[Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm

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Don Okt 12 23:49:05 CEST 2006


- "Von der Heide bis zum Strand -  vom Bombodrom über Rostock-Laage nach
Heiligendamm"
- Einladung zum 2. Treffen des G 8-Koordinierungskreises am 22.10.06
- Protokoll des Koordinierungstreffens "G8 und Landwirtschaft"
am 2./3.10. bei Kassel
- Veranstaltung Globale soziale Rechte

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"Von der Heide bis zum Strand -  vom Bombodrom über Rostock-Laage nach
Heiligendamm"

BOMBODROM und G8 2007 verhindern!

Dies ist ein Entwurf für die angestebten antimilitaristischen und
antipatriarchalen Aktionstage vor und während des G8- Gipfels 2007.  Politische
Hintergründe und Näheres zu den Aktivitäten werden auf einem AG-Treffen während
der Aktionskonferenz in Rostock (10. - 12. 11. 2006) diskutiert.

G8 und Krieg, Flucht, Migration gehören zusammen. Das steht für uns als
antimilitaristische, autonome und antipatriarchale Gruppen außer Frage. Die
Absicherung und Ausweitung der Politik der Privatisierung, Kommerzialisierung
und Ausbeutung aller greifbaren Ressourcen ist nur mit militärischem Rückhalt
machbar. Daher leuchtet uns die Planung einer Aktion zur Wiederaneignung des
geplanten Bombenabwurfplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide (zwischen Rostock
und Berlin) ein. Und zwar zum Zeitpunkt des G8-Gipfels in Zusammenarbeit mit
den örtlichen Protest- und Widerstandsgruppen.

Ziel einer Probebesetzung, mittelfristig vielleicht einer Wiederaneignung des
Bombodromgeländes, ist die Diskreditierung der Bundeswehr, die diesen Platz
gegen den Willen der überwiegenden Mehrheit der örtlichen Bevölkerung
durchsetzen will - und natürlich die Verhinderung des Bombenabwurfplatzes. Ziel
der Bundeswehr ist es, sich selbst und der NATO einen Übungsplatz zu schaffen,
auf dem sie den komplexen Luftkrieg (Boden-Luft-Boden), einschließlich der
Atombombenabwürfe trainieren können (sog. Schulterwurf). Ein solcher
Bombenabwurfplatz im eigenen Land, noch dazu der größte auf dem europäischen
Festland, würde den militärischen Einfluss der BRD weiter stärken, nicht
zuletzt im Hinblick auf den angestrebten ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat.

Auf zum Bombodrom im Heidesand
Um das Bombodrom herum gibt es einen regionalen Widerstand mit langer
Geschichte. In den Großstädten der weiteren Umgebung gibt es Zusammenhänge mit
antimilitaristischen Theorie- und Praxisschwerpunkten. "NO WAR" ist eine
zentrale Parole der globalen globalisierungskritischen Bewegung. Wenn diese
Widerstandsebenen zusammenkommen, dann ergibt das eine neue Qualität. Die
wollen wir entwickeln. Konkrete soziale Prozesse aus der gemeinsamen
Zusammenarbeit gegen Bombodrom, Militärflughafen und Gipfeltreffen können
Beziehungen ergeben, die den "Event G8" überdauern und die einerseits die
Durchsetzung des Bombodroms und andererseits die Vorbereitung kommender Kriege
erschweren.

Um die Extreme zu benennen: Im Hinblick auf die gemeinsame Aktion vor dem Gipfel
2007 und darüber hinaus haben wir die Verbindung der örtlichen Bevölkerung mit
autonomen Gruppen von außerhalb vor Augen. Wie bei der Startbahn-West, in
Wackersdorf, im Wendland. Es sind die Mischungen und Bündnisse, die bei aller
Unterschiedlichkeit die Qualität radikaler, sozialer Prozesse ausmachen.
Respekt für die Vielfalt und die Unterschiedlichkeiten bildet die Basis, auf
der wir ein Konzept entwickeln wollen, in dem der örtliche Widerstand
unterstützt und gestärkt wird. Ziel ist es, angepasst an die örtliche Situation
zu agieren, und den (internationalen) Schwung der G8-Mobilisierung zu nutzen, um
auf dem Bombodrom und am Flughafen Rostock-Laage den Zusammenhang von
Militarisierung und G8 herzustellen und anzugreifen. Eine Probebesetzung des
Platzes, das Wegrenovieren widerrechtlich errichteter Zäune oder die Verlegung
der Zielpyramide für die Bombenabwürfe an einen passenderen Ort mögen für
"echte Gipfelstürmer" nicht radikal erscheinen. Für die Region und für die
Entwicklung einer überregionalen antimilitaristischen Praxis wäre eine solche
Aktion unmittelbar vor den Gipfeltagen aber ein gewaltiger Schritt.
Bis dahin ist angedacht, das Symbol einer rosafarbenen "Zielpyramide" als
Widertsandssymbol wie das X im Wendland überall bekannt zu machen. Warum die
Farbe rosa? Es gab viele Aktionen auf dem Bombodromgelände, u.a. die, bei der
ein Kommandoturm immer wieder rosa angestrichen wurde, bis die Bundeswehr den
Turm wegen der Farbe gesprengt hatte. Die Bundeswehr fühlte sich durch rosa in
ihrer Männlichkeit angepißt.

Wir rufen dazu auf und arbeiten daran, dass Widerstandsspektren mit
verschiedenen Geschichten, unterschiedlichem soziopolitischem Alltag (urban -
ländlich, vielleicht sogar: nord - süd) und unterschiedlichen Praxiserfahrungen
langfristig zu einer gemeinsamen Verankerung in der Region kommen. Das geht nur
durch gegenseitiges Kennenlernen und Erfahrungen-miteinander-machen. Die
Gelegenheit ist günstig, da auch der regionale Protest nicht mehr
ausschließlich auf die juristische Schiene setzt. Die Chance ist groß, über die
Proteste gegen den G8-Gipfel auch die bundes- und weltweite Öffentlichkeit gegen
das Bombodrom zu erreichen, - eine dem militärischen Wert dieses Übungsgeländes
angemessene kritische Öffentlichkeit.

Weiter zum Flughafen....
Der Flughafen Rostock-Laage gehört in dieses militärische Ensemble und er ist
ein Teil der Infrastruktur des Gipfels: 2006 landete dort die
Präsidentenmaschine für den Bush-Besuch bei Frau Merkel. Etliche der
G8-GipfelteilnehmerInnen und Regierungschefs werden dort 2007 einschweben
wollen. Ihre Landebahn ist heute schon die Startbahn von Eurofightern:
Rostock-Laage ist Standort des Jagdgeschwaders 73 "Steinhoff". Die Eurofighter
haben sowohl für die Bundeswehr als auch für NATO zentrale Bedeutung. Zudem
stiegen während der Fußball-WM Tarnkappenbomber auf. Und auch Bomber aufs
Bombodrom werden von Rostock-Laage losfliegen. Der Flugplatz liegt direkt an
der Autobahn Berlin-Rostock und stellt sich als ein ideales Aktionsterrain dar.
Der Aktionstag amDienstag, den 5. Juni 2007 in Rostock-Laage eignet sich ganz
großartig, um nicht nur schleichende Militarisierung des Alltags hier und
offene Kriege weltweit zu kritisieren, sondern auch um konkrete Infrastruktur
sichtbar und angreifbar zu machen.

Die Bedeutung des Flughafen Rostock-Laage für das Bombodrom leuchtet auch den
örtlichen GegnerInnen des Bombenabwurfplatzes ein. Wir wollen die Verbindung
der Proteste gegen diese für die weltweite BRD/NATO-Kriegsführung bedeutsame
militärische Infrastruktur mit der lokalen Protestbewegung gegen das Bombodrom.
Wir sehen die Möglichkeit, dass bei einem solchen Aktionstag Menschen aus den
unterschiedlichsten Zusammenhängen mitmachen: nach dem Aktionstag auf dem
Bombodromgeländes geht es dann am 5. Juni 2007 über zur Blockade des Flughafens
- am Tage der Ankunft der PolitikerInnen, des Begleitpersonals und der Logistik.
Die Blockade des Flughafens skandalisiert Militarisierung, Krieg als
Fluchtursache, kriegerische "Weltordnungspolitik" der G8-Staaten, Hochrüstung
der Bundeswehr - und den geplanten Bombenabwurfplatz. Sie verschafft den
Gipfelprotesten einen antimilitaristischen, antipatriarchalen Ausdruck. Und sie
bereitet dem Treiben der Gipfelgangster ganz konkrete Probleme. Das gesamte
G8-Spektrum ist gefordert, eine zentrale und breite Mobilisierung zu
diskutieren, damit die Aktionen auf dem Bombodrom und am Flughafen
Rostock-Laage zustande kommen und damit sie in Mitten öffentlichen und medialen
Interesses stattfinden.

Die Kopplung Bombodrom, Militärflughafen, Präsidentenlandung bietet die
einmalige Möglichkeit, verschiedene Bereiche thematisch und praktisch(!)
sichtbar miteinander verknüpfen. Und Deutschland als einen zentralen Pfeiler
von Militarisierung und Krieg im Zusammenhang mit G8 sichtbar zu machen.

G8 delegitimieren, antimilitaristische und antipatriarchale Bewegung stärken,
Alternativen leben - für globalisierte Solidarität und ein klares "NEIN" zu
allen Kriegen.

Dazu rufen auf: Antimilitaristische, anarchistische, graswurzelorientierte,
antipatriarchale und autonome  Gruppen aus Berlin "Gegen G8 und
Militarisierung"

["Gegen G8 und Militarisierung"]


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Einladung zum 2. Treffen des G 8-Koordinierungskreises am 22.10.06 von 11:00 bis
17:00
im Pavillion am Raschplatz,  Lister Meile 4, Hannover

Liebe Freundinnen und Freunde,
im Namen des G8-Koordinierungskreises lade ich euch herzlich zur Teilnahme am
nächsten Koordinierungstreffen in Hannover ein.

Bitte schickt eure Zu- bzw. Absage an: mona at forumue.de. Es gilt auch weiterhin,
dass weitere Interessierte problemlos mit auf die Einladungsliste gesetzt
werden können.
Einen Vorschlag zur Tagesordnung habe ich beigefügt.

Wir freuen uns darauf, euch in Hannover zu sehen,

Im Auftrag des Koordinierungskreises,

Mona Bricke

Vorschlag zur  Tagesordnung:

0. Begrüßung, TO, Protokoll

1. Update zu politischen Rahmenbedingungen
1.1. Konsequenzen der neuen Regierungskonstellation in Mecklenburg-Vorpommern
1.2. Agenda der Bundesregierung
1.3. Übergreifendes Motto (Stand aus AG; Perspektiven)

2. Berichte (problemorientiert) aus den Modulen
2.1. Demo
2.2. Alternativkongress
2.3. Kulturevent(s)
2.4. Camp/Aktionen zivilen Ungehorsams

3. Gesamtchoreographie, Abstimmung der Termine der einzelnen Module

4. Vorbereitung Aktionskonferenz Rostock
4.1. Programm (s. Vorschlag in der Anlage)
4.2. Moderation der Plena
4.3. Öffentlichkeitsarbeit, Pressekonferenz
4.4. Technische Fragen (Raum, Unterbringung, Verpflegung usw.)

5. Internationalisierung des Prozesses
4.1. Internationale Kontakte
4.2. Auflistung von kommenden Events (WSF Nairobi etc.) und entsprechende
Arbeitsteilung
4.3. Gemeinsame fremdsprachige Homepage

6. Zusammenarbeit unserer Kreise
5.1. Name, Kokreis, etc.
5.2. Klärungsversuch für Parteienfrage
5.3. Debatte Aktionsformen (Gewaltfrage, Lobbyarbeit)

7. Finanzen

8. Nächster Termin

9. Sonstiges

[mona at forumue.de ]


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Protokoll des Koordinierungstreffens "G8 und Landwirtschaft"
am 2./3.10. bei Kassel

I) Kleine Vorgeschichte zur Orientierung:

Das Kasseler Treffen war das vierte aus unserem Kreis organisierte Treffen rund
um das Thema "G8 und Landwirtschaft", und das erste, zu dem bundesweit
eingeladen wurde.
Vorlauf dieses Treffens waren:
-der Workshop "Weltweiter Kampf um Nahrung, Land und Würde" ohne die deutsche
Linke? Perspektiven für eine Wiederentdeckung des Themas globale
Landwirtschaft" auf dem letzten BUKO in Berlin, an dem etwa 60 Personen
teilgenommen hatten,
-ein eher regionales Treffen mit ca. 25 TeilnehmerInnen auf einer
landwirtschaftlichen Kooperative in Mecklenburg im Juni,
-der Schwerpunkttag globale Landwirtschaft auf dem Campinski Anfang August
Ausgangspunkt aller vorgenannter Veranstaltungen war unter anderem der in der
Zeitschrift analyse & kritik (ak) erschienene Text von Gregor Samsa "über die
Notwendigkeit einer Wiederentdeckung. Globale Landwirtschaft und die Macht
kapitalistischer Agrarindustrie" (www.akweb.de, ak nr. 502)

II) Das Kassler Treffen

In Kassel waren etwa 25 Personen, grösstenteils aus Gruppen, sowie ein paar
engagierte Einzelpersonen, u.a. Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik,
freiwillige FeldbefreierInnen/Gendreck weg, BUKO Kampagne gegen Biopiraterie,
BUKO Agrarkoordination, attac agrarnetz, Angehörige der landwirtschaftlichen
Fakultät Witzenhausen.
Das Treffen begann mit einem inhaltlichen Input zum Stand der Agrarverhandlungen
im Rahmen der WTO.
Bei den Kampagnen- und aktionsbezogenen Diskussionen hat sich folgendes
herauskristallisiert:

III) Fahrplan nach Heiligendamm:

Für 2007 gibt es folgenden groben, vorläufigen Fahrplan des Schwerpunktes "G8
und Landwirtschaft":
a) ca. 2-wöchige Infotour von Süd- nach Norddeutschland (evtl. Start in
Österreich oder der Schweiz) im Februar/März
b) mehrere Veranstaltungen auf dem BUKO in Leipzig
c) Unterstützung des weltweiten "via campesina" Aktionstages am 17.4.
d) bis Juni mehrere Aktionen im Rahmen des sogenannten 5-Punkte-Plans (s.u.)
e) Aktionsschwerpunkt globale Landwirtschaft bei den Protesten zum Gipfel selbst

a) Infotour

Die Idee ist, mit einem landwirtschafltichen Produkt, das sich gut eignet,
möglichst viele Teilbereiche der globalen Landwirtschaftsproblematik zu
thematisieren (z.B. LKW voller Orangen aus einer fortschrittlichen
Kooperative), mehrere Stationen in der BRD
anzufahren, und dort sowohl öffentlich (Infostand plus Verkauf/Verschenken auf
dem Marktplatz) als auch im Rahmen thematischer Veranstaltungen rund um das
Thema "G8 und Landwirtschaft" zu informieren/mobilisieren.
Die Stationen sollten von lokalen Gruppen vorbereitet werden (Orga,
Pressearbeit, eigene inhaltliche Schwerpunkte/Aktionen), der Laster würde
globale Infos zu G8 und Landwirtschaft mitbringen, es soll eher wenige, gut
vorbereitete Stationen geben. Bisher gäbe es Bereitschaft in Heidelberg,
Kassel/Göttingen, Hamburg, Berlin/Brandenburg, Bremen.
Wir wollen bei der Tour sowohl globale als auch hiesige Auswirkungen der
Landwirtschaftspolitik der G8 zu thematisieren. Eine genauere inhaltliche
Positionierung soll auf dem nächsten Treffen der AG Infotour am 21.10. in
Berlin stattfinden. Dort sollen auch definitiv logistische Möglichkeiten und
Kapazitäten geklärt werden.
Derzeit ist die Personaldecke für so ein ehrgeiziges Projekt viel zu dünn!!!,
daher der Aufruf an alle Interessierten, zum Treffen zu kommen und sich
einzubringen.

b) BUKO in Leipzig

Wir schaffen es nicht, einen eigenen Schwerpunkt Landwirtschaft auf dem BUKO zu
gestalten, v.a. aufgrund des damit verbundenen Arbeits- und Orgaaufwandes.
Es wird aber diverse inhaltliche Beiträge geben, u.a. von der Kampagne gegen
Biopiraterie, zu Landbesetzung, als Vorbereitung zum "via campesina" Aktionstag
am 17.4.

c) via campesina" Aktionstag am 17.4.

Wir wollen den Aktionstag von via campesina (weltweites Netz von Kleinbäuerinnen
und Kleinbauern, LandarbeiterInnen und Landlosen, streitet u.a. für das Recht
auf Ernährungssouveränität) am 17. April unterstützen, und dabei auch gegen die
G8 mobilisieren.
Idee geht im Moment eher Richtung dezentrale Informationsoffensive (public
viewing, öffentliche Vorführung von Filmen/Bildern). Es könnten auch deutsche
Akteure, die in Landkonflikte verwickelt sind, ein direktes Aktionsziel sein.

d) Aktionsvorschlag "5-Punkte-Plan"

Schon im Vorfeld angedacht und verbreitet wurde der Aktionsvorschlag
"5-Punkte-Plan": An symbolträchtigen Punkten der landwirtschaftlichen
Produktions- und Wertschöpfungskette des globalen Agrobusiness wollen wir
verschiedene Aktionen machen.
Beim Treffen wurde neben der Frage nach unseren Kapazitäten auch der zeitliche
Ablauf diskutiert (alles am gleichen Tag vs. zeitliche Streckung), Resultat ist
folgender Vorschlag:
-Thema "Landfrage": 17.4. Via Campesina Aktionstag
-Thema "Saatgut und biologische Vielfalt": 22.5. in Hannover beim
Bundessortenamt
-Thema "Gentechnik, Supermarkt": Aktionstag während des Gipfels mit diesen
beiden Schwerpunkten
-Thema "Mast, Tierproduktion": (unklar)
-Thema "Welthandel": EPA-Treffen (Economic Partnership Agreement) Ende Juni
nutzen (europäisch-afrikanisches Parlamentariertreffen zu Freihandel und
geistigen Eigentumsrechten)

e) Einladung zu einem (de)zentralen Aktionstag am 3. Juni 2007
Nach langer kontroverser Debatte wurde beschlossen, trotz Signalen starken
thematischen Interesses aus dem Ausland keinen "offiziellen" globalen
Aktionstag zum Thema globale Landwirtschaft auszurufen. Hauptgrund ist, dass
wir nicht die Kapazitäten sehen, eine tatsächliche inhaltliche und personelle
Vernetzung zu leisten, und keinen "Papiertiger" fabrizieren wollen, sondern die
eigenen Kräfte konzentrieren. Nichtsdestotrotz wollen wir eine Einladung zu den
Landwirtschaftsaktionen rund um Heiligendamm mehrsprachig verbreiten, verbunden
mit dem Aufruf, eigene Aktionen an selbstgewählten Orten durchzuführen. Dazu
wird ein Aktionstag während des Gipfels vorgeschlagen, favorisiertes Datum ist
Sonntag, der 3.6. Das heisst nicht, dass es nicht zeitnah/im Rahmen der G8
Proteste auch Aktionen an anderen Terminen geben kann. Am Aktionstag selbst
soll neben einer grösseren Aktion eine Podiumsdiskussion o.ä. stattfinden.

IV) Technix

a) Rostocker Vorbereitungskonferenz

Wir wollen unseren Aktionsvorschlag bei der Konferenz in Rostock am 10./11.11.
vorstellen, und auch im Vorfeld schon über die diversen Listen verbreiten.

b) nächstes Treffen:

Das nächste Treffen findet am 2./3.12., voraussichtlich in Göttingen oder
Witzenhausen statt. Eine Vorbereitungsgruppe trifft sich zwei Stunden vor
Beginn und erarbeitet einen Tagesordnungsvorschlag. Wegen An- und Abreise wird
sich das Treffen von ca. 14 Uhr Samstag bis ca. 16 Uhr Sonntag erstrecken. Als
thematischen Input zum Einstieg ist das
Thema "Energielandwirtschaft/Energiepflanzen" vorgeschlagen.

c) Inhaltliche Arbeit/Materialien sammeln und erstellen/Name, Fokus, Slogan:

Insgesamt gab es die Einschätzung, dass wir das Rad nicht neu erfinden müssen,
und viel auf schon Publiziertes zurückgreifen können. Welche Inhalte wir
vermitteln wollen, und auf welche Weise, besprechen wir auf dem nächsten
Treffen. Außerdem gründet sich dann auch eine Redaktionsgruppe, um einen Reader
zu erstellen.
Aufgrund der Breite der vertretenen inhaltlichen Positionen und Schwerpunkte
wird es vermutlich mehrere Projekte zur Öffentlichkeitsarbeit geben. Trotzdem
versuchen wir fürs nächste Treffen einen Vorschlag für ein inhaltliches Konzept
für die Infoarbeit auszuarbeiten. Unbedingt mitgedacht werden sollte auch
Pressearbeit!!!

d) Kommunikation:

- es gibt einen e-mail-Verteiler g8 und Landwirtschaft. Wer da drauf will melde
sich bei unserer Kontakt-email: g8_landwirtschaft at yahoo.de
- es gibt eine Seite im wiki des dissentnetzwerkes, auf dem wichtige öffentlich
zugängliche Informationen abrufbar sind (www.dissentnetzwerk.org, Unterseite
wiki, dort den Unterpunkt AG G8 und Landwirtschaft anklicken). An der
webpräsenz wird mittelfristig gebastelt werden. Unterstützung willkommen

e) Termine:

- AG Infotour-Treffen am 21.10.06, 14-20 Uhr in Berlin
- Biopiraterieauftaktseminar: "Vom G8 zum COP9", 17.-19.11.06 bei Witzenhausen

Wir sind insgesamt bisher zu wenige, sämtliche geplanten Aktionen brauchen noch
Unterstützung!!! Wir freuen uns auf und über weitere MitstreiterInnen!!!
Für Anfragen aller Art nutzt unsere Kontakt-email: g8_landwirtschaft at yahoo.de

[g8_landwirtschaft at yahoo.de]


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Veranstaltung Globale soziale Rechte

Die G8 haben seit zweieinhalb Jahrzehnten den Neoliberalismus zur
alternativlosen Grundlage aller Politik erklärt. Bei ihrem vorletzten treffen
in Schottland verlautbarten sie: "Weitere Strukturreformen sind nötig. Wir
unterstreichen die Bedeutung von Reformen für mehr Flexibilität, Produktivität
und mehr Arbeitsplätze. Dies wird entscheidend sein, um mittelfristig Wachstum
zu steigern, gesamtwirtschaftliche Stabilität zu erreichen und die
Herausforderungen des demographischen Wandels zu bewältigen."

Diese eingeschränkte Sicht der Wirklichkeit hat nicht nur zu vielfältigen und
dramatischen gesellschaftlichen Verwerfungen überall auf der Welt geführt,
sondern auch zu Kämpfen. Obwohl diese teilweise neue Qualität annehmen und auf
allen Kontinenten stattfinden, sind sie bisher weitgehend voneinander isoliert.
Anliegen der Veranstaltung wäre es, diese Kämpfe und ihre Verbindung sichtbar zu
machen und dabei danach zu fragen, was davon uns hier in Deutschland Vorbild
sein kann. Globale soziale Rechte müssen keineswegs auf der Ebene wohlmeinender
Absichtserklärungen verbleiben.  Wie die Verfahren der WTO zeigen, sind
verbindliche Regulierungen weltwirtschaftlicher Vorgänge sehr wohl möglich.

"Frankreich" war jüngst in aller Munde und galt als Chiffre dafür, wie eine
breite Bewegung einen besonders unverschämten Angriff auf soziale Sicherheit
zurückgewiesen hat. Dabei war besonders auffällig, dass nicht nur unmittelbar
Betroffene sich wehrten, sondern eine große Zahl engagierter Menschen sich an
der Auseinandersetzung darüber beteiligte, wie sie sich denn Gesellschaft
vorstellen.

In den USA galt die Gewerkschaftsbewegung lange Zeit als "out". Ein paar mafiose
Funktionäre und einige Tausend nostalgischer Industriearbeiter, so die
Unkenrufe, haben keine Zukunft. Inzwischen gibt es völlig neue Konzepte
gewerkschaftlicher Mobilisierung und Organisierung. Die Mitgliederbasis mancher
Gewerkschaft hat sich deutlich erweitert, MigrantInnen, nicht selten
illegalisierte, sind ein wesentliches Element. Auch die Organisierung von
prekär Beschäftigten ist in großem Rahmen gelungen. Paradebeispiel eines
positiven Kampfes ist der gewonnene Streik beim Postzusteller ups. Aber auch
viele andere Entwicklungen, auch und gerade im Bereich internationaler
Kooperation, machen Mut.

Dass fast eine Milliarde Menschen hungern muss in einer Welt, die Nahrungsmittel
für weit mehr als die Weltbevölkerung produziert, ist einer der größten Skandale
unserer Zeit. Die G8 haben das ebenfalls immer wieder thematisiert, sowohl beim
letzten Gipfel in Deutschland 1999 als auch im vergangenen Jahr in Schottland.
Auch die UN haben in den Milleniumszielen entsprechende Absichtserklärungen
abgegeben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Thema auch in Heiligendamm
1007 wieder eine Rolle spielen wird. Folgen wird das vermutlich so wenig haben
wie in der Vergangenheit. Es gibt einige Vorschläge, wie das zu ändern wäre.
Ein Beispiel ist der eines Mindesteinkommens gegen den Hunger, wie ihn FIAN
international vorgelegt hat.
Dieser enthält im Kern folgende Elemente: Ein Geldtransfer müsste an alle
Menschen eines Landes gezahlt werden, er unter den jeweiligen Bedingungen
ausreicht um drei Mahlzeiten täglich zu kaufen. Jedes Land müsste einen eigenen
Anteil von 1% des BIP in das Programm einbringen, der Rest wäre von den
OECD-Ländern aufzubringen.

Zu der Veranstaltung sollten Aktive aus den hier angesprochenen Kämpfen
eingeladen werden. Mit ihnen gemeinsam wäre zu fragen, was denn in
Deutschland/Europa möglich wäre und was getan werden müsste, damit es möglich
wird. Die Veranstaltung wird ganztags in Frankfurt stattfinden, voraussichtlich
am...

Formal wäre die Veranstaltung teil einer Serie, die von der NGO-Plattform zum G8
getragen wird. Die übrigen Themen der Serie sind Energie, Verschuldung,
Entwicklungsfinanzierung und geistige Monopolrechte. Eingeladen zur
Vorbereitung sind alle, die möchten. Ihr Interesse haben bisher bekundet:
attac, Brot für die Welt, Evangelischer Entwicklungsdienst, Fian,
Kindernothilfe, medico international, Wissentransfer.
Um den skizzierten Fian-Vorschlag herum hat sich ein Arbeitsprozess in
Deutschland gruppiert, zu dem neben den Genannten Personen aus BDKJ, Bündnis
Sozialproteste, Netzwerk Grundeinkommen, Wuppertal-Institut und der
Hans-Böckler-Stiftung gehören. Dort wird für 2007 eine Kampagne zur
Propagierung dieses Vorschlages verbunden mit weiteren Elementen geplant.

Wir schlagen vor, dass am
Donnerstag, den 19.Oktober um 10.00 Uhr
in Frankfurt im Haus der IG Metall Vorstandsverwaltung
Wilhelm Leuschner Str. 79
alle Interessierten sich zur weiteren Planung zusammensetzen. Bitte gebt diese
Einladung auch an andere Organisationen und Personen weiter.

[Werner Rätz]