[Gipfelsoli Newsletter] Genua -- Heiligendamm

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Fre Nov 10 01:42:50 CET 2006


- Was geschah auf der Piazza Alimonda?
- Filmdoku: Anti-G8-Camp Inski von Filmpiraten
- Polizei-Stab für Gipfeltreffen in Heiligendamm aufgestockt
- G8-Polizei zog nach Waldeck
- G8-Gipfel: 34 Millionen fehlen
- G8-Gegner nehmen Anlauf

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Was geschah auf der Piazza Alimonda?
G8 - Fünf Jahre nach Genua
Ein Jahr vor Heiligendamm

Im Sommer 2001 fanden sich Über dreihunderttausend Menschen in Genua zusammen,
um gegen den Gipfel der G8 zu protestieren- das Treffen der Staats- und
Regierungschefs der USA, Kanadas, Japans, Großbritanniens, Frankreichs,
Italiens, Deutschlands und Russlands -. Dabei kam es zu brutalen
Polizeiübergriffen, Misshandlungen und Folter im Polizeigewahrsam und zum Tod
des italienischen Aktivisten Carlo Giuliani durch Schüsse aus einer
Polizeipistole. Jetzt, fünf Jahre danach, finden in Genua immer noch Prozesse
sowohl gegen Polizeibeamte wie auch gegen TeilnehmerInnen der Demonstrationen
gegen den G8 statt.

Die Darstellung von Polizeigewalt in den bürgerlichen Medien ist einfach und
wohlbekannt: Verschweigen und verdrehen, bestenfalls finden sich "tragische,
aber glücklicherweise einmalige Vorfälle" in den Geschichtsbüchern. Es liegt
also an uns allein, die Geschichte des Widerstandes zu schreiben, das Vergessen
der Opfer des Kapitalismus zu verhindern und darauf zu setzen, dass der
Widerstand in all seinen Facetten weitergeht. Es geht nicht, darum
Heldengeschichten zu erzählen oder die Motivation mit der Carlo Giuliani und
viele andere gekämpft haben für den eigenen politischen Kampf zu vereinnahmen.
Wir kannten Carlo nicht persönlich. Wir wissen nur, dass er mit vielen anderen
in Genua auf der Straße war und wegen seines Widerstandes von der Polizei
erschossen wurde. Im folgenden Prozess gegen die verantwortlichen Polizisten
wurde der Mörder von Carlos von der italienischen Justiz freigesprochen - trotz
der eindeutigen Beweislage. Carlos Vater, Giuliano Giuliani, hat nun in einem
aktuellen Film dokumentiert, was an diesem Tag wirklich auf der Piazza Alimonda
geschah! Giuliani befindet sich nun auf einer Rundreise durch Europa, um
Gegenöffentlichkeit zu schaffen und wir freuen uns sehr, dass er auch nach
Hamburg kommt, um den Film zu zeigen und uns erzählt, wie der Prozess verlaufen
ist.

Nächstes Jahr, vom 6.-8. Juni 2007, findet der G8-Gipfel nun in Deutschland, in
Heiligendamm an der mecklenburgischen Ostseeküste, statt. Tagungsort soll das
Nobelhotel Kempinski sein. Im Anschluss an den Film und dem Beitrag von
Giuliano Giuliani wollen wir uns der Vorbereitung des Widerstandes in
Heiligendamm und auch der anstehenden Repression beim kommenden G8 zuwenden und
aufzeigen, wie politische Solidarität mit Opfern von Polizeibrutalität und
Repression praktisch aussehen kann.

Mittwoch, 22.11.2006
in der Roten Flora, um 19.30 Uhr

Veranstalter: Rote Hilfe Ortsgruppe Hamburg, Anti-G8-Convergence-Center Hamburg

[Rote Hilfe Ortsgruppe Hamburg ]


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Filmdoku: Anti-G8-Camp Inski von Filmpiraten

Vom 4. bis 13. August 2006 fand in Steinhagen in der Nähe von Heiligendamm ein
Vorbereitungscamp für die Proteste gegen den G8-Gipfel statt. Der 9-minÜtige
Film zeigt das Camp, einige Argumente gegen G8 und dokumentiert die
Badetag-Aktion vor dem Kempinski Grand Hotel, wo vom 6.-8. Juni 2007 der G8
stattfinden soll.

Duration: 0:09:02, File Size: 78.93 MiB
Language: Deutsch, Subtitle: Kein/Unbekannt
Video Codec: XviD, Audio Codec: mp3

[http://video.indymedia.org/de/2006/11/564.shtml ]


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Polizei-Stab für Gipfeltreffen in Heiligendamm aufgestockt

Schwerin (OZ) Der G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm wirft seine Schatten voraus:
Rund sieben Monate vor dem Treffen hat der Einsatzstab der Polizei zur
Vorbereitung des Gipfels seine Mitarbeiterzahl auf 126 aufgestockt. Die
Zentrale der Polizeiführung bezog neue Räume in Waldeck bei Rostock, teilte die
Polizei gestern mit.
In Schwerin bemüht sich die neue Landesregierung darum, die Finanzierung der
ersten Sicherheitsmaßnahmen in Heiligendamm unter Dach und Fach zu bekommen.
Dabei geht es vor allem um die Kosten für den Bau des 2,50 Meter hohen und 13
Kilometer langen Zauns, der das Ostseebad während des Treffens abriegeln soll.
Mitte November läuft die Ausschreibungsfrist für den Bau ab, der elf Millionen
Euro kosten soll. Um diese Kosten und Entschädigungen für betroffene
Grundstückseigentümer begleichen zu können, ist eine Verpflichtungsermächtigung
des Landtags in HÃhe von 12,5 Millionen Euro nötig, da die Summe nicht im
Landesetat eingestellt ist.

[Ostseezeitung 9. November 2006]


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G8-Polizei zog nach Waldeck

Heiligendamm/Waldeck Die Besondere Aufbauorganisation (BAO) der Polizeidirektion
Rostock zur Planung, Vorbereitung und Durchführung des G 8-Gipfels 2007 in
Heiligendamm hat ihre neuen Räumlichkeiten in Waldeck bezogen. Sie trägt den
Namen "Kavala". Die dortige Landesliegenschaft wurde seit 1991 durch die
Bereitschaftspolizei MV genutzt. Einer der zwei Blöcke wurde saniert und mit
neuer Technik und Logistik ausgestattet. Der andere Block wird in den nächsten
Monaten ebenfalls erneuert. Ab Dezember 2006 werden weitere Einsatzabschnitte
eingerichtet, die sich den Veranstaltungsorten beziehungsweise den Orten von
besonderem Sicherheitsinteresse widmen werden.

[Ostseezeitung 9. November 2006]


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G8-Gipfel: 34 Millionen fehlen

Schwerin (OZ) Das Schweriner Finanzministerium hat erstmals offizielle Zahlen zu
den Kosten des G 8-Gipfels in Heiligendamm im Juni 2007 vorgelegt. In einem
Schreiben an den Landtag geht es von Gesamtkosten in HÃhe von 92 Millionen Euro
aus. Darin enthalten: 34 Millionen Euro für den Einsatz von Polizisten anderer
Bundesländer, die für die Sicherheit der Regierungschefs sorgen sollen. Um
diese Summe ist jetzt ein Streit zwischen Land, den Übrigen Bundesländern und
dem Bund entbrannt. Während MV davon ausgeht, dass die Kosten für den
Polizeieinsatz vom Bund getragen werden, verweist Berlin darauf, dass Schwerin
mit den Lindern verhandeln müsse. Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und
Rheinland-Pfalz signalisierten bereits, dass sie sich nicht an den Kosten
beteiligen wollen.

[Ostseezeitung 10. November 2006]


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G8-Gegner nehmen Anlauf

Rund 300 Gegner der Globalisierung werden ab heute in Rostock erwartet.
Veranstalter, Stadt und Polizei rechnen nicht mit Krawallen.
Stadtmitte Zwei- bis dreihundert Gegner des G8-Gipfels, der für den Juni
kommenden Jahres nach Heiligendamm anberaumt ist, werden von heute bis Sonntag
in der Hansestadt erwartet. Heute wird es eine Demonstration und mehrere
Kundgebungen unter dem Motto "Papiere für alle!" geben. Bis zum Sonntag wollen
sich dann Globalisierungsgegner in Groß Klein Über Aktionen zum G8-Gipfel
verständigen.
Nach Auskunft des Veranstalters "Bündnis G8, Flucht und Migration" soll die
heutige Demonstration der Forderung nach einem "bedingungslosen Bleiberecht von
geduldeten Flüchtlingen und MigrantInnen in Deutschland" Nachdruck verleihen.
Als erster Veranstaltungsort ist um 15 Uhr der Konrad-Adenauer-Platz avisiert.
Dort soll gegen 18 Uhr nach einem Ringmarsch Über den Neuen Markt, den
Boulevard und Vögenteich auch die Abschlusskundgebung der Demonstranten
stattfinden.
Der Ausländerbeauftragte der Hansestadt wird an der Veranstaltung nicht
teilnehmen. Wolfgang Richter sagte der OZ: "Probleme sind im direkten Kontakt
mit Entscheidungsbehörden besser zu klären als durch Demonstrationen." Indirekt
gab er der Zeitung zu verstehen, dass er sich nicht mit Ideologien und
politischen Gruppierungen dieser Veranstaltung identifizieren kann.
Der Pressesprecher der Stadtverwaltung, Ulrich Kunze, äußerte sich
zuversichtlich, dass es zu keinerlei Ausschreitungen weder bei der
Demonstration noch bei der internationalen Aktionskonferenz gegen den G8-Gipfel
in Groß Klein kommen werde. "Bei der ersten Tagung der G8-Gegner im März gab es
keinerlei Vorkommnisse", sagte er. Auch die Polizei, so ein Sprecher, geht von
einem friedlichen Treffen aus.
Die Stadt stellt die Störtebeker-Schule und zwei Sporthallen in Groß Klein zur
Verfügung. "Wir tun das, weil das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung einen
sehr hohen Stellenwert hat", meinte Kunze. Inhaltlich werte die Stadtverwaltung
das Treffen allerdings nicht.
Monty Schädel, dessen "Deutsche Friedensgesellschaft " und die internationale
Organisation "Attac" zu den Veranstaltern der drei Tage gehören, sagte, dass
pro Übernachtung in der Turnhalle zwei Euro an die Stadt gezahlt werden. Die
einzelnen Teilnehmer zahlten keinen festgesetzten Betrag. Er geht mit
Verpflegung von 10 000 Euro Kosten aus. Das Geld komme aus Spenden

[Ostseezeitung 10. November 2006]