19. Mai 2007 findet deswegen von 14.00 - 22.00 Uhr auf dem Bassinplatz in
Potsdam das kostenlose Open Air "Gipfelsturm" statt. Das Konzert richtet sich
gegen das Treffen der Finanzminister der G8 in Potsdam und gegen den G8-Gipfel
in Heiligendamm im Juni. Es werden zahlreiche bekannte Bands auftreten. So
unter anderem "Bandylegs" (14.00 Uhr) und "Dritte Wahl" (17:00 Uhr). Mit dem
Konzert sollen PotsdamerInnen die Möglichkeit bekommen, sich über die
G8-Politik, das anstehende Treffen der G8-Staaten in Heiligendamm und über die
vielseitigen geplanten Proteste zu informieren. Mit dem Open Air soll auf
soziale Missstände, die auf Entscheidungen der G8-Staaten basieren aufmerksam
gemacht werden und Raum für kreative Ideen zur Mitgestaltung und Veränderung
der Welt geben werden. Bereichert wird das Open Air mit Infoveranstaltungen,
Workshops und Diskussionsrunden. An zahlreichen Ständen stellen sich Gruppen
und Initiativen vor, die u.a. zum G8-Protest arbeiten. Außerdem werden im
Rahmen des Festivals die Ausstellungen "Vom Polizeigriff zum Übergriff" und
"Schuldenkrise der 3.Welt" gezeigt. An das Open Air anschließend findet ab
22.00 Uhr eine After Show Party im Spartakus statt.Das Open Air wird von
vielen, größtenteils jungen Menschen und linken Gruppen in Zusammenarbeit mit
dem Anti-G8-Bündnis Potsdam und dem Netzwerk Selbsthilfe organisiert.

Am 30.5 wird es eine Demo gegen das AußenministerInnentreffen geben. Warten wir
ab was bis dahin passiert und richten unsere Augen und Ohren auf Potsdam und
Heiligendamm.

Die Termine:
17.03. Demo gegen die G8-Umweltpolitik
19.05. OpenAir gegen die G8-Finanzpolitik
30.05. Demo gegen die G8-Außenpolitik
02.06. Internationale Demo in Rostock

Infos zu der Demo, dem Open Air und weiteren Veranstaltungen:

www.anti-g8-buendnis-potsdam.de


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WIDERSTAND IST FRUCHTBAR

Aktionstag Globale Landwirtschaft am 3. Juni in Rostock

Jedes Jahr sterben weltweit 30 Millionen Menschen an den Folgen von Hunger und
Unterernährung. Unterschiedliche Prozesse wie erzwungene Marktöffnungen,
Preisdiktate durch Supermarktketten oder die Subventionierung der
Lebensmittelproduktion für den Export zerstören systematisch die
Existenzgrundlagen unzähliger Kleinbauern und -bäuerinnen insbesondere in den
ärmeren Ländern. Monokulturen und Massentierhaltung haben katastrophale
Auswirkungen auf natürliche Ressourcen wie Böden, Wasser oder biologische
Vielfalt. Und auch die Qualität von Nahrungsmitteln wird hierdurch stark in
Mitleidenschaft gezogen. Global agierende Konzerne des Nordens wie Monsanto
oder Bayer eignen sich genetische Ressourcen des Südens mit Hilfe so genannter
"geistiger Eigentumsrechte" an und versuchen so, die Kontrolle über die
Produktion von Nahrungsmitteln zu gewinnen. Aber auch in den industrialisierten
Ländern herrschen ruinöser Preisdruck und massive Konzentrationsprozesse in der
Landwirtschaft.

Entgegen der Rhetorik der Hunger- und Armutsbekämpfung, die jeden G8-Gipfel
begleitet, verfolgen die reichsten Industrieländer eine zerstörerische,
neoliberal zugespitzte Agrar- und Fischereipolitik, die zu mehr Vertreibung,
Hunger und rasant wachsender Ungleichheit führt. Hiervon profitieren weltweit
vor allem transnationale Konzerne und Großagrarier. Dagegen organisieren sich
rund um den Globus Kleinbauern und -bäuerinnen, LandarbeiterInnen und Landlose,
um ihre Interessen gegen Großgrundbesitzer, Großkonzerne, Regierungen und
internationale Institutionen durchzusetzen. Sie besetzen Land, kämpfen gegen
die Privatisierung von Wasser, brennen Genfelder ab, gründen Kooperativen sowie
Erhaltungsprojekte für ihr traditionelles Saatgut. Sie kämpfen für
Ernährungssouveränität, d.h. für das Recht, ihre Landwirtschaft und ihre
Ernährung selbst zu bestimmen. In Solidarität mit diesem weltweiten Widerstand
und weil Nahrungsmittel und Landwirtschaft Lebensgrundlage für alle sind,
tragen wir den Protest zum G8-Gipfel nach Heiligendamm.
Der Aktionstag am 3. Juni lädt mit vielfältigen Aktionsformen möglichst viele
Menschen zum Mitmachen ein. Er beginnt mit einer Demonstration mit Traktoren
und Großpuppen durch die Rostocker Innenstadt und endet mit einer Veranstaltung
beim Agro-Bio-Technikum mit den Gen-Versuchsfeldern in Groß Lüsewitz 15 km
östlich von Rostock. Dazwischen findet für Aktive und Mobile eine Rallye über
verschiedene Info- und Aktionspunkte statt. Mit dabei sind VertreterInnen von
Kleinbauernverbänden, Landarbeiterorganisationen und genkritischen Netzwerken
aus Nord und Süd (Via Campesina, Conféderation Paysanne und andere).

Demonstration von der Uni Rostock zum Neuen Markt

10.00 Uhr Vorprogramm (Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Uni
Rostock)
10.30 Uhr Auftakt (Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Uni Rostock)
11.30 Uhr Demo-Beginn
12.30 Uhr Abschlusskundgebung (Neuer Markt)

Rallye von Rostock nach Groß Lüsewitz

13.30 Uhr Start der Rallye am Ort der Abschlusskundgebung vorbei an verschiednen
Stationen mit Infos und kreativen Aktionen zum Zusammenhang von G8 und Globaler
Landwirtschaft: Getreidesilos im Rostocker Hafen, Erdbeerplantage mit prekären
Beschäftigungsverhältnissen, Großmastanlage, Fastfood-Restaurant,
Tierversuchsinstitut, Lebensmitteldiscounter,. Der eigenen Fantasie bei den
Aktionen sind dabei ebenso wenig Grenzen gesetzt wie der Bewegungsenergie bei
der Teilnahme an der Rallye: zu Fuß, mit Skatern, Fahrrädern, Traktoren, Autos,
Bussen. Es fährt allerdings auch stündlich ein Regionalzug nach Groß Lüsewitz.

Kundgebung und Dorffest in Groß Lüsewitz

ab 13.00 Uhr Bunter Protest gegen das hier ansässige Agro-Bio-Technikum und
dessen umstrittene Genforschung und Freilandversuche. Kundgebung,
Bühnenprogramm, Info-, Aktions- und Essstände, Straßentheater, Spiele, Musik
u.v.m.

Infos und Kontakt: Aktionsnetzwerk G8 und Globale Landwirtschaft,
www.g8-landwirtschaft.net


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Fahrradkarawane gegen den G8 solidarisiert sich mit Hausbesetzung für ein
offenes Bildungszentrum in Osnabrück

Heute morgen gegen 10 Uhr wurde ein gestern abend von AktivistInnen besetztes
Haus in der Albrechtstr. 16 in Osnabrück von der Polizei geräumt. Ziel der
Besetzung war es, in Osnabrück offene Räume für Kulturarbeit und Bildungsarbeit
zur Verfügung zu stellen. Zur Zeit ist die Fahrradkarawane auf ihrem Weg von
Gent(BE) nach Rostock zum G8 Gipfel für 2 Tage in Osnabrück und sie unterstützt
die Forderung nach Freiräumen wie hier nach selbstverwalteten
Bildungseinrichtungen nach Kräften. Die Fahrradkarwane will versuchen, auf
Ihrer Strecke die Auswirkungen der beim G8 Gipfel verabredeten Politik auf die
lokalen Strukturen zu verdeutlichen und den Widerstand gegen den G8 Gipfel mit
lokalen Kämpfen zu vernetzen.
Seit langem versuchen Osnabrücker AktivistInnen Freiräume für soziale Zwecke zu
erstreiten. Dort wären dann auch Infrastruktur und Räume für von ihnen selbst
organisierte Seminare nach dem Vorbild z. B. der Berliner offenen Univwersität
OUBS möglich.
"Der Kampf von Osnabrücker AktivistInnen für diese Freiräume ist ein wichtiger
Mosaikstein im weltweiten Kampf gegen die Privatisierung von Bildung, wie er
auch auf den G8 Gipfeln immer stärker umgesetzt wird", sagte Dorothee Heinze
von der Fahrradkarwane. Für die Proteste gegen den G8 Gipfel in Heiligendamm
wird von den Veranstaltern eine massive Beteiligung studentischer Gruppen
erwartet.
"Die heute morgen von dem stellvertrenden Osnabrücker Universitätsperäsidenten
Prof. Thomas Vogtherr durchgeführte polizeiliche Räumung des besetzten Hauses
in der Albrechtstraße wird uns aber nicht davon abbringen lassen, als
Gegenentwurf zum G8 für eine hierarchiefreie Welt ohne Grenzen und Schranken
für ungehinderten Zugang zu Bildungs- und Sozialeinrichtungen zu streiten.
Hausbesetzungen von sowieso seit langem leestehenden Häusern wie hier das der
Universität gehörende Haus in der Albrechtstraße sind dazu ein gebotenes und
legitimes Mittel, erklärte Heinze weiter."
"Anstatt die AktivistInnen mit Personalienfeststellungen durch die Polizei zu
schikanieren, sollte die Universitätsleitung ihren verantwortungslosen Umgang
mit nutzbaren Räumen aufgeben und diese sozialen Initiativen zur Verfügung zu
stellen anstatt sie mutwillig verrotten zu lassen", so Heinze.
Die Fahrradkarawane befindet sich jetzt auf dem Weg nach Vechta. Um 13 Uhr ist
am Flüchtlingslager in Bramsche ein Stop geplant, um dort mit den Flüchtlingen
die Auswirkungen der G8 Politik auf die Situation vor Ort zu diskutieren.
Danach ist dort ein kleines Happening mit Musik und Volksküche geplant.
Karawanekontakt über
Karawaneinfobüro Rostock
G8 Protestzentrum
Ehm Welk Schule
Knut Rasmussenstr. 8
18106 Rostock
Tel 0176-28879588


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G8-Gipfel - Telekomstreik und mangelnde Sicherheit bedrohen Kommunikation

Seit Tagen halten die Streiks bei der Telekom an. Wenn man den Ankündigungen von
der Gewerkschaft ver.di glauben darf, werden ab heute auch die Mitarbeiter aus
dem G8-Team der Telekom an den Streiks teilnehmen.

So könnte es zu Problemen auf dem Gipfel kommen, die bisher niemand in der
Planung hatte. Einige der Telekommitarbeiter sorgen sich nicht nur wegen des
Streiks um den Gipfel. So berichten sie von einem kürzlich extra für den
G8-Gipfel verlegten Hochgeschwindigkeitskabel für Daten, Fernsehbilder und
Telefon, welches nahezu ungeschützt in geringer Tiefe neben der
Verbindungsstrasse zwischen Kühlungsborn, Heiligendamm und Bad Doberan
verläuft. (Die OZ berichtet am 31-03-200)
Über dieses Kabel soll nach ihren Informationen die gesamte drahtgebundene
Kommunikation abgewickelt werden. Doch genau hier sehen Telekom Fachleute dass
eigentliche Problem, denn dieses Kabel könnte für militante Gipfelgegner ein
leichtes Ziel sein, da es quasi unmöglich ist, dieses neu verlegte Kabel auf
einer Gesamtlänge von rund 30 km wirksam zu schützen. Hinzu kommt, dass es
weitgehend auf frei zugänglichen Grund verlegt wurde. Nur ein kleiner Teil des
Kabels befindet sich in dem durch einen Sicherheitszaun abgesperrten Gebiet um
Heiligendamm. Warum man dieses Kabel nicht besser abgesichert verlegt hat, ist
auch für die Telekom Fachleute ein Rätsel. Allerdings können erdgebundene Kabel
nur unter sehr hohem Aufwand und mit hohen Kosten sicher verlegt werden.

An diesem Kabel hängt auch das internationale Pressezentrum in Kühlungsborn,
sowie ein gerade im Bau befindliches Kommunikationszentrum des Gipfels, in
Heiligendamm. Eine Beschädigung oder Durchtrennung des Kabels würde für Stunden
den Gipfel so gut wie lahm legen, da Kommunikation nur noch über so genante
redundante Systeme und Richtfunk möglich wäre.
Gerade dieser Richtfunk ist aber ausschließlich für die Sicherheitsorgane
vorgesehen und hat wenige Kapazitäten für Zivile Nutzung. Für das
Internationale Pressezentrum in Kühlungsborn wäre es so, als wenn man das Licht
ausknipst, so Telekom Fachleute. Zwar verfügen die großen TV-Sender über eigene
Satellitenuplinks, worüber sie ihre Fernsehbilder an ihre Redaktionen schicken
können, aber die gesamte schreibende Presse und die Presseagenturen wären bei
einem Ausfall der Leitung quasi handlungsunfähig.
Die Telekom Pressestelle in Bonn wollte sich dazu nicht äußern, meinte aber, der
Gipfel sei auch für die Telekom ein Prestigesache. Man hätte alle denkbaren
Möglichkeiten in Betracht gezogen und sehe keine wirklich ernsten Risiken

BU: Foto oben zeigt die mobile Vermittlungstelle der Telekomm in Heiligendamm
BU: Foto unten zeigt das Kabel was zwischen Heiligendamm und Doberan verlegt ist

[http://www.mvregio.de/mvr/36242.html]