[Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm
Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe
gipfelsoli-l at lists.nadir.org
Mi Mär 21 20:29:56 CET 2007
- Internationaler Aufruf gegen den G8-Gipfel im Juni 2007 in Heiligendamm
- Chef der Staatskanzlei konstatiert ausreichendes Angebot an G8-Camps
- Aktionsaufruf gegen G-8 - Palestine: No Wars - no Walls
- Palästina-Solidarität gegen G8
- Unterstützung Camping07
- Wendland-Camp zum G8-Gipfel
- G8, Weltmarkt, Lohnarbeit - wo bleiben die sozialen Proteste
- Make capitalism history !
- "Polizei behindert die Suche nach Zeltplätzen"
- Edle Gipfel-Souvenirs
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Internationaler Aufruf gegen den G8-Gipfel im Juni 2007 in Heiligendamm
Angesichts des bevorstehenden Weltwirtschaftsgipfels protestieren
Gewerkschafter/innen weltweit in einem gemeinsamen Aufruf gegen die sozialen
und ökologischen Verwüstungen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. ver.di
unterstützt diesen Aufruf.
[http://aufbau.verdi.de/gewerkschaftsrat/aktuelles/defaultView?rnd=3663386.31599]
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Chef der Staatskanzlei konstatiert ausreichendes Angebot an G8-Camps
Rostock (dpa/mv) - Nach Überzeugung des Schweriner Staatskanzlei- Chefs Reinhard
Meyer (SPD) stehen für die Unterbringung der Demonstranten zum G8-Gipfel in
Heiligendamm ausreichend Flächen für Camps bereit. "Den Vertretern der
Nichtregierungs-Organisationen wurden zehn Areale im Kreis Bad Doberan und drei
Flächen sowie eine Schule in Rostock angeboten. Wir sind also gut aufgestellt",
berichtete Meyer am Mittwoch nach einer Beratung mit Vertretern von Kommunen,
Polizei und Hilfsorganisationen in Rostock. Nun seien die Organisatoren der
Proteste am Zug. "Sie müssen sagen, wie viele Menschen sie erwarten und wie
viele Übernachtungen brauchen."
[dpa]
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Aktionsaufruf gegen G-8 - Palestine: No Wars - no Walls
In der ersten Juni-Woche treffen sich die Bosse der 8 mächtigsten
Wirtschaftsnationen der Welt zum Plausch im Strandbad Heiligendamm. Der Ort
wird eigens zum Schutz der Herrschaften und ihres gemütlichen Beisammenseins
mit einem 2 1/2 Meter hohen, 1 Meter tiefen, 13 Kilometer langen
Sicherheitszaun aus Nato-Draht und Zement im Wert von 12,5 Millionen Euro
umgeben. Wie die Wohlhabenden in den Metropolen der Welt, wie der ausbeutende
Norden gegenüber dem ausgebeuteten Süden, wie die US-Besatzer in Bagdad, wie
die Besatzungsmacht Israel in Palästina - im Zeitalter des neoliberalen
grenzenlosen Kapitalismus braucht die Herrschaft Mauern und Zäune, rassistische
Gesetze, ethnische Säuberungen, Diskurse der Ausgrenzung und inszenierte
"clashes of civilizations", um sich abzusichern.
In Palästina und in der gesamten Region wird strategische Kontrolle um des
Zugriffs auf die Schlüsselressource Öl willen durchgesetzt und abgesichert.
Eine Region ist im Entstehen, in der willfährige Regimes - die "gemäßigten" -
das schmutzige Geschäft übernehmen, die eigene Bevölkerung zu unterdrücken.
Darum geht es beim Projekt des "Greater Middle East". Wie jedes koloniale
Projekt behauptet auch dieses die Kategorien tribaler und religiöser Identität
als wesentlich, es baut auf Separation, Rassismus und angebliche
Unvereinbarkeiten von Kulturen. Es errichtet ideologische Mauern und Mauern aus
Zement, in Palästina eine, die Bauern von ihren Olivenhainen trennt,
Studentinnen von der Uni, Arbeiter von ihren Jobs - eine Mauer für Niemandes
Sicherheit, eine Mauer vielmehr für Landraub und Vertreibung. G-8, Mauern,
Krieg und Ausgrenzung gehören zusammen. Deshalb kommen Tausende aus der Region,
aus Deutschland, aus Europa und aus Palästina und Israel, um gegen den
Herrschafts-Gipfel zu protestieren:
* auf dem internationalen Demo-Block "Palestine - no wars, no walls" am 2.6. in
Rostock
* am Blockade-Tag gegen Militarisierung, Krieg und Besatzung am 5.6. in
Rostock-Laage
Der teils militärisch, teils zivil genutzte Flughafen Rostock-Laage ist bereits
heute der größte Fliegerhorst Nordeuropas und soll weiter zur militärischen
Drehscheibe ausgebaut werden. Er dient nicht nur als Start- und Landebahn für
touristische Billigflüge, sondern auch für Eurofighter. Diese sind für die
Bundeswehr wie auch für die Nato Response Force von zentraler Bedeutung, u.a.
als Teil internationaler Kampfhandlungen und Einsatzszenarien. Wie auf dem
Flughafen Rostock-Laage, so verschmelzen auch bei den Gesprächen der
Gipfel-TeilnehmerInnen und in den globalen Herrschaftsstrategien das Zivile und
das Militärische bis zur Unkenntlichkeit. Dabei sind inzwischen Politik und
gesellschaftliche Belange vom Militärischen durchdrungen und den Anforderungen
einer schimärenhaften "Sicherheit" untergeordnet, die die Sicherheit der
Wenigen vor den Vielen ist. Kriege finden nicht mehr zwischen Armeen statt,
sondern sie werden - unerklärt - von Armeen gegen Zivilbevölkerungen geführt
und setzen sich als blutige Besatzungsregime fest - in Palästina seit 40
Jahren. Zivilisten, souveräne Staaten, Territorien, internationale Abkommen und
Menschenrechte werden überrannt, in Grund und Boden gebombt, so im Irak, im
Libanon, in Afghanistan, in Palästina ...
Rechtlosigkeit und rechtsfreie Räume, Lager und Folterzentren, sind überall,
auch in den privilegierten Zonen des Globus. Elementare Rechte noch genießen zu
dürfen, ist zum Privileg geworden, das zusammen mit Wohlstand, Sicherheit und
dem Zugang zu Ressourcen mit härtesten Bandagen gegen die "Überflüssigen" der
globalen Ökonomie durchgesetzt wird.
Der "Krieg gegen den Terror", ein erklärtermaßen nicht enden sollender
präventiver globaler Krieg, zielt darauf ab, Weltmarktinteressen durchzusetzen
und abzusichern. Er wird auf vielen Ebenen geführt: als Anullierung von
Bürgerrechten und Ausweitung des Überwachungsstaats, als Aushöhlung des
Aufenthalts- und Asylrechts, als Ausbau der Wohlstandsinseln zu uneinnahmbaren
Festungen, als Demokratie- und Menschenrechtsexport, der tatsächlich
Selbstbestimmung vereitelt und Menschenrechte außer Kraft setzt. Greifen die
juristischen, diplomatischen oder politischen Manipulationen nicht oder wagen
es die Betroffenen, Widerstand zu leisten, kommt die nackte Gewalt von Krieg
und Folter zum Einsatz. So ist es in Palästina, so ist es in unterschiedlichen
Formen und Abstufungen an vielen Orten der Welt.
Das Orchester der globalen Herrschaft bedarf regelmäßig der Abstimmung - daher
die Treffen der G-8. Und daher unser Widerstand im Sinne der weltweiten
Widerstands- und Protestbewegungen
* am 2.6. gegen Mauern und rassistische Segregationen
* am 5.6. gegen die militärische Komponente der neoliberalen Globalisierung - in
Palästina und überall
Palästina - Solidarität gegen G-8
Palestine - Solidarity against G-8
Palestine - solidarité contre G-8
Contact: nowars-nowalls at so36.net
Websites: www.g8andwar.de
www.heiligendamm2007.de
www.gipfelsoli.org
www.dissentnetwork.org
http://g8-2007.de
http://antig8.tk
www.g8-germany.info
www.attac.de/g8
Denkt bitte daran, dass unsere gemeinsamen Aktionen nicht ganz umsonst
umzusetzen sind. Wenn wir zudem wollen, dass alle kommen und teilnehmen können,
müssen wir auch das finanzieren. Die Berliner Koordinationsgruppe streckt vor
und baut auf Eure Solidarität.
v.i.S.d.P.: Rachel Corrie, Jerusalemerstr.1, 10117 Berlin
[http://dissentnetzwerk.org/node/1139]
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Palästina-Solidarität gegen G8
Treffen in Berlin ein am Sonntag, 25.03.2007, 17:00 Uhr
im Südflügel in der 1. Etage des Bethanien, Am Mariannenplatz 2 in Kreuzberg
Einladung zur praktischen und inhaltlichen Vorbereitung eines
Palästina-Solidaritäts-Blocks auf der Demonstration am 2. Juni 2007 in Rostock
gegen das G-8-Treffen in Heiligendamm und zur Vorbereitung eines Blockade-Tages
gegen Militarisierung am 5. Juni 2007 in Rostock-Laage. Darüber hinaus sollen
Ideen und Vorschläge für weitere Aktionen gegen den G8-Gipfel gesammelt und
diskutiert werden. Wir erwarten auch international eine große Beteiligung und
Unterstützung für das Thema Palästina. Daher wollen wir uns auch Gedanken
machen, wie wir uns vorher koordinieren können, um gemeinsam aktiv zu werden.
[nowars-nowalls at so36.net]
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Unterstützung Camping07
Liebe FreundInnen, liebe Anti-G8- und Camp-AktivistInnen
Seit Herbst 2006 organisiert eine Gruppe aus einem sehr heterogenen Spektrum ein
Camp an möglicherweise mehreren Standorten im Raum Rostock. Dieses Camp soll
tausende Menschen beherbergen und uns allen als Basis für die Demonstrationen,
Aktionen, den Alternativgipfel und die Kulturevents gegen die G8-Zumutungen in
den Tagen Ende Mai, Anfang Juni dienen.
Im Moment geschieht die Arbeit mit minimalster finanzieller wie personeller
Ausstattung-nur wenige sind schon jetzt in der Lage, die Verhandlungen um
Campplätze zu führen und die Vorbereitungen vor Ort voranzutreiben. Deshalb
wollen wir die Arbeit rund um das Camp in Heiligendamm auf breitere Füße
stellen.
Wir freuen uns deshalb, wenn ihr mit eurer Unterschrift dem gemeinsamen Willen,
ein solches Camp über Trennendes hinweg zu unterstützen, Ausdruck verleihen
könntet.
Unsere Bitte an Euch: Leitet diesen Aufruf an andere Initiativen, Gruppierungen
sowie an Freunde und Bekannte weiter. Gebt uns bis Anfang April Bescheid, wer
unterschreiben möchte. Die Kontaktadresse wird weiter unten genannt.
Da das Camp finanziell noch auf sehr wackligen Füßen steht, eine weiter Bitte:
Verbindet Eure Unterschrift mit einer Spende an die Camp-Organisierung. Dies ist
kein Muß, stellt für uns aber eine wichtige Unterstützung der Aufbau-Arbeit dar.
Für Euer finanzielles Unter-die-Arme-Greifen schlagen wir folgende Staffelung
vor:
* Große Organisationen 200 Euro
* Mittelgroße Organisationen 100 Euro
* Lokale Initiativen 50 Euro
* Einzelpersonen 10 Euro
Eure Unterschrift und natürlich auch Rückfragen an uns schickt bitte an folgende
mailad.: andi[AT]so36.net
Eine Camp-Webseite wird in der nächsten Woche geschaltert, dort könnt Ihr dann
das Geschehen um das Camp herum, den Stand der Verhandlungen und ähnliches
verfolgen.(Die Bankverbindung wird zur Zeit eingerichtet und dort ebenfalls
veröffentlicht)
Mit der Hoffnung bald von Euch zu hören ,eure Arbeitsgruppe Camping 07
[Arbeitsgruppe Camping 07]
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Wendland-Camp zum G8-Gipfel
Aussprache über Arbeitsschwerpunkte der BI - Stay: "Alle Kraft für Thema
Endlager"
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) will nach den
Äußerungen des alten und des neuen Vorstandes in den nächsten Monaten ihre
Kraft in die Vorbereitung von Demonstrationen gegen den G8-Gipfel in
Heiligendamm stecken. Man könne mit eigenem Material den dortigen Veranstaltern
von Protestaktionen helfen.
Die Vorbereitungsgruppe plant außerdem ein eigenes Wendland-Camp zum G8-Gipfel.
Die Vorstellungen dieser Planungen wurde in der Mitgliederversammlung der BI am
Sonntag in Breselenz ebenso mit Beifall aufgenommen wie die Darstellungen
anderer Arbeitsgruppen.
Kritik an diesem Arbeitsschwerpunkt gab es nur vereinzelt. Jochen Stay von der
Gruppe X-tausendmalquer etwa lehnte den Schwerpunkt G8 völlig ab. Man müsse
gerade in den nächsten Monaten alle Kräfte auf die Endlagerfrage lenken,
forderte er. Innerhalb und außerhalb des Landkreises müs-se viel mehr
mobilisiert werden für dieses Thema. "Im Moment entscheidet sich, was mit
Gorleben wird", erklärte Stay. Hintergrund seiner Äußerungen ist der Zeitplan
der Regierung für die Entscheidung über eine neue Endlagersuche. "Da brennt
es." Man müsse Strategien entwickeln, wie Einfluss genommen werden kann. Dabei
stellt sich für Stay die Frage, welche Reichweite die BI überhaupt noch hat.
Francis Althoff vom BI-Vorstand wandte sich gegen die Vorstellung, Experten der
Internationalen Atomenergieagentur (IAEO) in Wien sollten über die Eignung des
Gorlebener Salzstocks befinden.
Dessen Mängel seien lange bekannt und nicht von Experten aus der Welt zu
schaffen. Althoff wie auch Asta von Oppen wiesen auf die Tendenz der
Betreiberseite hin, das bisher gültige Mehrbarrierenkonzept zugunsten eines
Konzeptes mit nur noch einer einzigen Barriere für austretende Radionuklide
aufzugeben. Andere Mitglieder vermissten in der Versammlung einen Schwerpunkt
schwach- und mittelradioaktiver Abfall (LAW). Man müsse zum Thema Transporte
nicht auf den Castor warten, meinten Lilo Wollny und Susanne von Imhoff.
Ständig würden radioaktive Abfälle in Fässern in Gorleben eingelagert. Man
müsse die Öffentlichkeit wieder an den Transnuklear-Skandal mit den illegalen
Einlagerungen von Fässern erinnern. Die Transporte mit schwach- und
mittelradioaktivem Abfall würden zur Zeit einfach so hingenommen. Es sei
notwendig, mit der Informationsarbeit ständig wieder von Anfang an zu beginnen,
meinten Wollny und Stay übereinstimmend. Die Konzentration auf diese Themen fand
allerdings keinen größeren Zuspruch aus der Versammlung. Edelgard Gräfer hielt
es sogar für einen Rückschritt, sich wieder mit den Fasstransporten zu
beschäftigen. Sie wolle darüber hinaus gehen und sich mehr politisch
engagieren. Im Jahresbericht des Vorstandes wies Margitta Freund auf die
Demonstrationen in Frankreich gegen den Bau des neuen EPR-Reaktors hin. Ob es
in diesem Jahr einen Castor-Transport aus La Hague geben wird, sei nicht klar.
Auch die Einlagerung von Glaskokillen mit plutoniumhaltigen Abfällen aus der
ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage in Karlsruhe verzögere sich.
Wahrscheinlicher sei eine Einlagerung in Lubmin. Mit Vertretern russischer
Umweltschutzorganisationen tauscht die BI in diesen Tagen Informationen über
deutsche Atommülltransporte nach Russland aus.
[http://www.ejz.de/cgi-bin/pipeline.fcg?userid=&publikation=28&template=arttextlokales&ausgabe=39175&redaktion=28&artikel=108348094]
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G8, Weltmarkt, Lohnarbeit - wo bleiben die sozialen Proteste
04.04.2007 / Berlin
mit: Slave Cubela (Doktorand, Uni Frankfurt/Main) und Juliane Nagel (Leipziger
Bündnis gegen G8)
Die Jagd des Kapitals nach immer mehr Profit äußert sich seit den 1970er
Jahren in einer "strukturellen Überakkumulation". Privatisierung von
öffentlichem Eigentum in den Metropolen, Unterdrückung umweltfreundlicher
Produktion, Bodenraub in Entwicklungsländern und gewaltsame Vertreibung der
Landbevölkerung, neokoloniale Verscherbelung afrikanischer Ressourcen u.ä. sind
immanente Erscheinungen. Wieso das so abläuft und nicht anders, was die
G8 damit zu tun haben und welche sozialen Proteste die "Verhältnisse zum Tanzen
bringen können" erklärt S. Cubela. Seines Erachtens ist die Aufhebung der
Lohnarbeit nicht ohne die Lohnarbeiter möglich. Doch die begreifen sich als
Robbenschützer, Klimaretter und Naturfreunde u.ä. statt als Lohnarbeiter. Wie
und auf welche Weise soll sich die Linke sich an den Protesten gegen den
G8-Gipfel beteiligen? Juliane Nagel vom Leipziger Bündnis gegen G8 plädiert
dafür, "den G8-Gipfel als eine Tribüne für emanzipatorische Debatten und
reflektierte Proteste zu nutzen und den ganzen Szenemüll über Bord zu werfen.
Am Roten Abend wird sie ihren Ansatz zur Diskussion stellen.
Wo: Zielona Gora, Grünbergerstr. 73
Wann: 20:00 Uhr
Veranstalter: Internationale KommunistInnen
[http://www.interkomm.tk]
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Make capitalism history !
Positionen und Informationen zum G8-Gipfel in Heiligendamm.
Aus dem Inhalt: Über allen Gipfeln ist Unruh: Editorial // Die Architektur des
Neoliberalismus: Über die Funktion der G8-Gipfel // Globale Rechte für Alle:
Ein Schnittpunkt migrantischer und anderer kämpferischer Bewegungen? // G8 -
Weltgesundheitspolitik ohne Menschenrechte: Zu Risiken und Nebenwirkungen //
Unbequeme Wahrheiten und unterschätzte Katastrophen: Altvater, E. (2005): "Das
Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen. Eine radikale Kapitalismuskritik." -
Eine Rezension // Braune Schatten über Heiligendamm? Neonazis gegen G8 // "Warum
ist die Banane krumm?" Eine Interview mit Bernadette La Hengst //
Bewegen.Blockieren.Bleiben: Überlegungen zur Kampagne BLOCK G8 // Make
Capitalism History oder: Die Mobilisierung gegen den G8-Gipfel ausweiten // Das
G8-Popuzzle
Preis 2€, erm. 1€
Bestellung Printausgabe: hamburg at avanti-projekt.de
http://www.avanti-projekt.de/p_antikap/pdf/broschur-g8-avanti.pdf
[Hamburg at avanti-projekt.de]
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"Polizei behindert die Suche nach Zeltplätzen"
Nach mehrmonatigen Verhandlungen gibt es erst zwei Camps für Gegner des
G-8-Gipfels im Sommer. Ein Gespräch mit Dieter Rahmann
Dieter Rahmann bereitet die Proteste gegen den G-8-Gipfel in Heiligendamm mit
vor. Er ist Mitglied der Camp-AG, die mit Polizei und Behörden über geeignete
Zeltplätze für Gegner des Gipfeltreffens verhandelt
Wie ist der Stand der Verhandlungen um geeignete Camp-Plätze für Gegner des
G-8-Gipfels, der im Sommer in Heiligendamm (Mecklenburg-Vorpommern)
stattfindet?
Obwohl wir inzwischen seit mehreren Monaten verhandeln, konnte bis dato
lediglich ein Ergebnis erzielt werden. Vergangene Woche erhielten wir die
Zusage, ein kleineres Camp für rund 3000 Leute in Reddelich, sechs Kilometer
südlich von Heiligendamm, errichten zu können. Das reicht aber bei weitem nicht
aus. Nach unserer Einschätzung besteht Platzbedarf für mindestens 15000
Menschen.
Welche Lösung streben Sie an?
Wir wünschen uns möglichst wenige, aber dafür großflächige Camps. Da es Proteste
sowohl in Rostock als auch am Zaun um Heiligendamm geben wird, brauchen wir
genau dort ortsnahe Campingflächen. Wir suchen noch einen Platz in Rostock und
ein geeignetes Gelände zwischen Bad Doberan und Rostock, von wo aus beide
Protestschauplätze gut zugänglich sind.
Warum kommt für Sie der Standort Lambrechtshagen westlich von Rostock nicht in
Frage? Laut einer Mitteilung des polizeilichen Planungsstabs von vergangener
Woche sei dort eine Campingfläche genehmigt worden.
Die Meldung entbehrt jeder Grundlage. Wir haben in der Tat mit einem
Grundstückseigentümer in Lambrechtshagen gesprochen, der aber lediglich zwei
statt der von der Polizei genannten zehn Hektar zur Verfügung stellen könnte.
Davon wäre nur ein Hektar für unsere Zwecke nutzbar gewesen, die Fläche hätte
bloß 400 Leuten Platz geboten. Es macht aber keinen Sinn, zahllose Minicamps
aus dem Boden zu stampfen - das schafft nur gewaltige Kosten, erschwert die
Logistik der Proteste, und da uns eine Vernetzung sehr wichtig ist, sind solche
Kleinstcamps auch aus politischen Gründen abzulehnen.
Ist diese Falschmeldung beispielhaft für die Verhandlungstaktik der Polizei?
Die Polizei spielt ein doppeltes Spiel. Nach außen mimt sie den großen Freund
und Helfer, während sie uns in der Praxis bei jeder Gelegenheit Knüppel
zwischen die Beine wirft. Die monatelange Weigerung des Planungsstabs der
Polizei, konkrete Gebiete zu benennen, wo sie Camps zulassen wollen und wo
nicht, führt bei den beteiligten Kommunen zu Verunsicherungen und schmälert
deren Kooperationsbereitschaft. Unsere Suche wird dadurch behindert.
Ist dieses Verhalten nicht auch Teil der umfassenden Kampagne der
Sicherheitsorgane gegen die G-8-Proteste?
Davon ist leider auszugehen, und das belegen auch die Geschehnisse vom 11. März.
Als Mitglieder der Camp-AG das Gelände in Reddelich begehen wollten, erschien
die Polizei, sperrte in Wildwestmanier die Straße ab, durchsuchte unsere
Fahrzeuge und nahm unsere Personalien auf. Dreist und gleichzeitig peinlich
ohne Ende, wie die Polizei selbst mit ihren offiziellen "Verhandlungspartnern"
umspringt.
Die Polizei setzt auf Kriminalisierung, nicht auf Kooperation?
Das ist das eine. Dazu kommt noch die Hoffnung der Polizei, alles in den Griff
zu bekommen, wenn man die Demonstranten so weit wie möglich entfernt vom
Geschehen unterbringt. Die Polizei weist daher auch immer wieder auf das
beschlossene Camp in Bützow hin. Dieses liegt nicht nur 40 Kilometer von
Heilgendamm entfernt, es wird auch noch umzäunt, von einem privaten
Sicherheitsdienst bewacht und auf rein kommerzieller Basis betrieben. Das ist
keine Alternative. Die große Masse der Gipfelgegner wird direkt an die Orte des
Geschehens kommen, egal ob es dort ein, zwei oder drei Camps gibt.
Wie steht es um die Unterstützung seitens der Politik?
Das ist unterschiedlich. Vom Amt "Bad Doberan Land" erhalten wir vergleichsweise
große Unterstützung, während wir bei der Stadtvertretung Bad Doberan nur auf
taube Ohren stoßen. Die Behörden in Rostock sind begrenzt kooperativ, auf
politischer Ebene zeigt man sich den Protesten gegenüber ignorant, wie ein
Bürgerschaftsbeschluß vom 14. März offenbart: Die bürgerlichen Fraktionen
einschließlich jener der Linkspartei vertagten die Behandlung eines Antrags der
SAV mit Forderungen nach akzeptablen Unterkünften und Öffnungen der Schulen für
Gipfel-Gegner auf den 9. Mai, das ist drei Wochen vor dem Gipfel.
[http://www.jungewelt.de/2007/03-22/022.php]
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Edle Gipfel-Souvenirs
Richtig schick sieht das schwarze Ledermäppchen aus, der silberne Kugelschreiber
liegt gut in der Hand: Die Polizei verteilt in Heiligendamm schon jetzt
G8-Gipfel-Souvenirs an die Einwohner. Als kleine Aufmerksamkeit wegen
entstehender Unannehmlichkeiten, sozusagen. Und mit praktischem Wert. Auf den
Stift ist die Bürgertelefonnummer gedruckt, in den Notizblock im Mäppchen kann
man seine Fragen schon mal notieren. Oder auf dem Taschenrechner die
Gipfel-Kosten addieren. Da aber bitte den Preis für Rechner und Kugelschreiber
auslassen: Danach fragt man schließlich nicht bei Geschenken!
[http://www.ostsee-zeitung.de/archiv/index.phtml?Param=DB-Artikel&ID=2637651]