[Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm
Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe
gipfelsoli-l at lists.nadir.org
So Mär 4 23:17:14 CET 2007
- Call out for Global Days of Action and Information against Capitalism
- Demonstrationsbeobachtung beim G8-Gipfel in Heiligendamm
- Hamburger Abendblatt: Anschlag: G-8-Gegner bekennen sich
- Liebe Freundinnen und Freunde!
- Dissent-Treffen in Hamburg: Scharfe Kritik an Hinhaltetaktik der Polizei
- Bildungsdemo in Heidelberg 1. Maerz
- Sondersitzung des Landtags für Kontrollkommission
- "Global resistance & summit protest: critical retrospections & future visions"
- Polizeigewerkschaft über Bundeswehr: "Keine Grundgesetzänderung nötig"
- Die WM war eine gute Übung - findet die nächste in Heiligendamm statt?
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Call out for Global Days of Action and Information against Capitalism in the
time around the G8 summit 2007
Free to distribute - All of us are called to distribute it as widely as we can,
both digital and on paper and especially to those groups and people who can not
join the protests by coming to north germany but likely to link their struggles
against capitalism.
Capitalism attacks us on many fronts in our daily lives. We are forced to endure
the current system of capitalism and its oppressive power destroys, exploits,
isolates and dehumanizes us. It's definitely time to get rid of it.
To move forward in the international struggle against capitalism, the following
call goes out from the international meeting against the G8, held in Warsaw
(Poland) from the 9th to 11th of February with people from more than 15
different countries. Please spread it as widely as you can.
Representatives of the G8 members and other major economic powers will meet in
the north of Germany on the 6th-8th of June 2007, closeted behind a barrier of
fences and police soldiers. Simultaneously thousands of people - opposed to its
neo-liberal policies - will congregate to act in numerous and diverse ways and
places. A lot of different groups and persons are in a daily struggle against
different effects of the policy for profit over people, creating autonomous
spaces, live alternatives and fight the G8 and other global economic
institutions. It is amazing to observe how many groups have the protests in
June on their agenda or are joining it in different ways. The protests against
the G8 will not just be a real desire and attempt to disrupt this summit
meeting, but should be seen as an important step in the worldwide struggle
against capitalism. Not only during the days of the summit, but a struggle on
every day basis.
There have already been global days of actions and solidarity, which seemed not
all very successful. Our resistance is often played out on their field, by
their rules. How could we re-envision these international acts of resistance in
a way where we could actually make a change? One of the ways that seems to work
in the current situation is blocking the capitalist economy through attacking
infrastructure and the flows of capital across the world.
A large number of the people fighting capitalism and its many forms of
oppression all around the world, can not come to the summit protests in
Germany. This invitation to the global days against capitalism is an invitation
to all of you to link the daily local and global struggles to each other and act
together in a strong and coherent way.
The global day of action against capitalism can be an opportunity to show the
world and ourselves the range of our resistance, of which the protests against
the G8 are only one small part. Effective resistance must be everywhere and
continuous. We should believe in the success of our actions and with this
knowledge and inspiration, we don't go back to our old life, but let resistance
bloom all over the world in 2007 and long afterwards.
We call for actions to take place on the 10 days around the summit (1st-10th
June 2007), which include the days of action on agriculture (june 3rd), on
migration (June 4th), antimilitarism (June 5th) and climate change (June 8th).
Everybody is invited to take part in this process with his/her ideas and
capaticity, ranging from sharing information to direct actions across the world
with the aim of attacking the global economy, by all means necessary. Capitalism
never takes a break. Neither should our resistance!
Postscriptum: Also we call out to connect the struggle against capitalism and G8
with different other global action days, as such:
8th of March - Feminist Action Day
19th-20th of March - Days of Resistance against War
17th of April - International Day of Peasant's Struggle, called out by Via
Campesina
1st of May - International Day of Class War
[International Warsaw Meeting on Preparation of the G8 protests-2007]
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"Es gibt Plätze auf dieser Welt, die sind nicht von dieser Welt"
Demonstrationsbeobachtung beim G8-Gipfel in Heiligendamm
Die großen und mächtigen Staats- bzw. Regierungschefs dieser Welt werden sich
vom 5. - 7. Juni 2007 in Heiligendamm treffen.
Konnte ein solches G-8-Treffen 1999 noch mitten in Köln stattfinden, so suchen
die Mächtigen dieser Welt seit den Ereignissen in Seattle und Genua abgelegene
Orte auf, die sich fast militärisch abschirmen lassen. Um Heiligendamm und das
dortige Nobelhotel Kempinski wird ein 12 km langer und 2,50 m hoher Zaun
gebaut. Gesichert bis tief in den Boden, oben mit Nato-Stacheldraht bewehrt und
rundum videoüberwacht, entsteht sozusagen ein umgekehrter, von der Außenwelt
abgeschirmter Hochsicherheitstrakt. Das, was die Bürger und Bürgerinnen denken
und wollen, soll die Politiker und Politikerinnen nicht erreichen und
interessieren. Der Slogan des Hotels "Es gibt Plätze auf dieser Welt, die sind
nicht von dieser Welt", mit dem es um zahlungskräftige Gäste wirbt, erhält so
eine neue Bedeutung.
Schon seit vielen Monaten diskutieren viele Gruppen, bundesweit und zugleich
international vernetzt, über Protestformen und die inhaltliche Begleitung des
Treffens. Es geht um die Kritik am Neoliberalismus, an Kriegspolitik und
Militarismus, am (nicht nur) europäischen Grenzregime und der Ausgrenzung von
Flüchtenden, an Hartz IV und der sozialen Verelendung mitten in den reichen
Staaten. Unter dem Motto "Eine andere Welt ist möglich" ruft ein breites
Bündnis für Samstag, den 2. Juni 2007, zu einer internationalen Demonstration
auf. In den folgenden Tagen werden die verschiedenen Themen aufgegriffen und in
Protestaktionen umgesetzt. Ein Gegenkongress wird die Themen diskutieren.
Staatlicher Verruf des Protestes Die Polizei Mecklenburg-Vorpommern schreibt in
ihrem Grußwort zum G8-Gipfel auf ihrer Internetseite: "Seit einigen Jahren
werden diese Treffen leider auch von gewalttätigen Ausschreitungen begleitet.
Darauf werden wir uns einstellen müssen." Dies entspricht dem Tenor, der zur
Zeit vorrangig von Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz angeschlagen wird.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor Anschlägen auf den G-8-Gipfel in
Heiligendamm. Erst schwadroniert der Behördenpräsident Heinz Fromm von
potentiellen Personenschäden, behauptet, in der "militanten Szene sei auch über
gezielte Attentate auf Personen intensiv diskutiert worden". Um dann zu
berichten, solche "Angriffe seien aber abgelehnt worden, da eine Eskalation für
politisch nicht opportun eingestuft werde". (FAZ, 29.1.07) Bereits im November
2006 äußerte BKA-Präsident Ziercke bei einer Sicherheitskonferenz in Rostock
"große Besorgnis". Bereits jetzt werde eine "Zunahme von Straftaten wie
Sachbeschädigungen, Brand- und Farbanschlägen registriert ... Selbst mit
Terroranschläge müsse gerechnet werden."(FAZ, 23.11.2006)
Gleichzeitig wird schon jetzt versucht, in der öffentlichen Darstellung und
Wahrnehmung eine Spaltung des Protests zu erreichen. BKAPräsident Ziercke
betont, dass "nur wenige Demonstranten gewaltbereit seien. Friedliche
Protestierer würden von den Sicherheitsmaßnahmen nicht berührt." Wer also von
den "über 1000 Beamten" des Bundeskriminalamts und den "insgesamt weit über
10.000 Beamten" der Polizeien (FR, 28.12.2006) ins Visier genommen wird, so ist
zu schließen, kann nicht friedlich sein. Wie allerdings die "friedlichen
Protestierer" nicht von Überwachung, Abschrekkung, Kontrollen und Absperrungen
berührt sein könnten, bleibt das Rätsel, das der Quadratur des Kreises
entspricht.
Präventives Polizeigesetz
Die Politik hält sich (noch) ein wenig zurück. Die Linkspartei.PDS steht dem
Protest zumindest nahe. Aber auch mit der PDS ist im Juni 2006 das Sicherheits-
und Ordnungsgesetz des Landes Mecklenburg- Vorpommern novelliert worden, um
präventive Eingriffsbefugnisse für die Polizei auszuweiten. So treibt dieses
Polizeigesetz die Vorwärtsverrechtlichung weiter voran.
Dass es zur Abwehr und Einschüchterung von Demonstrierenden eingesetzt werden
kann und soll, ist offensichtlich. (Verdeckte) Überwachungen spielen eine
zentrale Rolle. V-Personen, also solche, die gegen Bezahlung Informationen aus
der "Szene" weitergeben, dürfen von der Polizei geführt werden. Ebenfalls
können verdeckt ermittelnde Polizeibeamte eingesetzt werden. Sowohl eine
längere Observation als auch der Einsatz verdeckter Überwachungstechniken sind
erlaubt. Ein automatisches Kfz-Kennzeichen- Lesesystem (AKLS) darf eingesetzt
werden. Platzverweisungen können für maximal zehn Wochen sogar für ein ganzes
Gemeindegebiet ausgesprochen werden. Chemische Kampfstoffe (CN und CS) sowie
Pfefferspray sind beim Einsatz gegen Versammlungen erlaubt. Wie schon bei der
WM wird die Polizei darum bemüht sein, "verdächtige" Personen möglichst
frühzeitig herauszufiltern und "auszusperren". Wer, auf welche Weise auch
immer, in die Verdachtsdateien geraten ist - eine gerichtliche Verurteilung ist
hierfür nicht notwendig - soll mittels Einreiseverboten, Meldeauflagen und
Platzverweisen an jeder Beteiligung an den Demonstrationen gehindert werden.
Wieder soll auch die Bundeswehr "im Notfall" für eine Unterstützung bereit
stehen. Da ein Einsatz der Bundeswehr im Inneren illegal ist, wird mit der
Inszenierung von helfender Bundeswehr im Notfall deren weiterer Einsatz im
Inneren vorbereitet. Die Bundeswehr stellt Kasernen zur Unterbringung von 6.000
Einsatzkräften sowie ein mobiles Krankenhaus zur Verfügung. "Im Bedarfsfall
könnten ABCSchützen, Sanitäter oder Fernmeldeeinheiten Unterstützung leisten",
so der Inspekteur der Streitkräftebasis, Vize-Admiral Wolfram Kühn. (NDR,
16.2.07) Im Frühjahr soll es gar "gemeinsame Notfallübungen der Stäbe geben".
In München und in Erlangen sind im Januar 2007 linke Projekte, Betriebe und
Privatwohnungen von der Polizei durchsucht worden. In München wurde vorgeblich
nach einem Aufruf gesucht, in dem zur Blockade des Flughafen Rostock- Lage am
5.6.07 aufgerufen wird. Daraus machte der Staatsschutz eine "Stürmung" des
Flughafens und einen "Aufruf zu Straftaten". Leider werden solche Abstrusitäten
manchmal - wie in München - von Ermittlungsrichtern abgesegnet.
Es gibt also Grund genug für uns, die Demonstrationen und das politische und
polizeiliche Vorgehen erneut zu beobachten und darüber zu berichten. Vom 2. bis
zum 7. Juni (oder länger) werden wir uns mit möglichst vielen BeobachterInnen
rund um Heiligendamm und Rostock aufhalten und die Proteste beobachtend
begleiten.
• Wer sich an unserer Demonstrationsbeobachtung beteiligen will, ist herzlich
willkommen.
Gerne schicke ich Informationen über unser Konzept, unsere Planungen etc.
• Wir sind noch auf der Suche nach Unterkunftsmöglichkeiten rund um Rostock und
Heiligendamm - Hinweise oder Einladungen sind ebenfalls herzlich willkommen.
[http://www.grundrechtekomitee.de/files/articles/info2-07.pdf]
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Hamburger Abendblatt: Anschlag: G-8-Gegner bekennen sich
Erst eine Woche nach dem Brandanschlag auf vier Transporter des
Dussmann-Konzerns in Niendorf (wir berichteten) ist jetzt ein Bekennerschreiben
aufgetaucht. Ein zwei Seiten langer, eng maschinenbeschriebener Brief ging
gestern per Post beim Hamburger Abendblatt ein. Eine namentlich nicht näher
bezeichnete Gruppierung bekannte sich darin zu der Tat. Auch sie steht demnach
unter anderem im Zusammenhang mit dem G-8-Gipfel im Juni im Ostseebad
Heiligendamm.
Die linksextremen Täter sehen sich als "Teil einer militanten Kampagne gegen das
Treffen", zu der sie mit dem Anzünden der vier Lieferwagen auf dem Parkplatz
einer Seniorenresidenz am Ernst-Mittelbach-Ring ihren "eigenen Beitrag"
geleistet hätten. Die Firma Dussmann wird in dem Schreiben als
"Überzeugungstäter kapitalistischer Modernisierung" bezeichnet. Zum Ziel der
militanten Linksextremen wurde sie offensichtlich, weil das
Dienstleistungsunternehmen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber mit
Essen versorgen soll und damit unterstütze - allerdings nicht in Hamburg,
sondern in Berlin.
Polizeisprecher Ralf Meyer sagte auf Anfrage: "Nach ersten Ermittlungen halten
wir den Brief für echt." Die Ermittler des Staatsschutzes würden jetzt
Zusammenhänge mit anderen Straftaten prüfen, insbesondere mit ähnlichen
Brandanschlägen von gewalttätigen G-8-Gipfelgegnern in der Vergangenheit. So
war zuletzt ein Auto von Finanzstaatssekretär Thomas Mirow (SPD) an Weihnachten
in Winterhude in Brand gesetzt worden, genau einen Monat später wurden Anschläge
auf zwei Manager von ThyssenKrupp MarineSystems verübt. In allen Fällen hat die
G-8-Sonderkommission der Polizei bislang keine heiße Spur zu den Tätern.
Nach Ansicht von Sicherheitsexperten setzt sich mit dem Brief der Trend fort,
dass derartige Schreiben immer krudere Begründungen für die Anschläge liefern
würden - und die Täter, die zuletzt im Vier-Wochen-Rhythmus zuschlugen, damit
immer unberechenbarer werden.
Mit der erneut politischen Bekennung ist zudem davon auszugehen, dass auch in
diesem Fall Generalbundesanwältin Monika Harms das Ermittlungsverfahren an sich
ziehen wird. Die Bundesanwaltschaft ermittelt bereits in den beiden
vorangegangenen Hamburger Brandanschlägen wegen des Verdachts der
Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.
[http://www.abendblatt.de/daten/2007/03/03/699243.html]
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Liebe Freundinnen und Freunde!
Der letzte Wintermonat steht bevor und dann wird es endlich wieder richtig warm.
Für den Winterausklang haben wieder so einiges für Euch mit dem uns vielleicht
schon vorher warm wird.
Eure Soziale Bildung
P.S. Wenn ihr den Newsletter nicht bekommen wollt, guckt bitte ganz unten.
Inhalte:
1. ...und jetzt kommst du - am Sonnabend den 3. März um 15 Uhr
2. fußnote - Die alternative Zeitung für Rostock und Umgebung
3. Globalisierungsinfotour - Termine und Buchung
4. Gedenke - Ein Rostocker Stadtrundgang
5. Was auf den Teller kommt - Termine und Buchung
6. Treffen der lokalen Akteure am 23. März
7. Film & Diskussion: Das Miami Model
8. Antirassistische Filmwoche der AIR
[...]
3. Globalisierungsinfotour - Termine und Buchung
Im Juni wird in Heiligendamm bei Rostock der G8 Gipfel stattfinden. Dann wird
Mecklenburg-Vorpommern im Fokus der Massenmedien stehen. Die Regierungen der
wirtschaftlich stärksten Staaten der Erde werden Entscheidungen treffen, die
alle Menschen auf der Erde betreffen. Diese Treffen konnten die Welt nicht
besser machen. Im Gegenteil Milliarden Menschen leben in Armut und Elend und
die natürliche Umwelt wird zerstört. Millionen kämpfen gegen verheerende
soziale und ökologische Zustände. Viele 10.000 Protestierende werden nach
Rostock und Heiligendamm kommen.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Bevölkerungsgruppen und will die Menschen
zum Thema Globalisierung informieren. Den Teilnehmenden wird nach dem
französischen Vorbild der Bürgerdebatten ein Forum geboten sich zum Thema
auszutauschen und sich mit den komplexen globalen Zusammenhängen
auseinanderzusetzen.
Die Veranstaltung beschäftigt sich mit den Fragen: Was ist Globalisierung? Was
sind die G8? Warum protestieren so viele? Wird es Gewalt geben? Was hat das
alles mit mir zu tun?
Ihr könnt die Veranstaltung buchen und zu Euch holen: Thema: Infotour zur
Globalisierung, email:
bildung at soziale-bildung.org oder Telefon: 0381-1273363
[...]
6. Treffen der lokalen Akteure 2.0: Lokale Aktivitäten im Vorfeld des G8-Gipfels
Nach dem Treffen am 12. Januar im Waldemarhof wollten sich die Beteiligten
erneut treffen, um die Fortschritte ihrer Projekte auszutauschen und sich
weiter abzusprechen. Dieses Treffen bereiten wir gerade vor. Es wird am 23.
März wieder um 18:00 Uhr stattfinden. Der Ort steht noch nicht fest. Wir geben
Euch rechtzeitig Bescheid.
[...]
Dies ist der Newsletter von Soziale Bildung e.V., in dem wir ueber unsere
Aktivitaeten informieren. Er erscheint maximal einmal im Monat. Fuer mehr
Informationen besuche unsere Homepage: www.soziale-bildung.org oder nimm direkt
Kontakt mit uns auf: Soziale Bildung e.V., Friedrichstraße 23, 18057 Rostock,
Telefon: 0381/1273363
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Mehr Moeglichkeiten z.B. Mail-Archiv-Zugriff erhaeltst Du durch eine e-mail an:
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[soziale-bildung.org]
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Dissent-Treffen in Hamburg: Scharfe Kritik an Hinhaltetaktik der Polizei
Scharfe Kritik äußerten am Wochenende AktivistInnen des Dissent-Netzwerkes
(www.dissentnetwork.org) an der Hinhaltetaktik der Behörden in den
Vorbereitungen zum G8-Gipfel vom 6.-8. Juni in Heiligendamm. "Hier wird
Widerstand unmöglich gemacht. Es gibt seit einiger Zeit Anmeldungen für
Kundgebungen, Infopunkte und Demonstrationen", heißt es auf der
Abschlussveranstaltung des Dissent! Netzwerkes in Hamburg am Wochenende. "Keine
der angemeldeten Aktionen ist verboten. Bisher liegen jedoch auch keine
Gesprächsangebote der zuständigen Behörden für die konkrete Durchführung vor.
Hier zentriert und entscheidet sich alles über die Polizeieinheit Kavala," so
Dieter Rahmann aus der Verhandlungsgruppe. Wer sich die G8 einlade, der lade
sich auch den Widerstand ein, das sei allen Beteiligten schon seit langem klar.
Das Bündnis rief alle emanzipatorischen Gruppen, die gegen das Treffen
mobilisieren, auf, gegen diese Verhältnisse zu protestieren.
Besonders kritisiert wurde außerdem der Umgang mit den Verhandlungen für mehrere
Protestcamps rund um Heiligendamm. "Es werden mehrere zehntausend
DemonstrantInnen aus aller Welt erwartet. Wir wollen dafür sorgen, dass sie
untergebracht werden," so Rahmann weiter. In dieser Woche finden noch zwei
Gespräche statt. Danach wird entschieden, wie es weitergeht.
Die Camp-Verhandlungsgruppe nimmt von dem Treffen in Hamburg die Aufforderung
mit, die Gespräche in der kommenden Woche abzubrechen. Stattdessen fordern die
Delegierten in Hamburg die Arbeitsgruppe Camping auf, jetzt mit Vorbereitungen
für Plan B zu beginnen. Hierunter verstehen sie, die Übernachtung der
GipfelgegnerInnen notfalls durch eine Besetzung öffentlicher Flächen wie
Grünanlagen, Parks und andere Flächen in Wald und Feld sicherzustellen. "Plan B
bedeutet für uns, uns auf unsere eigene Organisationsfähigkeit zu konzentrieren
und keine weitere Energie in Verhandlungen zu stecken, die nur eins bedeuten:
den legitimen Widerstand gegen den G8 Gipfel auszubremsen", heißt es in der
Erklärung aus Hamburg.
[g8-presse at mail.nadir.org]
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Bildungsdemo in Heidelberg 1. Maerz
Knapp 1000 Leute demonstrierten am 1. März in Heidelberg unter dem Titel "Freie
Bildung für alle", ähnlich dem Opernball hatten auch Antifagruppen dazu
aufgerufen, nach der Demo gab es Blockadeaktionen gegen die Abfahrt der
EU-Bildungsminister.
Von Heidelberg nach Heiligendamm?
Ein breites Spektrum an Gruppen hatte am 1. März zur Demo aufgerufen, am 16 uhr
hbf gings los. Außer der Sturmwarnung kam dann auch noch der Regen dazu.
Deshalb waren wohl auch nur knapp 1000 (die Presse schätzt "über 800?) Leute
anwesend und auch die Straßenblockaden verliefen nur mäßig erfolgreich. Mehrere
Personen wurden in Gewahrsam genommen...
[http://de.indymedia.org/2007/03/169636.shtml]
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Sondersitzung des Landtags für Kontrollkommission
Schwerin (dpa) Der Landtag kommt voraussichtlich am 14. März in Schwerin zu
einer Sondersitzung zusammen. Dabei soll das Landes-Verfassungsschutzgesetz mit
dem Ziel geändert werden, die Kommission zur Überprüfung der Arbeit des
Verfassungsschutzes von jetzt fünf auf sechs Parlamentarier zu vergrößern.
Einem Sprecher der CDU-Fraktion zufolge haben SPD und CDU die Sondersitzung
beantragt. Mit dem Extra-Treffen soll es möglich werden, bereits in der
nächsten regulären Sitzung des Landtags Ende März die Mitglieder dieser
Kommission zu wählen. Eine rasche Besetzung des Gremiums gilt mit Blick auf den
G8-Gipfel in Heiligendamm als vordringlich.
[http://www.ostsee-zeitung.de/archiv.phtml?Param=DB-Artikel&ID=2617968]
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"Global resistance & summit protest: critical retrospections & future visions"
(An activist symposium in Amsterdam , organized by Transnational Institute,
XminY, and Dissent-NL)
Seattle 1999, Washington and Prague 2000, Gothenburg and Genoa 2001, Quito 2002,
Thessalonica, Evian and Cancún 2003, Gleneagles, Mar del Plata and Hong Kong
2005 - these are just some stations of mass protest against global summits
throughout the world. The next stop is the G8 summit in Heiligendamm, Germany,
in June 2007. Is this irrepressible movement going to 'shut them down'?
On Sunday, 18th of March, the Transnational Institute, XminY, and Dissent-NL
organize an activist symposium in order to reflect on 10 years of summit
protest and evaluate the broader dynamics of global movements that have
unfolded beyond these global days of action.
What have been the effects of this series of summit protests, both on
international institutions and policies, and on the dynamic of global
movements? What is the role of global protest events in the North for the daily
struggles in the Global South? What are the lessons for the future? And where
are possibilities for new types of intervention in global power relations and
for new way of practising solidarity?
Two interconnected panels with well-known activist researchers will open a space
for analysis and reflection of these broader questions.
Programme (Sunday, 18th of March)
Location: Crea Theater, Turfdraagsterpad 17, Amsterdam
12.00-13.00 Arrival, short movies about previous summit protests, book fair
13.00-14.30 1st Panel: Historical Trajectories of global resistance
Speakers:
Peter Waterman, specialist on labour movements and social forum process
Gemma Galdón, Transnational Institute, research project "New politics"
During this panel we will highlight some important historical developments and
trajectories of the resistance against neoliberal globalization during the last
10 years. How has the global South inspired new practices of resistance in
Northern countries? What was the meaning of events like Seattle in the context
of single-issue campaigns as the dominant strategy during the nineties? Why did
summits of international institutions become a focus of protest and resistance?
How did the new alliances between various actors, such as NGO's, trade unions,
socialist groups and grassroots networks, interact? What are the successes and
failures of the 'politics of networking'?
14.30-15.00 Lunch break and short films about upcoming protests against G8 in
Germany
15.00-16.30 2nd Panel: Envisioning strategies for global struggles and
networking
Speakers:
Amory Starr, Colorado State University, author of "Global revolt"
Ben Trott, editor of "Shut them down. Gleneagles, the G8 and the movement of
movements"
The second panel provides a space for thinking about present and future
possibilities and directions of global movements. Facing the challenges that
have been highlighted in the first panel, we would like to touch upon the
following questions: How do we avoid ending up with the old problem of
single-issue politics, both ideologically and practically? Which practices and
types of intervention could produce concrete results? On which ground should we
base the construction of shifting alliances? Do we need an alternative to the
practice of networking? And what is the relationship between resisting
neoliberal policies and creating alternative worlds?
Afterwards Drinks opposite of Crea
19.00 - ... Food kitchen in the Overtoom 301 with Indymedia movie theater ????
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Polizeigewerkschaft über Bundeswehr: "Keine Grundgesetzänderung nötig, wie sie
immer wieder von bestimmten Politikerkreisen gefordert wird"
Die deutsche Polizeigewerkschaft trifft Knut Abramowski. Thema sind die
Unterbringung der Polizei in Hotels, Pensionen und Kliniken. Betont wird, "aber
diesmal streng auf die hygienischen Standards und auf ausreichende Schlaf- und
Ruhemöglichkeiten" zu achten.
Zusammen mit der Bundeswehr möchte "Kavala" beweisen, "dass allein die Polizei
der Garant für die innere Sicherheit bleibt".
"Der Bundeswehr kommt im Rahmen der Amtshilfe die Aufgabe zu, dort wo es
technisch notwendig ist, die entsprechende Ausstattung bereit zu stellen".
[ausführlich unter http://gipfelsoli.org/Repression/938.html]
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Die WM war eine gute Übung - findet die nächste in Heiligendamm statt?
Die Grenzen zwischen Militärischem und Zivilem verwischen
14.1.2007: Am 11.1.2006 stellte die Bundeswehr in Sachsen-Anhalt ihr erstes
Landeskommando in Dienst. Damit werden die militärischen Zuständigkeiten schon
mal räumlich den zivilen Strukturen angeglichen. Das macht die
"zivilmilitärische Zusammenarbeit", sprich die militärische Vereinnahmung
ziviler Strukturen einfacher. Bis Juni sollen die anderen Länder folgen.
Natürlich auch Nordrhein-Westfalen, wo man bei der WM bereits erste Erfahrungen
sammeln konnte.
Der Umbau der Kommandostrukturen vollzieht sich bis hinunter auf Kreisebene: 31
Bezirks- und 426 Kreisverbindungskommandos sollen den Zivilbehörden in
sämtlichen Landkreisen und kreisfreien Städten "zur Seite gestellt" werden. 59
davon wird es in Nordrhein-Westfalen geben. Hier wurden schon im letzten Jahr
während der Fußball-Weltmeisterschaft erste Erfahrungen gesammelt. Offiziere
und Unteroffiziere der Reserve arbeiteten damals in der Einsatzleitzentrale und
in der Informationszelle, halfen im Tagesgeschäft des militärischen Stabes aus
und saßen in den zivilen Führungs- und Krisenstäben in Münster, Köln und
Gelsenkirchen als Verbindungsoffiziere. "Die WM kommt für uns als Generalprobe
ganz gelegen, unsere nicht aktiven Verbindungsoffiziere in den zivilen
Krisenstäben vorzustellen und zu empfehlen"; so Oberst Bescht, Kommandeur im
Verteidigungsbezirk 31 mit Sitz in Düsseldorf.
Diese Kommandos bestehen zunächst mal aus jeweils zwölf Reservisten, die bei
Bedarf aktiviert werden. Reservisten eignen sich zum jetzigen Zeitpunkt
besonders gut für diese Aufgabe: die zivile Seite wird über die Zusammenarbeit
mit einem Zwitter zwischen militärischem und zivilem Dasein behutsam an den
militärisch Einfluß herangeführt, Reservisten können über längere Zeit
Verbindungen aufbauen und ihre Kontakte aus dem zivilen Leben dafür nutzen als
ständig wechselndes Personal aus der aktiven Truppe und sie sind obendrein noch
billiger. Wie praktisch.
Die Verbindungskommandos sollen im Bedarfsfall einen Hilfseinsatz der
Streitkräfte schnell und effektiv gewährleisten.In erster Linie wird als ein
solcher Bedarfsfall gerne der Schutz der Bürger bei Katastrophen genannt, denn
wer hat schon was dagegen, wenn die Soldaten auch mal etwas Sinnvolles tun? Nur
haben derartige Einsätze in den letzten Jahrzehnten auch schon stattgefunden.
Die eigentliche Motivation versteckt sich in einer Stellungnahme auf der
homepage der Bundeswehr im "Schutz lebenswichtiger Infrastruktur", einem
Begriff, der Interpretationen weiten Raum läßt. Auch der Satz, die
zivilmilitärische Zusammenarbeit richte sich "heute vor allem an neuen
gesamtstaatlichen übergreifenden Sicherheitskonzepten aus", läßt nichts Gutes
ahnen, wenn man sieht, dass in dem Beitrag "Neue Wege der Bundeswehr in der
Zivil-Militärischen Zusammenarbeit im Inland" vornehmlich fiktive
Terroranschläge als Begründung für die Umstrukturierung genannt werden.
Nun haben drei Jahre militärischer Besatzung im Irak auch für Militärs
hinreichend deutlich gemacht, dass Terroranschläge durch militärische Maßnahmen
nicht verhindert werden können. Dagegen sind sie ein erprobtes Mittel, um
beispielsweise politische Proteste in Form von großen Demonstrationen
aufzulösen. Gegenwärtig bieten "Krawallmacher", deren Auftreten beispielsweise
für die Demonstrationen gegen den G8-Gipfel bereits medienwirksam angekündigt
wird, den willkommenen propagandistischen Übergang. Vom heimlichen Bombenleger
wird gesprochen, der lautstark und gewalttätig protestierende Demonstrant kann
unschwer in den gleichen Topf geworfen werden, und am Ende trifft es die, die
eigentlich gemeint sind: diejenigen, die mit breiten Demonstrationen gegen die
Vorherrschaft von Kriegspolitik und die Unterordnung der Welt unter ökonomische
Interessen protestieren wollen.
Das sagt einer, der es wissen muß: Am 10.1.2007 erklärte der Inspekteur der
Streitkräftebasis, Vizeadmiral Wolfram Kühn, die Bundeswehr stehe "im Notfall
für eine Unterstützung beim G-8-Gipfel im Juni in Heiligendamm bereit".
Kasernen zur Unterbringung von 6000 Einsatzkräften sowie ein mobiles
Krankenhaus stünden zur Verfügung, im Bedarfsfall könnten ABC-Schutzkräfte,
Sanitäter oder Fernmeldeeinheiten Unterstützung leisten. "Wenn ein Schadensfall
eintritt und wir angefordert werden, wird die Bundeswehr mit jedem Soldaten, der
zur Verfügung steht, helfen".
[http://www.friedenskreis-castrop-rauxel.de/FCR-News.fau?prj=Friedenskreis&i_objid=725]