[Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm

Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe gipfelsoli-l at lists.nadir.org
So Mai 6 14:11:46 CEST 2007


- 4 Personen weiterhin in Haft nach Festnahme von 100 FahrraddemonstrantInnen in
Utrecht
- The Central Call of the Caravan tour 2007
- Programm der KARWANE TOUR 2007 in Thüringen
- Jingle der Berliner Gruppe six hills zum Mayday 2007 in Berlin
- Göttingen ist nicht Heiligendamm, uns doch egal!
- G8 Gipfel - Wird Bad Doberan doch abgeriegelt?
- Kreative Aktionswerkstatt für den G8-Protest
- Six Days of Action against the Occupation of Palestine - June 6-12 2007

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G8-Gipfel: 4 Personen weiterhin in Haft nach Festnahme von 100
FahrraddemonstrantInnen in Utrecht/ NL
Offensichtlich im Vorfeld geplante Aktion der Polizei

Presseerklärung des Fahrradkarawanen Infobüros in Rostock

Weitere Informationen: Info-Büro der Fahrradkarawanen in Rostock, Andree Narres:
+49 – 160 – 953 14 023

100 TeilnehmerInnen einer friedlichen Fahrraddemonstration im Rahmen der
Fahrradkarawanen gegen den G8-Gipfel wurden gestern in Utrecht in einer
geplanten und gewaltsamen Polizeiaktion festgenommen, weil sie nicht auf dem
Fahrradweg gefahren seien. Bis tief in die Nacht wurden sie unter widrigen
Bedingungen - überbelegte Zellen, keine Verpflegung - festgehalten, ihre
Fahrräder beschlagnahmt. Bis heute sitzen weiterhin vier Personen in Haft,
davon wird eine mit Abschiebung bedroht und eine soll weitere zwei Wochen
festgehalten werden.
Das Karawane-Infobüro protestiert gegen diese Kriminalisierung von
Protestaktionen im Vorfeld des G8 Gipfels in Heiligendamm und ruft zu
Solidaritätsaktionen auf "bis alle draussen sind".

Eine Person befindet sich in sogenannter Ausländerhaft und wird mit Abschiebung
bedroht, eine weitere wollen die Behörden wegen einer unbezahlten Geldstrafe
zwei Wochen in Haft behalten.

Bisher hatten die vier verbliebenen Festgenommenen keinen Anwaltkontakt und ihr
Aufenthaltsort ist nicht bekannt.

Ein weiterer Karawaneteilnehmer wurde freigelassen, erhielt aber seinen Ausweis
nicht zurück, der von der Ausländerpolizei beschlagnahmt wurde. Zur Zeit finden
Vorbereitungen für Solidaritätsaktivitäten statt.

HINTERGRUND:

Nach der Festnahme einer kompletten Fahrraddemonstration gegen den
bevorstehenden G8 Gipfel mit rund 100 TeilnehmerInnen in Utrecht befinden sich
vier Personen weiterhin in Haft, darunter mindestens zwei Mitglieder der
Fahrradkarawane "Gr8chaoskaravaan".

Die Karawane und einige UnterstützerInnen befanden sich am frühen Samstag
Nachmittag auf dem Weg aus der Stadt als die Polizei sie mit gezogenen
Schlagstöcken einkesselte und unter dem Vorwand, sie seien nicht auf dem
Fahrradweg gefahren und würden den Straßenverkehr behindern, festnahm. Der
Polizeiübergriff ereignete sich ohne Vorankündigung und sehr schnell, wobei
u.a. ein mobiles Sonderkommando zum Einsatz kam .

Die Karawane geht aufgrund der guten Vorbereitung und der Anzahl der anwesenden
Polizeikräfte von einer eindeutig im Vorfeld geplanten Aktion aus.

"Dieser Einsatz und auch die Gewalttätigkeit, mit der die Polizei gegen die
friedliche Fahrraddemonstration vorging, sind für niederländische Verhältnisse
vollkommen untypisch" erklärt Antje, eine Teilnehmerin der Karawane. "Wir
finden keine andere plausible Erklärung dafür, als daß auf diese Weise versucht
werden soll, den Protest gegen den G8-Gipfel schon im Vorfeld zu kriminalisieren
und einzuschüchtern."

Die DemonstrantInnen waren bis spät in die Nacht in überbelegten Zellen bei
geringer Sauerstoffzufuhr und ohne Essen festgehalten worden. Ihre Fahrräder
waren beschlagnahmt und abtransportiert, die Schlösser aufgebrochen und die
Räder selbst zum Teil beschädigt worden, ein Großteil konnte aber heute wieder
abgeholt werden. Die Festgenommen erhielten ANzeige wegen "Schweren Eingriffs
in den Straßenverkehr" und wurden während der Haft schlecht behandelt, mehrere
Personen berichteten, wie Poliezeibeamte ihnen gedroht hätten "das heute war
noch tolerant, aber wenn ihr morgen an der Aktion teilnehmt, werdet ihr uns
richtig kennenlernen." Gemeint war eine antirassitische Besichtigung des
Abschiebelagers in Zeist, an der die Karawane heute teilnehmen sollte. Die
AktivistInnen haben sich jedoch nicht einschüchtern lassen - obgleich viele
nach der Nacht im Gefängnis zu erschöpft waren, hat sich eine kleine Abordnung
zum Abschiebelager begeben.

Derweil finden in Utrecht und anderen Städten Vorbereitungen für
Solidaritätsaktionen statt. AktivistInnen hatten bereits gestern zu
internationlen Solidaritätsaktionen aufgerufen. "Die Grenze für Festnahmen wird
immer fadenscheiniger, der ganze Vorgang zeigt, daß jeglicher Protest gegen den
G8 Gipfel unerwünscht ist und bereits im Vorfeld kriminalisiert werden soll.
Das ist ein massiver Grundrechtseingriff, den wir nicht hinnehmen werden. Wir
haben zu Solidaritätsaktionen aufgerufen, bis alle Gefangenen frei sind und
ihre Fahrräder zurückgegeben wurden" sagt Andree Narres vom Infobüro der
Fahrradkarawanen.

Die Fahrradkarawane wollte später eigentlich in Nimwegen eintreffen, wo heute
der Auftakt der lokalen Aktionstage gegen den G8-Gipfel stattfindet. Nun wird
wohl zumindest ein Teil der Karawane in Utrecht bleiben, bis sich die Situation
der inhaftierten Karawanemitglieder klärt. Andree Narres: "Die Behörden lassen
anscheinend nichts unversucht, um den Zeitplan der Karawane zu stören. Es gibt
außerdem die Befürchtung, daß der Karawane durch diese Kriminalisierung die
Einreise nach Deutschland erschwert werden soll. Ein absurdes Szenario:
Einreiseverbot wegen Radfahren abseits der Fahrradwege!" meint Andree Narres.

Deutschland will im Vorfeld des G8 Gipfels das Schengener Abkommen vorübergehend
außer Kraft setzen um die Einreise von DemonstrantInnen zu be- und verhindern.

Insgesamt finden sechs Fahrradkarawanen statt, um im Vorfeld des G8-Gipfels
durch Aktionen und Veranstaltungen in verschiedenen europäischen und deutschen
Städten auf den Protest zum bevorstehenden G8 Gipfel aufmerksam zu machen und
Protestthemen wie Migration, Biotechnologie, Umwelt, Landwirtschaft, soziale
Gerechtigkeit und Bürgerrechte sowie bestehende Kämpfe in diesen Bereichen an
die Öffentlichkeit zu bringen.

Informationen über die Gr8chaoskaravaan - westeuropäische Fahrradkarawane gegen
den G8-Gipfel:
http://dissentnetzwerk.org/wiki/Bicycle-Caravan_%22West%22

Weitere Berichte über den Verlauf des gestrigen Tages:
http://de.indymedia.org/2007/05/175412.shtml

Informationen über alle Fahrradkarawanen:
http://dissentnetzwerk.org/wiki/Fahrradkarawanen_/_bicycle_caravans

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Informationsbüro für alle Karawanen
Karawanen-info-büro
G8-Protestzentrum Ehm-Welk-Schule
Knut Rassmussenstr. 108
18106 Rostock


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The Central Call of the Caravan tour 2007:

Neun Jahre nach der ersten Karawane für die Rechte der Flüchtlinge rufen wir nun
zum dritten Mal auf, zusammen und in Solidarität gegen das deutsche System der
Ausgrenzung, Unterdrückung und Abschiebung aufzustehen. Die Karawane-Tour 2007
findet unmittelbar vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm statt.

Als die meisten von uns – MigrantInnen und Flüchtlinge – unsere zerstörten
Heimatländer verlassen haben, taten wir dies nicht als freie Menschen. Wir
waren gezwungen zu fliehen. Gezwungen durch die unmenschlichen
Lebensbedingungen, denen wir dort unterworfen wurden. Diese Bedingungen
manifestieren sich in unterschiedlicher Weise: In Hunger, Krieg, Armut,
Diktaturen und in vielen anderen Formen. Sie allen wurzeln in einem System der
Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Diese Entmenschlichung
kennzeichnet die Weltordnung, die der Imperialismus der G8, ihrer mächtigen
Kapitalfraktionen und Regierungen, uns aufzwingen.

Abschiebung dient den Interessen des Kapitals und des Imperialismus. Abschiebung
ist eine Missachtung der Menschenrechte. Sie ist ein sadistisches
Unterdrückungsverhältnis zwischen Mächtigen und Verfolgten. Sie ist die Ursache
des der Maschinerie des Lagersystems, mit all ihrer seelischen Misshandlung, des
sexuellen Missbrauchs, der Ausbeutung, der Trennung von Familien und vielen
anderen Formen der Entrechtung. >>>> mehr http://thevoiceforum.org/node/491

Kundgebung, Konferenz, Ausstellung und Musik

Die KARAWANE 2007 TOUR – In Solidarität gegen Abschiebung

Auch in Thüringen verlangen wir die Schließung aller Flüchtlingslager - allen
voran das Lager in Freienbessingen! In Solidarität gegen Abschiebung – für
einen Abschiebestopp! Wir verurteilen die gewaltsame Isolation und Ausgrenzung
von Flüchtlingen mit dem Ziel der Abschiebung! Lasst uns weiter mit allen
möglichen Mitteln gegen Abschiebungen protestieren, kämpfen und Kampagnen
führen! Wir verlangen die Schließung aller Flüchtlingslager und
Abschiebegefängnisse, einen Abschiebestopp und ein volles Aufenthaltsrecht für
alle!


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Programm der KARWANE TOUR 2007 in Thüringen:
*21 - 22. 05* in Jena und Freienbessingen Flüchtlingslager:

Samstag, 19. Mai bis 1. Juni 2007 in Jena
Ausstellungen von Fotografien und Gemälden von AktivistInnen aus Thüringen und
Berlin

Juliane Wedell: Here I am! A Call from Outside Europe - Beyond the Spanish
border in Morocco (Ausstellung - Fotoprojekt, siehe auch:
http://thevoiceforum.org/node/443)
Marco del Pra': Oury Jalloh protest Campaign (Fotos)
Afrikanische Kunst und Symbole - Werke des Togoischen Malers Attikpasso Lawson
aus Erfurt

Offizielle Eröffnung durch Osaren Igbinoba: Samstag, 19.05. 2007, 19.00Uhr
Ort: Umweltbibliothek im Grünen Haus, Schillergässchen 5, 07745 Jena

Montag, 21.05. 2007
18.00Uhr: Empfang der Karawane im Schillergässchen 5 in Jena
20.00 Uhr: Konferenz: "Kein Kompromiss mit Abschiebungen! Rassismus tötet!"
Podiumsdiskussion mit AktivistInnen der Karawane über Massenabschiebungen und
die Bleiberechtspropaganda der deutschen Innenministerkonferenz (IMK)
Veranstaltungsort: Friedrich-Schiller-Universität.
Ernst-Abbe-Platz/Carl-Zeiss-Str. 3

21.00Uhr: Kulturnacht - Musik von Live-Bands und DJs
Ort: CALEIDOSPHERES Jena - Westbahnhof Gleis2/Ladestrasse 3

Dienstag, 22. 05. 2007
9:00Uhr - 11.00Uhr: Fortsetzung der Diskussion im Schillergässchen 5, Jena
12.00Uhr: Kundgebung am Holzmarkt in Jena
15.00Uhr: Abfahrt von Jena nach Freienbessingen - Sonderhausen
16.00Uhr: Freienbessingen - Kundgebung mit Speaker's Corner und Live-Konzert

Kontakt: The VOICE Refugee Forum Jena Schillergässchen 5, 07745 Jena,
Tel.: ++49 (0) 3641 - 6652 14; Tel. Mobil/Handy: + + 49 (0) 176 24568988;
Fax: ++49 (0) 3641 - 420 270
Information @ http://thevoiceforum.org
Aufruf für die KARAWANE-TOUR vom 19.Mai bis zum 4. Juni 2007
wir sind hier, weil ihr unsere länder zerstört
solidarität gegen abschiebung
für eine welt ohne ausbeutung, unterdrückung und kriege
Deutsch:
Aufruf für die KARAWANE-TOUR vom 19.Mai bis zum 4. Juni 2007
pdf: http://thecaravan.org/files/caravan/Aufruf_Tour_07_de.pdf
English:
pdf: call for the CARAVAN tour from mai 19 to june 4, 2007
http://thecaravan.org/files/caravan/Call_Tour_07_en.pdf

Thueringen: CARAVAN 2007 TOUR - In Solidarity against Deportation
*21 - 22. 05* in Jena and Freienbessingen Refugee Camp
English & Deutsch; Programme: http://thevoiceforum.org/node/494

Spenden: Bitte spendet an: Foerderverein The Voice e. V., Göttingen, KtoNR: 127
829, BLZ: 260 500 01, IBAN: DE97 2605 0001 000 1278 29; BIC: NOLADE21GOE,
Bankinstitut: Sparkasse Göttingen. "Stichwort: Karawanetour"


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Jingle der Berliner Gruppe six hills zum Mayday 2007 in Berlin

Download mp3: http://gipfelsoli.org/rcms_repos/Texte/six_hills_jingle_070501.mp3

Was vor 2 Jahren begonnen wurde, ist gelungen. Wir können bereits jetzt auf
einen erfolgreichen Mobilisierungsprozess zurückblicken. Wir wollen hier und
heute einmal klar und deutlich aussprechen und Festhalten, dass es in den
letzten 2 Jahren einiges an Erfolgen aufzuweisen gibt. Wir haben eine breite
linke Mobilisierung auf die Beine gestellt, deren Gemeinsamkeit ist, dass sie
den globalen Kapitalismus in all seinen Ausprägungen ablehnt, bekämpft und nach
Alternativen sucht. Die Spannbreite reicht von der Ablehnung von Lohnarbeit bis
zur Forderung nach einem weltweiten Grundeinkommen.

Wir haben das Megascheißereignis G8-Gipfel in Heiligendamm zum Anlass genommen,
unsere Inhalte und Aktionen zur vertiefen und abzusprechen.
Es ist gelungen eine breiten Bogen zu schlagen: von Tagespolitischen Forderungen
hin zur Analyse und Aufklärung über das System der Verelendung. Von der
Forderung nach Ernährungssouveränität zu migrationspolitischen Kämpfen.
Hey, Na klar : Ums Ganze und um viele tagespolitische Kämpfe: es ging und geht
uns um die grundlegende Kritik an Kapital und Staat, Wir wollen eine radikale
Kritik am System der Zweigeschlechtlichkeit und patriarchaler Verhältnisse,
Analyse und Aufklärung über das System der Verelendung mit 30 Millionen
Armutstoten jährlich, wir setzen Antimilitarismus auf die Tagesordnung und wir
denken: selbst eine noch so kleine Blockade des Militärflughafens Laage wird
ein deutliches linksradikales Ausrufezeichen sein.
Es ist nicht zu der vorhergesagten Spaltung innerhalb der Mobilisierung
gekommen. Auch eine inszenierte sogenannte Gewaltdebatte hat dies nicht
geschafft Die Anerkennung der jeweils unterschiedlichen Aktionsformen ist
geblieben.
Wir werden mit einem breiten linken Bündnis in Heiligendamm und Umgebung
auftauchen. Wir haben es geschafft, dass sich die Regierungschefs hinter einem
Zaun und dem größten Polizeiaufgebot verstecken müssen, dass dieses Land je
gesehen hat.
Widerstand ist gerechtfertigt und verdammt notwendig, auch wenn aktuell
politischen Gefangenen gesagt wird, dass sie im Knast schmoren dürfen, wenn sie
dieses System weiter ablehnen. Daher sind die monatelangen gemeinsamen
Diskussionen, Begegnungen, Aktionsvorbereitungen, Streits und solidarischen
Aktionen so wichtig
Wir werden über Heiligendamm hinaus an unserer gemeinsamen Perspektive und
unserer Kooperation arbeiten müssen, denn wir haben mehr als einen Zaun und
eine rote Zone zu überwinden.
Die weltweiten Verhältnisse nachhaltig zum Tanzen bringen!
Kapitalismus abschaffen G8 blockieren Herrschaft weltweit beenden

[six hills berlin]


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Göttingen ist nicht Heiligendamm, uns doch egal!

Am 19. Mai wollen wir mit euch gemeinsam in Göttingen gegen den Kapitalismus und
all die damit verbundenen Schweinereien demonstrieren. Die zeitliche Nähe zum
G8-Gipfel in Heiligendamm ist dabei kein Zufall, aber auch nicht alleiniger
Grund. Das wir kurze Zeit vor dem Gipfel zum demonstrieren aufrufen soll dabei
verdeutlichen, dass es wichtig und richtig ist Protest zu artikulieren, aber
dieser nicht auf den Gipfel beschränkt sein und keineswegs dort aufhören darf.

Forderungen nach realen Lebensverbesserungen können wir natürlich etwas
abgewinnen. Allerdings sind wir der Meinung dass diese häufig nicht das
grundsätzliche Problem und damit auch die Ursache des Elends, den vermaledeiten
Kapitalismus, im Auge behalten. Bei diesem handelt es sich um ein
gesamtgesellschaftliches Verhältnis, dem alle überall unterworfen sind. Gerade
deshalb ist es nötig unsere Kritik nicht nur in Heiligendamm zu formulieren.
Wir sind davon überzeugt, dass sich dieses System nicht zum Guten wenden lässt.
Von daher geht es uns ums Ganze, was nichts geringeres als die Abschaffung des
falschen Ganzen bedeutet. Nur so lässt sich die Ausbeutung, Entfremdung und
Verdinglichung der menschlichen Existenz aufheben um stattdessen ein schönes
und selbstbestimmtes Leben für alle Menschen zu ermöglichen.

Alle reden von Heiligendamm, wir auch
Vom 2. bis zum 8. Juni findet im Luxushotel Kempinski in Heiligendamm das
Treffen der G8 statt. Vertreter und Vertreterinnen der sieben größten
Industrienationen und Russlands kommen zusammen, um was eigentlich genau zu
tun? Wenn es nur um gutes Essen und Eliteattitüde ginge, müsste sicherlich kein
Zaun gebaut werden, von dem keineR weiß, ob er der Kracher in der nächsten
"Ostalgieshow" auf Sat. 1 wäre oder nur die heimlichen Phantasien von Wolfgang
Schäuble befriedigen soll. Wenn sowohl die Herrschenden, als auch die
Protestler einen solchen Wind machen, muss richtig was im Busch sein. Zwar ist
das Thema G8-Treffen im Moment sehr häufig in den Medien, jedoch trifft das
größtenteils nicht auf das eigentliche Programm oder die genaue Funktion
solcher Treffen zu.
"Die reden über Afrika und den Klimaschutz." ist vermutlich die Antwort, die
interessierte ZeitungsleserInnen am ehesten geben würden. Ein Blick auf die
Homepage der Bundes-regierung hilft auch nur begrenzt weiter. In der dort
vorgestellten Agenda gibt es Formulierungen wie "Neue Impulse beim Austausch
über Strategien zum Abbau der globalen Ungleichgewichte", "Austausch über
Maßnahmen zur Verbesserung der systemischen Stabilität und Transparenz der
Finanz- und Kapitalmärkte" oder "Bekenntnis der G8 zur Investitionsfreiheit in
Industrie- und Schwellenländern".
Jetzt wissen wir natürlich genau was in Heiligendamm passieren wird, oder doch
nicht?
Aus diesen bedeutungsschwanger klingenden Zitaten ist vor allem eins
herauszulesen:
Das G8-Treffen ist kein Ort, an dem hauptsächlich konkrete Entscheidungen über
zukünftige Entwicklungen im Kapitalismus getroffen werden und die nächste
Sanierung der Fabrikkantine gestrichen wird. Vielmehr handelt es sich um eine
informelle Plattform, beziehungsweise ein Koordinierungstreffen zum Austausch
über Themen, die von den teilnehmenden Staaten als besonders wichtig erachtet
werden. Das Treffen der G8 ist also für die teilnehmenden Staaten ungefähr das,
was für Linke ihr WG-Talk ist, nur das es sich nicht um ein Treffen von harmlose
MitbewohnerInnen handelt, sondern um das Treffen der einflussreichsten
Industrienationen. Diese verfügen als Träger bürgerlicher Herrschaft über
ziemlich umfangreiche Gewaltapparate, um ihre jeweiligen nationalen
(Kapital-)Interessen nach Außen gegen mögliche Widerstände anderer Staaten und
Akteure durchzusetzen. Beliebte Mittel sind beispielsweise Strafzölle auf
bestimmte Waren, wie Bananen, aus anderen Ländern oder Einflussnahme durch
wirtschaftliche Regularien und politische Ausschlusskriterien, durch die
Koppelung von Vergünstigungen an Forderungen. Solche Beziehungen sind immer
Machtbeziehungen. Zwischenstaatliche Verhältnisse sind daher immer auch von
gewalttätiger Natur, trotz noch so vieler internationalen Verträge.

It's all about the game
Mitnichten handelt es sich beim Treffen der Gruppe der Acht also um eine
Schaltstelle des globalen Kapitalismus. Die Vorstellung einer solchen
Institution ist falsch. Auch wenn beispielsweise die Strukturprogramme der
Weltbank IWF deutlich mehr Einfluss haben, als die Koordinierung der G8, so ist
trotzdem nicht von einem Regierungsorgan zu sprechen. Vielmehr werden hier
Regulierungsfunktionen wahrgenommen.
Der Kapitalismus, als Ganzes, besitzt keine Planungsinstanz, sondern
funktioniert über nichtpersonale Herrschaft und die Gesetze des Marktes, als
stummer Zwang der Verhältnisse.
Zwar gibt es Personen, beispielsweise Unternehmer für Sahnetorten, die mehr
Macht als andere haben, allerdings besitzen sie diese Macht nur, wenn sie als
Charaktermasken des Kapitals dessen Akkumulation vorantreiben. Das geschieht
durch die "Anwendung" von vorher angeworbenen Arbeitskräften zur
Mehrwertproduktion und damit zur Profitmaximierung. So kauft unser Unternehmer
für Sahnetorten Arbeitskräfte, denen er die notwendigen Utensilien zur
Herstellung von Sahnetorten zur Verfügung stellt. Die ArbeiterInnen produzieren
einen Wert, der über dem ihrer eigenen Arbeitskraft liegt, den Mehrwert. Die
hergestellten Sahnetorten werden als Waren verkauft um so den produzierten
Mehrwert zu realisieren.
Die meisten Menschen müssen ihre Arbeitskraft genau zu jenem Zwecke der
Mehrwertproduktion verkaufen, um sich gesellschaftlich reproduzieren zu können.
Das eigene Überleben ist an die Unterwerfung unter die kapitalistischen
Verkehrsformen, wie Lohnarbeit, Warentausch und bürgerliche Staatlichkeit- mehr
in Westeuropa und den USA und weniger in Teilen des Trikont- geknüpft. Das gilt
beide Seiten des Kapitals, also die Kapitalisten, als auch die ArbeiterInnen.
Sowohl die ArbeiterInnen, als auch die Kapitalisten üben also gesellschaftliche
Funktionen des Kapitals- das als automatisches Subjekt funktioniert- aus und
folgen nicht primär ihrem eigenen Willen, sondern gesellschaftlichen
Strukturen, auch wenn es verlockender scheint, Kapitalist anstatt Arbeiter zu
sein. Zudem werden die gesellschaftlichen Machtpositionen ideologisch noch
überhöht und als eigentliche Orte der Reichtumsproduktion verklärt. Deshalb
habe die Gesellschaft den Bedürfnissen des Kapitals stets nachzukommen. Eine
Einschränkung der Bedürfnisse des Kapitals erscheint vom kapitalistischen
Standpunkt aus als genauso unmoralisch und verwerflich, wie es dem reaktionären
Kardinal Mixa erscheinen muss, wenn Frauen arbeiten oder- Gott bewahre-
Homosexuelle einander sogar heiraten können.

Der Gedanke etwas nicht zu riskieren ängstigt mich zu Tode
Wenn also der Kapitalismus ein gesellschaftliches Verhältnis nichtpersonal
vermittelterer Herrschaft ist, dann kann es auch nicht den richtigen oder den
falschen Ort geben um seine Aufhebung zu propagieren. Theoretisch ist der eine
Ort so gut wie der andere und genauso der Termin. Der G8-Gipfel ist allerdings
ein gesellschaftliches Event, in dessen Vorfeld auch immer über den Protest
dagegen gesprochen wird. Außerdem ist davon auszugehen, dass rund um G8 das
Interesse an radikaler Kapitalismuskritik größer als im sonstigen Alltag ist.
Angesicht des alltäglichen, weltweiten Elends regte sich seit Ende der 1990er
Jahren zunehmend Protest, der seit dem vornehmlich bei internationalen
Großevents wie etwa den G8-Gipfeln anzutreffen ist. Begleitet wurden die
Mobilisierungen auch immer von Debatten um den Kapitalismus. Auch wenn sich die
Kritik der No-Globals meistens auf Neoliberalismus oder angeblich falsche
Politik bezieht und Sozialstaatsromantik betrieben wird, so zeichnete sich
erstmals seit dem Ende des Kalten Krieges wieder eine größere Aufmerksamkeit
für grundsätzliche Kapitalismuskritik ab. Diese Entwicklung stellt eine
Selbstreflexion der bürgerlichen Gesellschaft dar und konfrontiert im
wesentlichen das bestehende Elend mit den bürgerlichen Moralvorstellungen.
Dabei schwingt leider auch einiges an reaktionären Positionen und Ressentiments
mit.
So existiert zum Beispiel in der Antiglobalisierungsbewegung eine populäre Form
angeblicher "Kapitalismuskritik", die "raffgierige Kapitalisten" oder Manager
als "Blutsauger" den "ehrlichen und produktiven Arbeitern" gegenüberstellt,
wobei letztere ausgesaugt werden würden. Eine solche Aufspaltung in gutes und
böses Kapital forciert antisemitische Vorstellungen, weil sie sich Stereotype
bedient wird, die historisch als eindeutig "jüdisch" halluziniert werden.
Ein anderes häufig auftretendes Phänomen ist der Antiamerikanismus. Die Warnung
vor "heuschreckigen Finanzunternehmen" und Hedgefonds, wie es zum Beispiel
Franz Müntefering betrieben hat oder die Warnung vor der angeblichen
allegemeinen Skrupellosigkeit amerikanischer Konzerne schürt das Ressentiment
gegen Amerika. Beliebt ist auch die Idealisierung von kleinen Betrieben, als
"nicht so kapitalistisch" gegenüber "hochkapitalistischen", meist als
amerikanisch ausgemachten, Großkonzernen. Häufig wird die Frontstellung eines
"raubtierkapitalistischen Amerikas" gegen ein "soziales und friedliches Europa"
beschworen, um letzteres schließlich als den besseren Kapitalismus dazustellen.
Dabei ist es auch relativ egal, wie die Realität in Europa aussieht, wichtig
ist nur das positive Identifikationsangebot. Dies dient der Konstruktion einer
deutsch-europäischen Identität.
Die mediale Aufmerksamkeit bei Anlässen, wie G8-Gipfel in Heiligendamm stellt
aber trotzdem auch eine bessere Ausgangssituation für linksradikale
Kapitalismuskritiker dar. Auch wenn diese Aufmerksamkeit nicht überschätzt
werden sollte, gilt es diese Chance nicht ungenutzt zu lassen- gerade aus der
marginalisierten Position der radikalen Linken heraus. Wäre die radikale Linke
mehr in einer Position der gesellschaftlichen Stärke, wären wir nicht auf den
Medienrummel rund um Events wie G8-Treffen angewiesen, sondern könnten Ort und
Zeit der politischen Auseinandersetzung häufiger selbst bestimmen.
Wenn es aber an sich keinen richtigen und keinen falschen Ort gibt, dann wäre es
fatal sich nur auf den Gipfel Anfang Juni oder allenfalls die dazugehörigen
Ministertreffen, wie zum Beispiel in Potsdam, zu beschränken. Das hieße den
G8-Gipfel oder ähnliche Veranstaltungen zu überhöhen und tatsächlich zu einer
Schaltstelle des globalen Kapitalismus, beziehungsweise zum Urheber aller
negativen Folgen des Kapitalismus, zu verklären.
Marketing für den Kommunismus und vor allem praktischer Widerstand gegen die
alltäglichen Zumutungen im Kapitalismus muss immer und überall geleistet werden
und kann sich auch nicht auf Rumjammern per Web 2.0 beschränken.
Aus diesem Grund wollen wir bereits im Vorfeld zu Heiligendamm in Göttingen
demonstrieren um der Totalität des Kapitalismus praktisch Rechnung zu tragen
und zu zeigen, dass sich linke Aktivitäten in Göttingen zu G8 nicht auf den
tatsächlichen Gipfel beschränken:
Göttingen ist nicht Heilligendamm, uns doch egal!

Der Staat...
Als Souverän wird der alleinige Inhaber der gesellschaftlich anerkannten und
damit legitimen Herrschaft bezeichnet. In den heutigen
bürgerlich-demokratischen Gesellschaften wird die Gesamtheit der Bevölkerung
eines Staates- im deutschen als "Volk" bezeichnet- als Inhaber der Souveränität
angenommen. Entsprechend lautet die rechtstheoretische, deutsche Formel: "Alle
Staatsgewalt geht vom Volk aus". Allerdings werde die Souveränität nicht
direkt, sondern mittels parlamentarischer Repräsentation ausgeübt. Wenn von
Souverän gesprochen wird, ist damit die anerkannte Institution der
"Volksvertretung", die Regierung, gemeint, die die Staatsgewalt inne hat.
Auf der gesellschaftlichen Ebene ist es die Aufgabe des staatlichen Souveräns
die Konkurrenz unter den Warenbesitzern, als dominante Form gesellschaftlicher
Vermittlung, in gesetzliche Bahnen zu lenken.
So wie der Schiedsrichter beim Eishockey dafür zu sorgen hat, dass die ganze
Veranstaltung nicht komplett aus dem Ruder läuft. Als wesentlichen Funktionen
des Staates werden dementsprechend häufig die Garantierung von "Ruhe und
Ordnung und die Stiftung von Gemeinschaftlichkeit genannt. Seine Aufgaben
erfüllt der bürgerliche Staat mit Hilfe seines Gewaltmonopols und seiner
ideologischen Legitimierung, indem er dafür Sorge trägt, dass die bürgerliche
Eigentumsordnung, die Akkumulation von Kapital und der freie Warentausch ohne
Störungen vonstatten gehen können. Deshalb geht er potentiell gegen alle vor,
die den reibungslosen Ablauf der Verwertung des Werts, der Mehrwertproduktion,
behindern oder behindern könnten. Weil der Staat den Frieden bewahren würde,
wurde und wird seine Rolle in der Vergangenheit und Gegenwart immer wieder als
nötig und positiv aufgefasst.
Analogien des Souveräns mit einem Familienvater, als einer vermeintlich
"natürlichen Autorität", waren früher besonders gut dazu geeignet, den
positiven Bezug der Untertanen mit ihrem Fürsten zu begründen. Heute soll der
Souverän nicht mehr als Vater, sondern als Repräsentant aller Staatsbürger und
deren Vertreter gelten. Nicht Unterwerfung unter eine fremde Macht, sondern
Identifikation mit dem Souverän lautet nun die Devise.
International auf der Staatenebene kann keine vergleichbare Institution, wie
eine supranationale Regierung, existieren. Hier leben nämlich nicht Menschen in
einem gesellschaftlichen Kontext miteinander, die und auch ein Interesse am
gesellschaftlichen Zusammenschluss haben. Stattdessen treffen Nationalstaaten
aufeinander, deren wesentliche Funktionsbestimmung als ideelle
Gesamtkapitalisten, die Durchsetzungen ihrer nationalen Interessen, ist.
Nichtkapitalistische Momente und Strukturen, wie zum Beispiel Familien oder
soziale Milieus, egal ob tendenziell emanzipatorisch oder reaktionär, die für
den gesellschaftlichen Zusammenhalt unabdingbar sind, sind auf der Ebene der
Staaten so nicht vorhanden.
Dementsprechend kann auch das Verhältnis von Staaten zueinander nicht mit dem
von bürgerlichen Individuen zueinander gleichgesetzt werden. Von ähnlichen
Vorstellungen gehen zum Beispiel Leute auf, die eine solidarische Gesellschaft,
einen fairen Wettbewerb oder einen gerechten Umgang unter Staaten einfordern,
ohne ein Wort über die grundsätzliche Logik des Kapitalismus und bürgerlicher
Staaten zu verlieren.
Die am G8-Gipfel teilnehmenden Staaten sind aufgrund ihrer ökonomischen und
welt-politischen Machtspositionen besonders gut dazu in der Lage ihre
jeweiligen Interessen und bevorzugten Konzepte, zum Beispiel im Hinblick auf
die Entwicklung in Afrika, durchzusetzen. Am besten geht das, wenn sie
untereinander ihre Interessen auf mögliche Übereinstimmungen abstimmen und
mögliche Konflikte und Krisen unterbinden können. Die Folgen der
internationalen kapitalistischen Konkurrenz wie Kriege, Ausbeutung,
Umweltzerstörung, etc. sind dabei nicht mehr zu ignorieren, obwohl der
ideologische Anspruch der bürgerlichen Gesellschaft kapitalistische
Glückseligkeit und allgemeinen Wohlstand durch die kapitalistische
Wirtschaftsform verkündet. Deshalb wird bei Treffen wie dem G8 neuerdings
verstärkt auch die Situation der sogenannten Entwicklungsländern diskutiert.

Das Sein verstimmt das Bewusstsein
Eigentlich kommt dies einem Dementi des bürgerlichen Glücksversprechens des
Kapitalismus und damit einer strukturellen Selbstkritik desselben nahe.
Allerdings wird diese Entwicklung zu einer noch effektiveren
marktwirtschaftlichen Durchdringung der betreffenden Länder umgemünzt. Ein
Mangel an kapitalistischer Ausbeutung wird dann zur Ursache der bestehenden
Missstände erklärt. So als seien ausschließlich die Taliban und Al Qaida oder
allenfalls noch ein paar egoistische Konzernmanager dafür verantwortlich, dass
sich nicht alle Menschen in Afghanistan den neuesten Mercedes oder wenigstens
einen Smart leisten können. Gleiches gilt für den Anspruch, dass Kapitalismus
dauerhaften Frieden bringen würde. [Einfügung: villeicht]
Auf der Ebene des unmittelbaren Bewusstseins ist eine solche Vorstellung
durchaus nachvollziehbar, weil hier der Kapitalfetischismus herrscht. Das
Verhältnis des Kapitalfetischismus als Gedankenform zum Kapital selber,
entspricht in etwa dem eines Schuhfetischisten zu einem paar hochhackigen
Pömps. Dem Kapital, als Ding, scheint notwendigerweise die Macht zuzukommen,
gesellschaftlichen Reichtum aus dem Nichts zu erschaffen- nur dass die
Begeisterung hier nicht sexueller Natur ist. Das zugrunde liegende
gesellschaftliche Verhältnis erscheint jedenfalls nicht mehr als ein von
Menschen gemachtes.
Das unmittelbare Bewusstsein ist notwendig falsch und in die bürgerliche
Ideologie genauso tief verstrickt, wie eine Fliege in ein Spinnennetz, nur ohne
Spinne. Wenn die bestehenden Verhältnisse nicht grundsätzlich in Frage gestellt
werden, bleiben auch die Lösungsvorschläge immanent und verkürzt. Außerdem gibt
es innerhalb des Kapitalismus nur eine Sache die schlimmer ist als ausgebeutet
zu werden, nämlich nicht ausgebeutet zu werden. Zumindest gilt das, wenn
Lohnarbeit die einzige Möglichkeit ist, sich in den bestehenden Verhältnissen
zu reproduzieren, was für die große Mehrheit zutrifft. Das ist der rationale
Kern, der geistigen Reaktionen auf, ein an sich irrationales System. Die
weltweite Etablierung kapitalistischer Wirtschaftsorganisation erscheint daher
als sinnvolle Voraussetzung für Abschaffung von Not und Elend. Jedoch zeigt ein
kurzer Blick in die Logik des Kapitalismus, wie bereits dargelegt, dass sich der
bestehende kapitalistische Reichtum nur durch die Ausbeutung von Arbeitskraft
und den Raubbau an den natürlichen Ressourcen geschaffen werden kann.
Diese kapitalistische Form der Reichtumsproduktion trennt diejenigen, die Arbeit
leisten, notwendiger Weise von den Produkten ihrer Arbeit und damit die Mehrheit
im Kapitalismus von der Möglichkeit den gesellschaftlich produzierten Reichtum
für sich zu realisieren. Materielle, gesellschaftliche, politische Ungleichheit
und Armut drücken also kein Versagen des Kapitalismus, sondern sein effektives
Funktionieren aus. Das Glücksversprechen des Kapitalismus ist an die Warenform
und Lohnarbeit gekettet und das "Glück" damit notwendigerweise verkümmert.
Allerdings besteht nicht einmal innerhalb der führenden Industrienationen, die
Möglichkeit, für die Mehrheit der Bevölkerung, das kapitalistische
kulturindustriell strukturierte "Glück" dauerhaft zu haben.

Only one solution: revolution
Auch auf Staatenebene führt die kapitalistische Konkurrenz zu unterschiedlichen
Machtverhältnissen. Historisch war beispielsweise die Ungleichheit zwischen den
westlichen Industrienationen und den Ländern der sogenannten Dritten Welt- die
ihre Wurzeln im Kolonialismus hat- nach dem 2. Weltkrieg ein wichtiger Faktor
für den wirtschaftlichen Erfolg der Industrienationen. Setzte doch die "goldene
Ära" der Nachkriegszeit in den 1950er und 60er Jahren den Zugang zu möglichst
billigen Rohstoffen voraus.
Ungleicher internationaler Tausch war und ist eine Realität. Allerdings ist es
falsch, die Kritik auf die Ungleichheit oder die mächtigen Staaten zu
reduzieren. Denn trotz aller gegenteiliger Behauptungen entspricht es der Logik
von Nationalstaaten, jegliche Vorteile in der Staatenkonkurrenz auszunutzen,
auch wenn diese durch internationale Verträge, Abmachungen und Institutionen
begrenzt wird. Sowohl die mächtigeren Staaten, als auch die weniger mächtigen
Staaten, sind also der Logik der internationalen kapitalistischen Konkurrenz
unterworfen, die im Prinzip unabhängig von ihren einzelnen Willen funktioniert;
unabhängig im Prinzip, weil die Gestaltung der Rahmenbedingungen der Konkurrenz
letztlich von dem Handeln der Gesamtheit der Staaten abhängt.
Antikapitalistische Kritik und Praxis darf bei aller Notwendigkeit, das
alltägliche Elend zu bekämpfen, nicht die Kritik der herrschenden Unvernunft
des falschen Ganze, mit dem Namen Kapitalismus außer Acht lassen. Vor allem
muss sie die systematische Logik des Kapitals ins Visier nehmen. Ebenso wenig
darf auf die Kritik an reaktionären Ideologien wie Rassismus, Sexismus,
Antisemitismus oder Nationalismus u.ä. verzichtet werden. Denn erst die
Verbindung von alltäglichen Kämpfen mit radikaler Kritik kann die Möglichkeit
einer Emanzipation von Staat, Nation und Kapital eröffnen. Aus diesem Grund
beteiligen wir, die redical [M]- antifaschistische Gruppe Göttingen, uns an dem
bundesweiten Ums-Ganze-Bündnis linksradikaler Gruppen. Dieser Zusammenschluss
ist der Auffassung, dass es nicht reicht verschiedene einzelne
Verbesserungsforderungen oder -vorschläge aufzustellen, so dringend notwendig
und berechtigt sie auch sind. Ohne dabei das unmittelbare Elend aus Blick und
den Bezug zu den alltäglichen Kämpfen zu verlieren, ist es aber auch notwendig,
die Skandalisierung des Kapitalismus als unvernünftigen und falschen Ganzen zu
betreiben.
Dafür gilt es tagtäglich einzutreten und auch auf die Straße zu gehen, wie
bereits in Berlin am 30. April, in Göttingen am 19. Mai, in Rostock am 2. Juni
und bei jeder sich bietenden Gelegenheit. In diesem Sinne

Fight the G8-summit, Smash capitalism,
Everywhere, Every time
Für den Kommunismus

Redical [M]
Mai 2007

[http://www.puk.de/redicalm/stuff2/aufrufgoettingen1905.htm]


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G8 Gipfel - Wird Bad Doberan doch abgeriegelt?

Die Anzeichen, dass die Kreisstadt Bad Doberan für die Dauer des G8-Gipfels doch
mit massiven Absperrungen zu rechnen hat, verstärken sich immer mehr.

So hat ein Polizeisprecher am Freitag auf einem Infostand der Polizei
Mecklenburg-Vorpommern auf dem Doberaner Marktplatz zum ersten Mal davon
gesprochen, dass alle Bürger mit Zweitwohnsitzen in Bad Doberan unbedingt ihren
Meldeschein des Einwohnermeldeamt mit sich führen sollten, da Zweitwohnsitze
nicht in den Personalausweis mehr eingetragen sind. Hinzu kommt, dass alle die
in Bad Doberan arbeiten, aber außerhalb wohnen, eine Bescheinigung des
Arbeitgeber mit sich führten sollten, mit welcher bestätigt wird, dass und wo
man in Bad Doberan arbeitet. Seit einigen Tagen dementieren Polizeisprecher
eine mögliche Absperrung von Doberan nicht mehr so deutlich wie noch vor
Wochen. Der jetzt gängige Sprachgebrauch lautet, es sei mit massiven
Einschränkungen der Einwohner von Bad Doberan zu rechnen. Ursprünglich wurde
lediglich von temporären Einschränkungen gesprochen. Sicherheitsexperten hatten
immer wieder erklärt, dass ein schlüssiges Sicherheitskonzept für den G8 Gipfel
ohne die Absperrung von Doberan eigentlich undenkbar sei. Allerdings würde eine
vorher angekündigte Absperrung von der Kreisstadt politisch schwer durchzusetzen
sein, daher ist davon auszugehen, dass man erst wenige Tage vor dem G8 Gipfel
eine Absperrung der Kreisstadt verkünden wird. Als Begründung könnten die
Polizeibehörden eine besondere Lage angeben,hieß es. Auch gegenüber dem NDR
Rostock bestätigte ein Polizeisprecher die Tatsache, dass Bürger mit
Zweitwohnsitzen in Bad Doberan unbedingt die Meldebescheinigung mit sich führen
sollten. Wer einen Besuch Doberans für die Dauer des G8-Gipfel plant, sollte
diesen lieber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, hieß aus
Polizeikreisen.

[http://www.mvregio.de/mvr/35337.html]


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Kreative Aktionswerkstatt für den G8-Protest
*go.stop.act*
*Politisches Aktionstheater, Großpuppentheater und mehr*

16. - 20. Mai 2007 (Himmelfahrt) in Verden

mit den Theatermachern und Aktionstrainern Till Baumann, Harald Hahn und Marc
Amann

Die Aktionswerkstatt go.stop.act dient der Vorbereitung auf kreative Proteste
gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007. Während fünf Tagen im Mai
2007 dreht sich alles um die Entwicklung und Durchführung kreativer
öffentlicher Aktionen mit Theater- und Performance-Elementen. Ziel ist dabei,
AktivistInnen in der Entwicklung und Durchführung kreativer Aktionen zu
unterstützen sowie mit den Anwesenden eine oder mehrere konkrete Aktionen für
den Protest gegen den G8-Gipfel zu entwickeln.

*Bausteine der Aktionswerkstatt:*

" Großpuppentheater und -paraden (Schwerpunkt 1)
" Politisches Aktionstheater (Schwerpunkt 2)

 - Bildertheater
 - Maschinenbau
 - Zeitungstheater
 - Stop & Go
 - Rhythmus
 - Spektakel/Prozessionen und Skulpturenparks

Außerdem werden andere kreative Aktionsformen kurz vorgestellt bzw. ausprobiert,
z.B.

 - Radical Cheerleading und Aktions-akrobatik
 - Rhythmus mit vielen Leuten
 - Flash Mobs
 - Stelzenlauf

....sowie inhaltliche Einführungen und Diskussionen zu G8 und Gipfelprotesten,
zu kreativen Aktionsformen sowie praktische Tipps und Erfahrungen zu
Edelsteinen und Stolpersteinen für kreative Aktionen im öffentlichen Raum.

*Zeit und Ort:*
über Himmelfahrt 2007 (16. - 20. Mai, ca. 3 Wochen vor G8) in Verden

*Trainer:*
Marc Amann ist Herausgeber und Autor, Harald Hahn und Till Baumann sind
Mitautoren des Buches go.stop.act! Die Kunst des kreativen Straßenprotests,
Trotzdem Verlagsgenossenschaft, Frankfurt/M. 2005.
www.go-stop-act.de - www.trojaspuppenkiste.de - www.harald-hahn.de -
www.tillbaumann.de

Veranstalter: Bewegungsakademie e.V. in Kooperation mit Attac Deutschland

*Mehr Infos und Anmeldung:* www.bewegungsakademie.de

Dipl. Pol. Rasmus Grobe
Bewegungsakademie e.V.
-Lernen in Sozialen Bewegungen-
Artilleriestr. 6
27283 Verden
Tel.. 04231-957.516
Fax: 04231-957.400E-Mail: grobe at bewegungsakademie.de
Web: www.bewegungsakademie.de


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40 Years is Enough!
Six Days of Action against the Occupation of Palestine - June 6-12 2007
Global Day of Action - June 9 2007

Kibush 40 coalition - http://www.kibush40.org
 The second week of June will mark forty years since the occupation of the West
Bank and Gaza in the 1967 Six Day war. This is now the longest enduring
military occupation in the world. While the Israeli government evades
negotiations that would end the occupation and lead to a just peace, the lives
of Palestinians continue to be crushed daily by closures and economic
strangulation, their land confiscated for settlements and their communities
made into prisons by the Segregation Wall.

At the same time, violence in the region continues to supply ideological fuel
for the G8 governments in their 'War on Terror', explicitly declared as a
never-ending, pre-emptive global war which justifies erasing civil liberties,
supporting oppressive regimes, and attacking refugees and migrants. We are all
victims of this war: in Palestine and Israel , in Iraq and in Colombia , in
Germany and in the U.S.A.

With the occupation at forty it should be clear to all that its forceful
hegemony cannot be resisted by established political means alone. This is both
morally insufficient and doomed to practical failure. As a strategic and
practical alternative, the "Occupation 40" coalition is calling for six days of
actions to mark forty years of occupation, on June 6 to 12 2007. A Global Day of
Action has also been called on June 9.

The coalition is a democratic and non-hierarchical action platform of grassroots
Israeli groups and organizations. Peace organizations, artists, students'
groups, internal refugees, anarchists, animal rights activists, communists and
individuals participate in this initiative. The six-day convergence in Israel
will include demonstrations, direct actions, discussions and cultural events.

This is a call-out for international direct actions against the occupation on
June 6-12. We call in particular for actions against corporations profiting
directly from the occupation that publicly shame them and/or cause them
economic damage. Information on corporations involved with the occupation is
available from http://www.boycottisrael.co.uk and many other sources, including
a recent report by War on Want available at
http://www.waronwant.org/download.php?id=443.

We hope that actions will be organized to be decentralized and trust them to the
initiative and self-organization of affinity groups around the world.These days
of action fit well into this summer's international action calendar:

• June 5 - An international day of action against militarization, wars and
occupations, in the run-up to the G8 summit in Germany .
• June 6-8 - Protests against the G8, with the participation of Palestinian and
Israeli activists and Palestine Solidarity groups from around Europe .
• June 6-12 - 6 days of action against the Occupation, in Palestine/Israel and
Internationally
• June 9 - Rally in London , Global Day of Action Against the Occupation
• June 10-11 - Protest, teach-in and lobby in Washington DC

Please distribute this call widely, and please organise for action with your
groups and networks. We can use this symbolic moment to hit out at those who
benefit and profit from the pain and despair in Palestine , and to send the
Israeli and G8 governments a message they cannot ignore.

Kibush 40 Coalition:

Anarchists Against the Wall - http://awalls.org
Coalition of Women for Peace - http://coalitionofwomen.org
Gush Shalom - http://gush-shalom.org
Hadash - http://hadash.org.il/
Indymedia Israel - http://israel.indymedia.org
Israeli Committee Against House Demolitions - http://icahd.org/
Machsom Watch - http://machsomwatch.org
Ta'ayush - http://taayush.org
Zochrot - http://nakbainhebrew.org

International links:

Campaign to End the Israeli Occupation (USA) - http://endtheoccupation.org
Campaign Against Israeli Apartheid ( Canada ) - http://caiaweb.org
Enough Coalition ( UK ) - http://www.enoughoccupation.org