[Gipfelsoli Newsletter] Genua -- Heiligendamm

Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe gipfelsoli-l at lists.nadir.org
Do Apr 12 17:13:43 CEST 2007


- Sechs Jahre nach Genua
- Kurzaufruf zu einer Demo am 13.04.2007 in Rostock
- Stellungnahme einiger Attac-KoKreismitglieder zur Debatte um Aktionsformen
- HH: Sinn und Unsinn zu Gast in der Flora
- Antisexistische Praxen - die Konferenz 5.+6.Mai und Ansprechgruppe
- Neue Broschüre | G8: Deutung der Welt. Kritik. Protest. Widerstand.
- Statements, Filme & Bar zum G8 am 28.4.07 im HAU (Berlin)
- Neuer Antiberliner #11 erschienen
- Spektakulaer gescheiterte Genfeld-Besetzung in Groß Luesewitz

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*Sechs Jahre nach Genua*

Vorstellung des neuen Films "OP - Öffentliche Sicherheit und Ordnung" zur
politischen Rekonstruktion des G8-Protests in Genua [Segretaria Legale Genova,
April 2007].

*SAMSTAG, 14. APRIL, CONVERGENCE CENTER, ROSTOCK, 20.00 UHR*

Anhand der unermüdlichen Aufarbeitung der Ereignisse in Genua durch
Medien-AktivistInnen können wir einen Blick werfen auf die Proteste vor nunmehr
6 Jahren. Im Rahmen der Mobilisierung nach Heiligendamm lassen sich spannende
Rückschlüsse ziehen aus den Erfahrungen in Italien.

Die Diskussion dreht sich vor allem um
- wie wurde das Thema "Militanz" in der 2jährigen Vorbereitung des Genoa Social
Forum behandelt?
- worin lag der Erfolg des Massenprotests in Genua?
- welche gesellschaftlichen Themen konnten nach dem G8 besetzt werden?
- welche Auswirkungen hatte die Repression auf die globalisierungskritische
Bewegung?
- "Von Genua nach Heiligendamm?" - geht das?

--
*OP - Öffentliche Sicherheit und Ordnung*

Der neue Film "OP - Öffentliche Sicherheit und Ordnung" des Rechtshilfebüros in
Genua, "Segreteria Legale", ist eine Erweiterung des Films "Recht auf Notwehr"
von 2005, der vor allem den Angriff der Carabinieri auf die Demonstration der
Tute Bianche am Freitag, den 20. Juli 2001 dokumentiert. Die Ereignisse wurden
im Rahmen der Verteidigung von 25 italienischen AktivistInnen rekonstruiert,
die gemeinsam in einem Verfahren mit 8-15 Jahren Haft bedroht sind. Ihnen wird
'Verwüstung und Plünderung' vorgeworfen. Einige von ihnen haben am Freitag mit
den Tute Bianche demonstriert.

Unter Verwendung von Videoaufnahmen und Mitschnitten des Polizeifunks wird u.a.
gezeigt, dass die Kommunikation und Koordination zwischen Carabinieri (Militär)
und Polizei völlig chaotisch war - trotz offensichtlich anders lautender Befehle
blockieren die Carabinieri den angemeldeten Weg der Demo. Im Film ist auch zu
sehen, dass CS-Gas eingesetzt wird, was zwar im Kriegsfall verboten, bei
Demonstrationen hingegen erlaubt ist. Erst durch die mühsame Recherche der
AnwältInnen und des Teams der Segreteria Legale wurde bewiesen, dass die
Polizei illegale Schlagstöcke eingesetzt hat und auch mit hoher Geschwindigkeit
direkt in die Demo gefahren ist.

Der neue, erweiterte Film zeigt nun, dass es im Laufe des Tages weitere Angriffe
der Ordnungskräfte gab. Direkte Folge eines dieser Angriffe ist die Ermordung
von Carlo Giuliani.

Es gab den ganzen Freitag über heftige Auseinandersetzungen; Ziel der
Verteidigung ist, zu beweisen, dass die DemonstrantInnen von ihrem legitimen
Recht auf Notwehr Gebrauch machten.

Die Frage, die am Ende des Films offenbleibt, ist: war es 'nur' das Chaos
innerhalb der Polizei(-führung), oder ein gezielter Wille zur Repression, die
zu den Gewaltexzesse der Polizei in Genua geführt haben?

[SupportoLegale Berlin | Gipfelsoli Infogruppe]


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Kurzaufruf zu einer Demo am 13.04.2007 in Rostock unter dem Motto: "Papiere für
alle - Abschiebemaschinerie stoppen!"

Start: 16 Uhr/Hauptbahnhof Rostock. Abschlusskundgebung: Nikolaikirche (In der
Nikolaikirche findet die Auftaktveranstaltung der G8-Aktionskonferenz statt)

Alle kennen sie: die Bilder von schiffbrüchigen Flüchtlingen und angeschwemmten
Leichen, etwa an den Ferienstränden der Kanarischen Inseln. Flüchtlinge und
MigrantInnen brechen auf, weil sie auf der Suche nach einem besseren Leben sind
- einem Leben in Würde und Selbstbestimmung, in Sicherheit und unter
Existenzbedingungen, die nicht nur vom Allernotwendigsten geprägt sind. Oder
umgekehrt: Sie brechen auf, weil ihre Existenzgrundlagen zerstört werden, weil
sie sich vor Krieg und Diktatur oder sexistischer Verfolgung in Sicherheit
bringen müssen.

Und dennoch: Europa lässt nichts unversucht, zwischen erwünschten und
unerwünschten Flüchtlingen bzw. MigrantInnen zu unterteilen: Flüchtlinge sollen
nach Möglichkeit gar nicht erst kommen, und schaffen sie es doch, droht früher
oder später Abschiebeterror. Demgegenüber werden papierlose ArbeitsmigrantInnen
stillschweigend akzeptiert: Sie stellen die Mehrheit derer, die sich zu
miesesten Bedingungen und ohne Kranken-, Arbeitslosen- oder Rentenversicherung
im Niedriglohnsektor verdingen, ob auf dem Bau, in der Landwirtschaft, im
Reinigungsgewerbe, in der Sexindustrie oder in den Privathaushalten der Mittel-
und Oberschichten.
Genauso wenig unternimmt Europa irgendwelche Anstrengungen, einen Beitrag zur
Verbesserung der Situation in den Herkunftsländern vieler Flüchtlinge und
MigrantInnen zu leisten. Das kann nicht verwundern, denn es sind ja nicht
zuletzt die reichen Industrieländer selbst, deren Politik direkt oder indirekt
verantwortlich für Hunger, Vertreibung oder Krieg ist: Beispielhaft erwähnt
seien die EU-Fangflotten, welche die Gewässer Westafrikas leer fischen und so
die Existenzgrundlagen unzähliger Fischerfamilien z.B. im Senegal oder in
Mauretanien zerstören. Oder die EU-Agrarsubventionen, mit denen europäisches
Hühnchenfleisch zu Dumpingpreisen überall in Westafrika losgeschlagen wird;
allein in Kamerun sind hierdurch über 100.000 Kleinbauern und -bäuerinnen in
den Ruin getrieben worden. Oder die Schürf- und Abbaurechte wichtiger Rohstoffe
wie Gold, Kupfer oder das (für die Handy-Produktion unentbehrliche) Coltan. Im
Kongo hat um die Kontrolle dieser und weiterer, vor allem in den
Industrieländern verarbeiteter Rohstoffe zwischen 1998 und 2002 ein grausamer
Krieg getobt; etwa 4 Millionen Menschen sind damals ums Leben gekommen.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sehen sich Flüchtlinge mit massiver Entrechtung
konfrontiert. So ist es zwar nach jahrelangen Protesten gelungen, die
Schließung der berühmt-berüchtigten (mitten im Wald gelegenen) Dschungelheime
durchzusetzen, dennoch hat Mecklenburg-Vorpommern nicht von seiner Praxis
abgelassen, Flüchtlinge in Lagern zu isolieren, zu demütigen und zu zermürben -
noch nicht einmal vor einer Unterbringung in Containerlagern wird
zurückgeschreckt wie etwa derzeit in Stralsund. Hinzu kommt die ständige Angst
vor rassistischen Übergriffen, nicht zufällig spricht der Opferhilfeverein
LOBBI e.V. von einer "deutlichen Zunahme rechter Gewalt seit den
Landtagswahlen" im September 2006.
Auf der anderen Seite geraten Flüchtinge in Mecklenburg-Vorpommern so wie
überall in Deutschland immer stärker unter Abschiebedruck. Erst vor zwei Wochen
wurden z.B. Dutzende Flüchtlinge mitten in der Nacht aus ihren Bitten gerissen
und von der Polizei zu ihren (vorgeblichen) Botschaften gefahren. Ihnen sollten
dort Reisepapiere zum Zwecke der Abschiebung ausgestellt werden. Viele
Flüchtlinge sind untergetaucht und somit aus Sicht der Behörden erfolgreich
erledigte Fälle, andere sitzen seitdem in Abschiebehaft.

In zwei Monaten wird der G8-Gipfel nach Heiligendamm kommen. Antirassistische
Netzwerke werden sich an den Gegenprotesten ebenfalls beteiligen - nicht
zuletzt mit einem eigenen Aktionstag am 4. Juni in Rostock. Prinzipiell machen
wir uns für globale Gerechtigkeit stark. Konkret heißt das: Wir fordern
politische und soziale Rechte für alle Menschen weltwelt - ganz gleich ob es
sich um Erwerbslose in Mecklenburg-Vorpommern, Slum-BewohnerInnen in Sao Paulo
oder landlose Bauern und Bäuerinnen in Indien handelt. Dies umfasst auch die
Demokratisierung bzw. Abschaffung von Grenzen. Denn jeder Mensch hat das Recht,
dort zu leben, wo immer und so lange er möchte!

Für globale Bewegungsfreiheit! Gleiche Rechte für alle

[www.nolager.de]


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Stellungnahme einiger Attac-KoKreismitglieder zur Debatte um Aktionsformen

Berlin, Weyhe, Hamburg, Verden, den 12. April 2007

Liebe Freundinnen und Freunde!

In den letzten Tagen gab es einige Stellungnahmen, in denen Attac scharf
kritisiert und das Verhältnis zu bestimmten Aktionsformen thematisiert wurde.
Anlass waren leider auch vereinzelte Äußerungen von Attac-RepräsentantInnen. in
denen MitstreiterInnen mit anderen Meinungen als "stockdumm" oder "irrational"
bezeichnet wurden.

Als Mitglieder des bundesweiten Koordinierungskreises sind wir daran beteiligt,
Positionen festzulegen, die Attac im G8-Bündnisprozess vertritt. In unserem
Netzwerk existieren zur sog. Gewaltfrage sehr unterschiedliche Meinungen. In
diesem Papier geben wir daher nur unsere persönliche Sichtweise wieder. Dabei
geht es uns vor allem darum, auf einige Punkte hinzuweisen, die unserer Ansicht
nach in der bisherigen Diskussion zu kurz gekommen sind. Wir hoffen, damit einen
Beitrag zu leisten, die Gründe für die Positionierung des
Attac-Koordinierungskreises in dieser Frage transparenter zu machen und zu
einer konstruktiven Auseinandersetzung beizutragen. Dabei warnen auch wir vor
einer isoliert geführten Gewaltdebatte. Fruchtbar kann ein solcher
Meinungsaustausch nur sein, wenn das Thema eingebettet ist in eine
weiterführende Diskussion um Strategien, wie wir politische Veränderungen
erreichen können. Über die in diesem Papier angesprochenen Fragen wollen wir
mit Euch im Rahmen der Konferenz Rostock III sprechen.

Verfolgt man die Debatte und die Vorwürfe, die uns von anderen gemacht werden,
erinnern sie stark an die Auseinandersetzung, die es in Attac bereits nach den
Ereignissen von Göteborg gab. Vieles, was damals von einzelnen in Attac gesagt
wurde, taucht auch heute wieder auf, teilweise vorgetragen von den gleichen
Personen1. Auch wenn wir selbst damals noch nicht alle im Koordinierungskreis
mitgearbeitet haben, halten wir nach wie vor die vom damaligen
Koordinierungskreis herausgegebene Erklärung für lesenswert und aktuell. Darin
wurde u.a. klipp und klar als Position formuliert:
"ATTAC ist der Meinung, dass gesellschaftliche Veränderungen durch die Köpfe der
Menschen gehen müssen. Ohne die Emanzipation von ideologischer Bevormundung wird
es keine Veränderung geben. Veränderung kann deshalb auch nur demokratisch, d.h.
durch die Teilnahme vieler Menschen an gesellschaftlicher Bewegung erreicht
werden. Anders funktioniert sie nicht. An diesem demokratischen Imperativ
orientieren sich auch die Aktionsformen von ATTAC. Aktionsformen, die diesem
Ziel widersprechen und zur politischen Isolierung und moralischen
Diskreditierung der Bewegung führen, lehnen wir ab. Daraus ergibt sich, dass
unsere Aktionsformen friedlich und frei von physischer Gewaltanwendung sind.
Das schließt Aktionen zivilen Ungehorsams, wie Blockaden und begrenzte
Regelverletzungen nicht aus."2

ALB wirft uns in einem offenen Brief3 vor, dem sich mittlerweile auch die Gruppe
Avanti angeschlossen hat4, "zu glauben, durch die Beschwörung der eigenen
Harmlosigkeit sich ‚politikfähig' machen zu können, und so um ein Plätzchen am
runden Tisch der Mächtigen zu betteln." Die Gipfel-Soli-Infogruppe und das
Anti-G8-Plenum Greifswald schließen sich dem sinngemäß an, indem sie schreiben
"Wir glauben nicht, dass die AktivistInnen sich nach Demonstrationen und Camps
in Genua und Evian für Attac entschieden hatten, weil der Koordinierungskreis
gute Kontakte zu Politikern unterhält oder professionelle Pressearbeit
betreibt."5 Diese Darstellung ist ein Zerrbild von Attac bzw. des
Koordinierungskreises, das wir zurückweisen. Attac macht sehr wenig
Lobbyarbeit, weil wir skeptisch sind, ob sich damit derzeit der notwendige
Bruch mit der neoliberalen Globalisierung erreichen lässt. Wir konzentrieren
uns vielmehr auf Bildungsarbeit und politische Kampagnen.

Zur Frage von Militanz hat Jochen Stay in einer E-Mail im Zusammenhang mit
"brennenden Heuballen", die NoLager aus Bremen gerne zu "mahnenden Rauchzeichen
gegen Hunger und Armut" erklären würde "oder aber - sollte dies nicht möglich
sein" uns rät, "sich auf die Kommentierung eigener Aktionen zu konzentrieren
bzw. ganz zu schweigen"6 bereits wichtiges angemerkt: "Die Sinnhaftigkeit eines
brennenden Strohballens bemisst sich nicht darin, wie viele Kinder in der Welt
an Hunger sterben, sondern darin, wie viele Hungertote damit politisch
verhindert werden können."7 Wir können in den Aktionen, von denen sich unser
KoKreis-Kollege Pedram Shahyar auf Nachfrage im Namen von Attac in einem
Interview mit der taz öffentlich distanziert hat, keine Sinnhaftigkeit
erkennen.

Im Gegenteil halten wir sie für das von uns angestrebte Ziel einer breiten
Mobilisierung für kontraproduktiv und schädlich. In vielen Gespräch und
öffentlichen Veranstaltungen von Attac und BündnispartnerInnen haben wir immer
wieder erfahren, dass die Aussicht auf Sachbeschädigungen und Krawall viele
Menschen abschrecken, mit uns auf die Straße zu gehen.  Wir finden es auch
abwegig, aus Widerstandsaktionen in Diktaturen der "Dritten Welt"
Schlussfolgerungen für Aktionsformen in Deutschland zu ziehen.

Wir glauben zudem, dass die in der Debatte von einigen vertretene Bewertung der
Ereignisse von Göteborg und Genua falsch ist. Unsere Wahrnehmung ist, dass die
globalisierungskritische Bewegung in Schweden nach den Ereignissen von Göteborg
in eine tiefe Krise geriet, weil die Ursache für die dort zu Tage getretene
Gewalt in den Augen einer breiten Öffentlichkeit den Protestierenden
zugeschrieben wurde. Daran änderte sich leider auch später nichts, als selbst
von schwedischen Behörden durchgeführte Untersuchungen immer mehr bestätigten,
dass es vor allem die sog. Sicherheitskräfte waren, die mit unverhältnismäßiger
Gewalt gegen Protestierende vorgingen, darunter auch mit Schüssen, die einige
Protestierende zum Teil schwer verletzten.

Auch uns ist klar, und da sind die Ereignisse von Göteborg und Genua nur zwei
Beispiele von vielen, dass es naiv wäre, darauf zu vertrauen, dass staatliche
Strukturen immer demokratische Grundrechte respektieren oder sich an getroffene
Vereinbarungen halten. Der entscheidende Unterschied zwischen den Ereignissen in
Göteborg und Genua, der den nach Genua sich abermals verstärkenden Aufschwung
der globalisierungskritischen Bewegung erklärt, ist aber, dass die Bewegung in
Genua in der Öffentlichkeit als Opfer und nicht als Täter angesehen wurde. Wir
halten es deshalb für wichtig, die eigene Gewaltlosigkeit selbst aktiv in der
Öffentlichkeit herauszustellen und bei allen Aktionen, an denen wir uns
beteiligen, bestmöglich zu gewährleisten.

Kapitalismus ohne wirksame Garantierung sozial-ökologischer Rechte, wie er
derzeit in westlichen Demokratien existiert, ist eine Herrschaftsform, die auf
die aktive Zustimmung großer Teile der in ihr lebenden Menschen angewiesen ist.
Wir glauben nicht, dass diese Wirtschaftsform dadurch zum Einsturz gebracht
werden kann, dass man einzelne ihrer Symbole oder Repräsentanten angreift.
Dieser Kapitalismus schöpft seine Kraft und Beständigkeit vor allem daraus,
dass sich eine große Mehrheit immer wieder neu seinen vermeintlichen
Sachzwängen unterwirft. Dies schließt nicht aus, dass dieses System auch
Menschen ausgrenzt und unterdrückt bzw. in anderen Weltregionen nach anderen
Mechanismen funktioniert. Wer aber Alternativen zum Neoliberalismus unter den
Bedingungen, wie sie im Deutschland des Jahres 2007 herrschen, erfolgreich
durchsetzen will, der kann dies nicht einfach ignorieren.

Wer dem Gebot der Gewaltlosigkeit widerspricht, riskiert deshalb nicht nur, dass
all diejenigen nicht zu den Protesten kommen, die militante Aktionsformen
ablehnen, sondern läuft auch Gefahr, all jenen in die Hände zu arbeiten, die
unseren Protest und unsere Alternativen im öffentlichen Diskurs diskreditieren
und ausgrenzen wollen.

Deshalb halten wir es für die beste Strategie, unseren Widerstand gegen die
Politik der G8 zu leisten, indem wir Alternativen verbreiten und eine breite
und bunte Mobilisierung nach Heiligendamm auf die Beine stellen. Das ist
zugleich der bestmögliche Schutz gegen Polizeiwillkür. Erreicht werden kann das
unserer Ansicht nach vor allem dann, wenn sich alle, die nach Heiligendamm
kommen wollen, darauf verlassen können, dass von unserer Seite alles
menschenmögliche getan wird, dass die Proteste gewaltfrei bleiben. Dazu gehören
auch Aktionen des zivilen Ungehorsams, die durch einen klaren Aktionsrahmen zum
Mitmachen ermutigen. Wir unterstützen daher ausdrücklich Block G8. Wir werden
uns an den von X-tausendmalquer organisierten Bezugsgruppen beteiligen. Wir
rufen dazu auf, sich diesen  anzuschließen und sich so an Block G8 zu
beteiligen. Angesichts des organisierten Unrechts der G8 ist es angemessen und
legitim, den Gipfel gemeinschaftlich und gewaltfrei zu blockieren. Wir wollen
durch eine massenhafte Blockade des Gipfels ebenso wie die Großdemonstration,
der Alternativgipfel und die vielen anderen kreativen Aktionen dazu beitragen,
die politischen Kräfteverhältnisse in diesem Land zu unseren Gunsten zu
verschieben.


Chris Methmann
Detlev von Larcher
Stephan Lindner
Sven Giegold

1 Die damaligen Texte finden sich auf der Attac-Homepage unter
http://www.attac.de/themen/debatten/gewalt.html .
2 Das Zitat ist Punkt 5 des damals vom KoKreis vorgelegten Papiers, das sich
unter http://www.attac.de/themen/debatten/diskussionspapier_kokr010703.html
findet.
3 Der vollständige Brief findet sich unter
http://www.gipfelsoli.org/Texte/Debatte/1105.html .
4 Diese Unterstützungserklärung findet sich unter
http://www.gipfelsoli.org/Texte/Debatte/1136.html
5 Der vollständige Text findet sich unter
http://www.gipfelsoli.org/Texte/Debatte/1137.html .
6 Der vollständige Text findet sich unter
http://www.gipfelsoli.org/Texte/Debatte/1121.html .
7 Mail von Jochen Stay vom 25. März auf der Mailingliste [vorbereitungrostock]


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HH: Sinn und Unsinn zu Gast in der Flora

Am Montag den 9. April fand in der Roten Flora, Hamburg eine
Diskussionsveranstaltung der Gruppe "Sous la plage - Antigravitationistische
Linke" unter dem Titel "Sinn und Unsinn der Mobilisierung gegen den G8-Gipfel"
statt. Eingeladen waren Vertreter verschiedener linker Strömungen. Und auch
wenn keine Stühle flogen bekamen die Freunde einer guten Polemik einiges
geboten. Im folgenden ein kommentierender Bericht zu Sesselpupern und
akademischen Elfenbeintürmen,lieben Attackies und genauer Positionsbestimmung
sowie der Konfrontation mit der verdammten Realität. Game The Player,Play The
Fight,Fight the Play oder quo vadis radikale Linke?

Gekommen waren ein Vertreter der eher interventionistischen Gruppe "No G8 Kiel",
ein einzelner Vertreter des Dissent Netzwerkes/Peoples Global Action aus
Hamburg, zwei Vertreter des wertkritisch angehauchten linksradikalen "Ums
Ganze-Bündniss" aus Göttingen und Berlin, sowie ein Vertreter der
wertkritischen Gruppe 8. Mai auf Frankfurt. Etwa 300 interesierte Linksradikale
waren erschienen, soviel wie sonst wohl nur zu Partys in die Rote Flora kommen.
Das Interesse an einer kritischen Außeinandersetzung mit der Mobilisierung
gegen den G8-Gipfel war und ist ganz augenscheinlich gegeben, wie die
Veranstalter dann auch zufrieden festellen konnten.

Die live von Radio FSK übertragene Veranstaltung begann zunächst mit Input-
Referaten aller anwesenden Gruppen, in denen diese zunächst ihre Positionen
darstellten und sich zum Teil auch schon zum Thema/zur Fragestellung der
Veranstaltung äußerten. Der Vertreter der NO G8 Gruppe Kiel erzählte über die
Arbeit im Kieler Anti-G8-Bündniss,der Vertreter des Dissent Spektrums über die
Arbeit und den Entstehunsprozess des Dissentnetzwerkes, die Gruppe sous la
plage erneuerte ihre Kritik an der G8 Mobilisierung, die beiden Vertreter des
Ums-Ganze Bündnis erläuterten die Bildung ihres Bündnisses vor dem Hintergrund
der Suche nach Perspektiven für die radikale Linke jenseits von
interventionistischer Schwammigkeit und einer wertkritischen Position des
passiven Kommentierens der Situation. Durch die Geschichte des deutschen
Globalisierungsopfers, dass gegen die internationalen Konzerne und Hedgefonds
als Auswüchse eines "aus dem Rude gelaufenen Kapitalismus" wettert, dabei aber
die "vernünftige" Deutsche Wirtschaft verklärt, machte die Gruppe 8. Mai
deutlich, dass eine diffuse und verkürzte Kapitalismus- kritik in der Mitte der
Gesellschaft weitverbreitet ist.

Desweiteren bemängelte die Gruppe 8. Mai verkürzte Kapitalismuskritik, die
personalisiere und somit Herrschaftsverhältnisse verschleiere. Zwar wurde
versucht dem Dissent-Vertreter und der NO G8 Gruppe Kiel verkürzte
Kapitalismuskritik und strukturellen Antisemitismus vorzuwerfen, da diese den
Gefahren einer verkürzten Kapitalismuskritik aber zustimmten, drängte sich der
Eindruck einer tendenziell antideutschen Abarbeitung am immergleichen Thema des
strukturellen Antisemitismus in anderen Strömungen der radikalen Linken auf.
Vielleicht sollten Gruppen wie sous la plage und vor allem die Gruppe 8. Mai
lieber auf Linksparteitagen oder bei kirchlichen G8-Gegnern ihre durchaus
berechtigte, aber dem Diskussionsstand der radikalen Linken (bis auf einer
kleinen antiimperialistischen Minderheit) mittlerweile einfach nicht mehr
entsprechenden Kritik vortragen.

Als eine Vertreterin von sous la plage schließlich fragte, was denn ein Erfolg
des Anti-G8 Widerstandes wäre, war es am Vertreter von NO G8 Kiel
festzustellen, dies sei aber nun wirklich verkürzt. Im weiteren Verlauf des
Diskussion benannte er aber dann doch vorsichtig und tiefstapelnd Punkte wie
"die nationale und internationale Vernetzung" von linksradikalen Gruppen oder
die "Erfahrung einer kollektiven Widerständigkeit" - Ziel müsse es sein die
Handlungsfähigkeit der radikalen Linken zu erweitern.

Da sich die Gruppe 8. Mai laut eigenem Bekunden vor allem die Aufklärung anderer
zum Ziel gesetzt hat, kam im Verlauf der Diskussion die Frage nach der Praxis
der Gruppe 8. Mai auf. Nach einigem hin und her lamentieren man solle doch
lieber die Kämpfe der TextilarbeiterInnen in Bangladesch unterstützen, die ihre
Fabriken verwüsten und plündern und das es in Deutschland einfach keine
emanzipatorische Bewegung die man unterstützen könne gebe, folgte schließlich
das Bekenntnis, dass auch Kritik eine Praxis sei. Dem antwortete ein Vertreter
des "Ums Ganze - Bündnis,dass sich überhaupt den ganzen Abend über auffällig
oft und direkt auf Marx bezog mit dem Klassiker: "Die Waffe der Kritik kann die
Kritik der Waffen nicht ersetzen." Die Gruppe 8. Mai musste sich dennauch die
Frage gefallen lassen, wo denn eine unterstützenswürdige soziale und/oder
politische Bewegung in Deutschland herkommen solle. Wer meterhohe Ansprüche
politischer Korrektheit vor sich her trage, die erst einmal erfüllt sein
müssen, könne niemals, auch nicht politisch korrekt ohne beliebiges Mitlaufen,
in eine soziale Bewegung intervenieren. Mal wieder lag der Begriff vom
"Szeneghetto" im Raum.

Zur Sprache kamen auch die von Peoples Global Action vertreten PGA Hallmarks und
ihre Unzulänglichkeit. So kritisierte die Gruppe 8. Mai, dass sich die Hallmarks
zwar gegen Fundamentalismus, nicht aber gegen Religion an sich richten würden.
Sie prangerte an, dass kirchliche Gruppen wie bsw. das Institut für Theologie
und Politik Münster in der Interventionistischen Linken mitarbeiten würden
anstatt "auf die Fresse zu kriegen". Auf diese polemische Zuspitzung wurde mit
allgemeinem Gelächter seitens des Publikums reagiert. Die Vertreter des Dissent
Netzwerkes und die Gruppe NO G8 Kiel verwiesen im Folgenden darauf, dass es sich
bei diesen Gruppen um befreiungstheologische Gruppen handele.

In pointierter, klarer Sprache und beißender Polemik nahm die Gruppe 8. Mai
schließlich anhand von Zitaten der Promiaufrufer zur Großdemo am 2. Juni in
Rostock die Bündnispolitik der Interventionistischen Linken außeinander und
zeigte die ganz und gar nicht wiederspruchsfreie Politik der IL auf. So wies
sie darauf hin, dass beispielsweise Tatort-Schauspieler Peter Sodann die
Initiative "Halle gegen Graffiti", welche Sprayen als krank denunziert,
mitgegründet hat. Über einen anderen prominenten, Anti-G8 Aufruf-Unterzeichner
namens Lafontaine sei ja bereits genügend geschrieben worden. Bündnispolitik
sei zum bloßen Mitlaufen um jeden Preis verkommen. Doch ob linksradikale
Gruppen und ihre Aktionsformen zwangsweise dazu verdammt sind vereinnahmt zu
werden darf angesichts der aktuellen Entwicklungen bezweifelt werden. So gab es
nach den Äußerungen des Attac Bundesvorstandes eine breite Front bestehend aus
No Lager Bremen, der Antfiaschistischen Linken Berlin und dem Avanti-Projekt,
die die Äußerungen vom "friedlich-sein" in Presseerklärungen und öffentlichen
Briefen ablehnten. Diese Kritik der vorauseilenden Gewalddistanzierung, fand
denn auch ihren Niederschlag in den bürgerlichen Medien. Ein Indiz für den
bisherigen Erfolg des Konzepts der Interventionistischen Linken, die ja
gebildet wurde, um vorauseilende Distanzierungen von "Gewalt" und sonstige
Spaltungen möglichst zu unterbinden, ist auch, dass mittlerweile immer mehr
Attac Ortsgruppen den Aufruf BLOCK G8 unterschreiben, den ihr Vorstand ablehnt.
Zur allgemeinen Erheiterung bekannte der Vertreter von NO G8 Kiel freimütig,
dass man mit den Kielern Attackies durchaus reden könne. Schließlich seien
diese eher bereit sich mit einer tiefergehenden Gesellschaftskritik im
Gegensatz zum Rest der Gesellschaft überhaupt außeinanderzusetzen.

Die Gruppe sous la plage brachte nun noch die Frage des Verhältnisses von
Gipfel-Hopping zu den alltäglichen Kämpfen in die Debatte mit ein. Für die G8
Mobilisierung sei unglaublich viel Energie verwandt worden und ob der Aufwand
sich denn lohnen würde, um sich dann später am Zaun aufzureiben oder an den
Bullen abzuarbeiten. Auch das Konzept der dezentralen Aktionen, nachdem man
nicht den G8 Gipfel in Heiligendamm angreifen, sondern überall in Deutschland
Aktionen machen solle wurde in diesem Kontext erwähnt. Dies lehnten No G8 Kiel
und der Dissent-Vertreter aber ab. Diesem Konzept nach würde es wieder zur
alltäglichen Vereinzelung kommen - die Chance beim G8-Gipfel in Heiligendamm
sei doch gerade die Bündelung der Kräfte durch die breite Mobilisierung. Und
schließlich solle der G8 Gipfel ein Schritt hin zu einer erweiterten
Handlungsfähigkeit und einem Ausbruch aus der Marginalisierung der radikalen
Linken sein. Dies würde die alltäglichen Kämpfe weitaus mehr stärken als eine
"weiter wie bisher"-Politik. Die Gruppe sous la plage erneuerte daraufhin ihre
Kritik und fragte besorgt nach den Perspektiven "für danach". Der Dissent
Vertreter verwies dazu auf bereits feststehende Folgetreffen des Dissent
Netzwerkes und auf ein geplantes Grenzcamp in der Ukraine.

In der abschließenden Diskussion mit dem Publikum war dieses dann zunächst etwas
sprachlos, brachte sich dann aber in die Debatte ein. Vertreter der
Interventionistischen Linken von Avanti-Projekt undogmatische Linke nutzten die
Gelegenheit zur Intervention und machten sich Luft, weil sich bei Ihnen, laut
eigenen Angaben, ob der Positionen der Gruppe 8. Mai bereits "einiges an
Adrenalin angestaut" hatte. Auf der IL war im Laufe der Podiumsdiskussion
bereits nicht zu knapp herum-gehackt worden. Die Gruppe 8. Mai wurde von jenem
Avanti-Vertreter leider sehr unsachlich als "Sesselpuper" tituliert. Insgesamt
konnte man sich, sowohl wegen der rein kommentierenden Rolle der wertkritischen
Position die sich jeder Praxis verweigert und auch des leicht arroganten
Redestils der Gruppe 8. Mai, bei welchem Intellektualität scheinbar Selbstzweck
war, dem Eindruck des "sicheren akademischen Elfenbeinturmes" nicht ganz
verwehren. Und so blieb es dann passenderweise einer anwesenden amerikanischen
Jüdin überlassen die Haltung und Ausführungen der Gruppe 8. Mai als
"antideutschen Bullshit" zu kommentieren.

Insgesamt muss man auch sagen, dass das Publikum sich sehr selbstdiszipliniert
zeigte - Zwischenrufe oder Unmutsäußerungen waren nur vereinzelt zu hören und
schafften es nicht die Debatte zu stören. Auch die Moderation von sous la
plage, die ja auch mitdiskutierten, hielt sich weitestgehend zurück. Die
Veranstaltung war sehr intellektuell geprägt und für Nicht-Studenten oder
Fachwörter-Unkundige sicherlich zeitweise schwer zu verfolgen, weil die
Mehrheit auf dem Podium lieber von "externalisieren" als von "auslagern"
sprach.

Alles in allem ist es positiv, dass Vertreter verschiedener Strömungen der
radikalen Linken sich der offenen Diskussion gestellt haben und einen Abend
lang miteinander konfrontiert waren und miteinander, anstatt wie üblich
übereinander zu reden.

http://souslaplage.blogsport.de/
http://achtermai.blogsport.de/
http://umsganze.de.tl
http://dissentnetzwerk.org
http://norden-gegen-g8.info

Hinweis: In diesem Beitrag handelt es sich nur um einen Ausschnitt der
Veranstaltung, da ich kein Protokoll geführt habe, kann ich keinen Anspruch auf
Vollständigkeit erheben - Ergänzungen und Kritik sind ausdrücklich erwünscht.

[http://de.indymedia.org/2007/04/172903.shtml]


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Antisexistische Praxen - die Konferenz 5.+6.Mai und Ansprechgruppe

Hallo,
am 5.+6.Mai findet in Berlin/Mehringhof die Konferenz "Antisexistische Praxen"
statt. Programm im Internet: www.antisexist-perspectives.so36.net
Dort wird die Ansprechgruppe (Antisexist Contact and Awarenessgroup) für die
Protestwoche in Heiligendamm einen Workshop anbieten.
Wir brauchen noch 15 Menschen, die verbindlich in unsere Arbeit einsteigen, um
voll arbeitsfähig zu sein. Verbindlich heißt, dass du an einem unserer
Einführungsworkshops in die Arbeit teilnimmst und auf dem Camp mindestens eine
besser zwei Schichten übernimmst (a ca 6 Stunden). In einer Schicht werden
immer Erfahrene mit "Neuen" zusammenarbeiten.

Wann finden die nächsten Worshops statt:
1) auf der Rostock 3 Konferenz am Samstag, den 14.4.
2) Einführungsworkshop in die konkrete Unterstützungsarbeit mit Trainings am
21.+22.4. in Münster
3) Auf der Konferenz "Antisexistische Praxen" am Samstag, den 5.Mai in Berlin.
4) auf den Convergenve Centern vorraussichtlich in Hamburg, Rostock und Berlin
Bitte erzähl weiter, dass wir noch Unterstützung brauchen.

[www.antisexist-perspectives.so36.net]


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Neue Broschüre | G8: Deutung der Welt. Kritik. Protest. Widerstand.

JETZT NEU !!!

Die Gemeinschaftsausgabe von ak, arranca!, Fantômas und So oder So - unser
Beitrag als Zeitschriftenkollektive zur G8-Mobilisierung.

Unter dem Titel "G8: Deutung der Welt. Kritik. Protest.
Widerstand" gibt es auf 98 Seiten Analysen zur Politik der G8-Staaten und
verschiedener G8-Institutionen sowie zur Rolle neuer globaler Akteuren wie
China oder der EU.
Gleichzeitig vermittelt das Heft einen Eindruck über die Bedeutung der Politik
der G8-Staaten auf den Kampffeldern Energie, Öl und Geistiges Eigentum und
zeigt auf, wie sehr die Kämpfe der sozialen Bewegungen in den unterschiedlichen
Bereichen und Kontinenten miteinander verflochten sind. Wir haben 8.000
Exemplare gedruckt. Wenn ihr Broschüren wollt, um sie vor Ort zu vertreiben,
dann meldet euch bitte. Die Broschüre kostet 4,50 Euro. Als Wiederverkäufer
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Unterstützung.

98 Seiten | 4,50 Euro + Porto | Bestellung: vertrieb at akweb.de,
arranca at lists.nadir.org, redaktion at sooderso.de

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G8: Die Deutung der Welt.
Kritik. Protest. Widerstand

I. Die Politik der G8 und neue globale Akteure

Von Antreibern und Getriebenen. Zur Bedeutung des G8-Prozesses und der Proteste
Vom BUKO Arbeitsschwerpunkt Weltwirtschaft

Imperialer Multilateralismus in der Krise. Zum "Formtief" von IWF, WTO und G8
Von Peter Wahl

Im Schatten der Geschichte. Die Weltbank verliert an Bedeutung
Von Aram Ziai

Die Aufsicht über das globale Kapital. Wider den Abgesang der globalen
US-Hegemonie
Von Leo Panitch und Sam Gindin

European Empire. Die Europäische Union unter deutscher Ratspräsidentschaft
Von Gerhard Klas

Der Große Sprung auf den fahrenden Zug. China als globaler Akteur
Von Henning Böke

Die Welt zu Gast in Afrika. Der neue Wettlauf um Afrikas Ressourcen
Von Henning Melber

Hobbes im Supermarkt. Krieg, Demokratie und Konflikt im Empire
Von Toni Negri, Judith Revel, Michele Sardi u.a.

Aggressive Verteidigung der Wagenburgen und Festungen. Sicherheitspolitik im
globalen "Krieg gegen den Terror"
Interview mit Wolfgang Kaleck

Die Große Mauer des Kapitals. Über die Abschottung des Neoliberalismus durch
neue Eiserne Vorhänge
Von Mike Davis

II . Kampffeld Energie/Öl/Geistiges Eigentum

Die Chokepoints der anschwellenden Bedrohungsgesänge. Zur Energiepolitik Chinas
und Deutschlands
Von Josef Moe Hierlmeier und Rolf Engelke

Geburtswehen des Mittleren Ostens. Die US-Strategie zur Transformation der
Region
Von Jürgen Wagner

Irak verstehen. Von Eliten, die nicht regieren können und von einer herrschenden
Klasse, die nicht herrschen kann
Von Sabah Alnasseri

Dreht Putin dem Westen das Licht ab? Russlands Energiepolitik und transnationale
Kooperationen
Von Gisela Neunhöffer

Kein Blut für Petro-Dollars? Das Weltgeld und das Schmiermittel des globalen
Kapitals
Von Markus Euskirchen und Ingo Stützle

Material Girl in an Immaterial World. Warum Angela Merkel mit ihren Kollegen an
der Ostsee über Geistiges Eigentum sprechen will
Von Sabine Nuss

Biopiraten kapern Heiligendamm. Die G8-Staaten und die Privatisierung
genetischer Ressourcen
Von der BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie

III . Bewegungen der Bewegungen

Neue Gemeinplätze. Bewegung, Organisierung und linke Intervention
Von Thomas Seibert

Experimentierfelder einer vielfältigen Bewegung. Über die mögliche Reichweite
der Proteste
Von Berit Schröder

Bono-fikation. Zur Politischen Ökonomie von Making Poverty History
Von Ben Trott und Emma Dowling

Der Elitenkonsens ist aufgekündigt. Gewerkschaften, Globalisierung und soziale
Bewegungen
Von Frank Deppe

Nichts bleibt wie es war. Das Post-Genua Italien
Von Emiliana Armano und Raffaele Sciortino

Soziale Bewegungen in den USA. Ein kurzer Überblick über aktuelle Entwicklungen
Von Gene Ray und Henrik Lebuhn

Ungleiche Mobilisierungszyklen. Sozialer Protest, Antikriegsbewegung und
"Globalisierungskritik" in Frankreich
Von Bernhard Schmid

Von den Grenzen des Aufbruchs. Lateinamerikas linke Regierungen und ihre
Möglichkeiten
Von Gert Eisenbürger

Zähmungsversuche. Südkoreas Gewerkschaftsbewegungen vor großen Herausforderungen
Von Rainer Werning

Holy damn it. Von der Dringlichkeit radikaler Antworten

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www.antifa-versand.de


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Statements, Filme & Bar zum G8 am 28.4.07 im HAU (Berlin)
10.04.2007 | Antifaschistische Linke Berlin

Am Samstag, den 28. April 2007 findet im HAU 1 & 2 ein großer Kulturpolitischer
Abend statt. Titel: Statements, Filme & Bar zum G8 und 15 Gründe dagegen.
Filmprogramm, Kunst, Plakateausstellung, Infopoint, Büchertisch, Kurzvorträgen
und Installationen für die Erkundung der Umgebung von Heiligendamm. Drei
Hauptvorträge zu Globalisierung und Kapitalismus, Privatisierung von Wissen
sowie zum Themenkomplex Afrika runden das Gesamtprogramm ab, bis es zur
After-Show-Party ins WAU (HAU 2) geht.

28.4.07 | 19 Uhr | Berlin | HAU 1 & 2 | Statements, Filme & Bar gegen den G8
SALON GLOBAL PRESENTS:
Statements, Filme & Bar zum G8 und 15 Gründe dagegen
Samstag, 28. April 2007 ab 19 Uhr im HAU 1 [Stresemannstraße 29, U-Hallesches
Tor] Einlass 19 Uhr | Beginn 19.30 Uhr
Statement-Marathon im Theatersaal mit Kurzvorträgen zu
- G8, globaler Kapitalismus & neue Kriege
- aktuelle Arbeitsbedingungen & Privatisierung von Wissen
- Afrika (das offizielle Sonderthema des G8 aus Perspektive 'von unten')

zur gleichen Zeit:
Salon mit Filmprogramm & Kunst & Bar im Foyer
Filmprogramm kuratiert und organisiert von der Globale 07 -
globalisierungskritisches Filmfestival in Berlin. Es werden 3 thematische
Programme auf 3 Screens präsentiert.

außerdem:
Installation zum Erkunden von Heiligendamm und Umgebung
• Ausstellung: 10 Plakate von 10 Künstler/innen und Künstlerkollektiven gegen G8
• Infopoint: zu allen Gegenaktivitäten
• Bücherauswahl zu den Themen: Buchladen bbooks

danach:
After Show Party
ab 24 Uhr im WAU im HAU 2, Hallesches Ufer 32, U-Hallesches Tor
Musik: Elektro, Hip Hop, Latin

Vortragsprogramm:
* G8, globaler Kapitalismus & neue Kriege
• Stefan Schoppengerd zu Geschichte, Verortung und Regulierungsmöglichkeiten des
G8
• Mercedes Bunz zu flexibilisiertem Kapitalismus
• Raul Zelik zu "Asymmetrischer Krieg und die Ausweitung des Schreckens"
• Dario Azzelini zeigt seine Karte zu Militär & Paramilitär

* Aktuelle Arbeitsbedingungen & Privatisierung von Wissen
• Astrid Schmidt zu Arbeitsbedingungen im Postfordismus
• Gruppe fels zu Aneignungskämpfen in der BRD
• Michael Willenbücher zu illegalisierte Arbeit & informeller Arbeitssektor
• Sabine Nuss zu Opensource, Copyright & Copyleft
• Anja Fugosan zu Gegenaktivitäten und warum Herbert Grönemeyer keiner von uns
ist

* Afrika (das offizielle Sonderthema des G8 aus Perspektive 'von unten')
• Patrick Ingiliz zu HIV- und Entwicklungspolitik in Malawi
• Romin Khan zu sozialen Kämpfe in Südafrika
• Mark Terkessidis zum Thema "Warten als Regierungstechnik, Grenzregime und
Fluchtursache"

Veranstaltet von:
Antifaschistische Linke Berlin (ALB), b_books, FelS, Queers against G8, G8-AG im
Berliner Sozialforum, Globale 07 - globalisierungskritisches Filmfestival in
Berlin


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Neuer Antiberliner #11 erschienen

Die 11. Ausgabe des Antiberliners befasst sich mit dem bevorstehenden G8 Gipfel
in Deutschland sowie dem Protest dagegen. Der Schwerpunktartikel beleuchtet
Bedeutung und Arbeitsweise der G8-Maschinerie. Weitere Artikel beschreiben die
Geschichte der globalisierungskritischen Bewegung im globalen Norden, befassen
sich mit der geplanten Blockade des Gipfels oder der rechten
Globalisierungskritik. Für die Kulturseite haben wir Oleguer Presas Renom
interviewt, linker Aktivist und Fussballprofi beim FC Barcelona.

Download hier:
http://www.antifa.de/cms/component/option,com_docman/task,doc_download/gid,118/Itemid,34/


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Spektakulaer gescheiterte Genfeld-Besetzung in Groß Luesewitz

Medien-Information, Donnerstag, 12. April 2007

Mit Tuermen und Bauwaegen gegen Pharma-Kartoffeln - unter diesem Motto hatten
ca. 30 Gentechnik-GegnerInnen aus allen Teilen der Republik am Donnerstagmorgen
versucht, ein kurz vor der Aussaat befindliches Feld des AgroBioTechnikums und
der dort ansaessigen Gentechnikfirmen zu besetzen. Damit sollte ein deutliches
Zeichen gegen die riskante Technik gesetzt werden, außerdem hofften die
BesetzerInnen auf einen Schneeballeffekt. "Es gibt viele Gentechnikfelder -
schwungvoller und bissiger Protest ist noetig", benannte einer der Feldbesetzer
sein Motiv fuer die Aktion.

Die Aktion war seit Monaten vorbereitet. Um eine schnelle Raeumung zu
verhindern, sollte auf dem Feld am Weg noerdlich der B110 bei Groß Luesewitz
ein ueber 15m hoher Turm errichtet werden. Mehrere Personen wollten sich in
schwindelerregender Hoehe anseilen und anketten. Der Abbau solcher Tuerme ist
mit großen Schwierigkeiten verbunden. Weitere Befestigungen und Huetten sollten
auf dem Feld errichtet werden. Doch das Ganze war nicht als Festung gedacht: "Im
Mittelpunkt stand fuer uns das Signal fuer buntes Leben statt profittraechtiger
Gentechnik. Wir wollen schon am Tag nach dem Start in den umgebenden Orten von
Haustuer zu Haustuer gehen, auf Flugblaettern und mit Infoveranstaltungen
informieren", schilderte eine Beteiligte die Ziele. Der Plan scheiterte. Die
gestrige Nacht entwickelte sich zu einer spektakulaeren Auseinandersetzung
zwischen Polizei und Aktionsgruppen. Drei Stunden hatten die AktivistInnen den
ausgewaehlten Acker bearbeitet, Staemme herbeigeschafft, Loecher gegraben,
Drahtseile verlegt. "15 Minuten haben gefehlt, dann haette der Turm gestanden
und auch eine Hundertschaft der Polizei waere ohne Spezialtechnik machtlos
gewesen", so die BesetzerInnen. Eher durch Zufall trafen Streifenwagen auf
bereitstehende LKWs. Darin fanden sie verdaechtiges Material und begannen ihre
Suche auf den Feldern der Umgebung. "Unglaublich: Bei der ersten Kontrolle auf
dem Acker merkten die nichts, obwohl dort zwanzig Personen und das gesamte
Material fuer den Turm schon lag", berichtet eine Beteiligte ueber den Verlauf
der Nacht, bei dem auch ein Fernsehteam anwesend war und alles filmte.

Kurz vor der geplanten Aufrichtung des Turmes entdecken Polizeistreifen ein paar
Beteiligte und nahmen einige Personen fest. Danach jagten sie zum Teil mit
mehreren Fahrzeugen ueber die Aecker der Gemarkung auf der Jagd nach
AktivistInnen. Der Materialeinsatz der Staatsorgane fuer die lukrative
Gentechnik war enorm: Die Polizei sprach von 35 Fahrzeugen, die an dem
naechtlichen Einsatz beteiligt waren. Die Besetzungsaktion wurde dadurch knapp
verhindert. Die dahinterstehende Idee aber wollen die BesetzerInnen nicht
aufgeben. "Um die ruecksichtslose Ausdehnung solcher Risikotechnologien zu
verhindern, ist entschlossener Widerstand noetig. Wir wuerden uns freuen, wenn
unser Versuch nicht der letzte gewesen ist, die dubiosen Versuchen in Groß
Luesewitz zu stoppen und den voellig undurchsichtigen Firmen oder gar als
gemeinnuetzig anerkannten Vereinen das Handwerk zu legen.

Der fuer die Besetzung ausgewaehlte Acker gehoert zu den Aktivitaeten aus dem
AgroBioTechnikum, einem Zusammenschluss von gentechnik-freundlichen Firmen und
Instituten. Hier sollten ab Anfang naechster Woche fuer die Pharmaindustrie
designte Kartoffelpflanzen ausgebracht werden. Bereits im letzten Sommer konnte
der von 2006 bis 2008 von der Universitaet Rostock beantragte Versuch nur durch
das gewalttaetige Auftreten massiver Polizeieinheiten gegen den Willen vieler
Menschen durchgesetzt werden, als im Sommer Hunderte Menschen an einem
Gentechnik-Aktionstag nach Groß Luesewitz kamen. "Im zweiten Versuchsjahr sind
wir vor den Gentechnik-LobbyistInnen da", sagt Falk Beyer, eineR der
AktivistInnen, die lieber für sich selbst reden möchten, statt sich durch
SprecherInnen vertreten zu lassen. "Mit unserem Protest wollen wir die
Ausbringung genmanipulierter Organismen in die Umwelt, die unumkehrbare Folgen
haben kann, verhindern. Wir laden alle Menschen - aus der Region und auch
darueber hinaus von ueberall - ein, sich nicht weiter von der verschleiernden
Rhetorik aus dem AgroBioTechnikum verblenden zu lassen und sich am Widerstand
gegen die Gentech-Mafia zu beteiligen." Jede Freisetzung genetisch veraenderter
Organismen birgt das Risiko unkontrollierbarer und kaum vorhersagbarer Folgen in
sich. Sobald solche Organismen in Austausch mit anderen Lebewesen treten, kann
es zu Auskreuzungen und artuebergreifenden Gentransfers kommen. Die
ForscherInnen kennen haeufig nur eine oder wenige Wirkungen ihrer genetischen
Neukombinationen. Das Zusammenspiel neu eingebauter Gensequenzen mit anderen
Erbgutinformationen ist in keinem der Versuche komplett bekannt. Die Gentechnik
ist ebenso wie die Atomkraftnutzung eine Risikotechnologie, die im Verhaeltnis
zum hypothetischen Nutzen untragbare Risiken mit sich bringt. Sie ist
hochgefaehrlich, da kleine Fehler zu katastrophalen Folgen fuehren koennen. Und
sie steht im Dienst ohnehin schon maechtiger Industrien und Interessengruppen
und soll deren Macht gegenueber anderen Menschen und Organisationen weiter
ausbauen.
Die AktivistInnen, die jetzt das Feld besetzen wollten, gehoeren nicht einem
bestimmten Verband an und wollen auch nicht fuer Logos werben. Sie kommen aus
verschiedenen politischen Zusammenhaengen, einige von ihnen sind auch in
bekannten Umweltorganisationen aktiv. Sie verfolgen auf dem Acker von Groß
Luesewitz einige gemeinsame Ziele und laden die Menschen vor Ort ein,
gleichberechtigt am Widerstand gegen Gentechnik und die Beherrschung der
betroffenen Menschen durch Profit und Macht mitzuwirken. Von der Rhetorik der
Gentechnik-Profis lassen sie sich nicht einschuechtern, vielmehr wollen sie
falsche Versprechungen demaskieren, Kritik offensiv vortragen und eigene
Positionen formulieren: "Wir lassen uns von den Reden der Versuchsleiterin Inge
Broer nicht taeuschen. Wir werden uns entschieden den herrschaftlichen
Gentechnologie-Interessen in den Weg stellen", sagt Philipp vom Kesselberg. Die
Aktionsgruppen sind telefonisch unter 0173-1791262 erreichbar. Weitere
Informationen gibt es auf der Internetseite http://www.gentech-weg.de.vu.

An die VertreterInnen der Medien:

Sie erreichen die AktivistInnen der gescheiterten Gen-Acker-Besetzung
telefonisch auf dem Presse-Handy 0163-9233618. Viele verschiedene Menschen sind
hier gerne bereit, Auskunft ueber die Hintergruende und Motivationen dieser
Aktion zu geben bzw. ueber den Kartoffel-Versuch zu informieren. Nach "den
Verantwortlichen" oder "LeiterInnen" zu suchen, waere dagegen vergebliche
Muehe. Die hier gegen Gentechnik engagierten Menschen organisieren sich
eigenverantwortlich und selbstaendig, sie brauchen keine FuehrerInnen.

AbsenderInnen: Einige der Genfeld-BesetzerInnen...