[gipfelsoli] Heiligendamm
gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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Sam Aug 12 21:29:58 CEST 2006
- Pressemitteilung zum erfolgreichen Abschluss des Camps
- Presseerklärung: Polizeieinsatz am Badetag in Heiligendamm
- Pressemitteilung zur "Villabesetzung" in Heiligendamm
- Badetag in Heiligendamm
- Fahrradkarawane durch Osteuropa zum G8 2007
- Anti-G8/Gentec-Aktionen in M.-V.
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Pressemitteilung zum erfolgreichen Abschluss des Camps
CampInski guter Auftakt für Gipfelproteste im kommenden Jahr
Zehn Tage lang haben G 8 GegnerInnen in Steinhagen den Protest gegen den Gipfel
in Heiligendamm 2007 diskutiert und vorbereitet. "Das Camp hatte in erster
Linie die Idee, Widerstand zu vernetzen, um im kommenden Jahr gemeinsam den
Protest zu koordinieren und zu gestalten. Das ist voll gelungen", so Rosa
Camper, Sprecherin des Campinski. Neben der konkreten Vorbereitung gab es über
150 Workshops und Veranstaltungen nicht nur zu den vier Schwerpunkten globale
Landwirtschaft, NPD-Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern, Migration,
Militarismus. "Die Zahl von über 1000 TeilnehmerInnen hat unsere Erwartungen
übertroffen. Das ist ein gutes Zeichen für die Proteste im kommenden Jahr", so
Camper. Insgesamt werden rund 15.000 AktivistInnen aus aller Welt erwartet.
Gerade die internationale Vernetzung hat großes Interesse gefunden," erklärt
Carl Kemper, Sprecher des Campinski. TeilnehmerInnen aus England, Griechenland,
Italien, Australien, Russland, Polen und Frankreich, Rumänien, Schweden,
Bulgarien, Portugal, Tschechien, Niederlande und den USA waren schon in diesem
Jahr hier, um sich vor Ort über Aktionsformen, den Stand der
Blockadevorbereitungen und die Gestaltung der Camps auszutauschen. "Der
Widerstand im kommenden Jahr wird breit und vielfältig, soviel ist sicher," so
Kemper weiter.
Aktionen gab es auch in diesem Jahr schon. So wurden in Bad Doberan bei einer
Door-Knocking-Aktion zahlreiche BürgerInnen über den kommenden Gipfel und
dessen lokale Bezüge informiert.
Am Dienstag besuchten rund 300 TeilnehmerInnen des "CampInski" und AktivistInnen
des NoLager-Netzwerks die Stadt Rostock, um soziale Ausgrenzungspolitik
gegenüber Flüchtlingen und SozialleistungsempfängerInnen zu thematisieren und
"Gleiche Rechte für Alle" einzufordern. Aktueller und spontaner Anlass war das
Bekannt werden von Aufforderungen der Ausländerbehörden zur Mitwirkung bei der
Passersatzbeschaffung zur "freiwilligen" Ausreise an TogoerInnen in
Mecklenburg-Vorpommern - trotz des bestehenden Abschiebestopps.
Am Donnerstag haben rund 80 AktivistInnen das Genversuchsfeld in Groß Lüsewitz
bei Rostock besucht. In Groß Lüsewitz betreibt ein Bündnis verschiedener Firmen
und Forschungsinstitutionen Freilandversuche mit gentechnisch manipulierten
Raps-, Mais-, und Kartoffelpflanzen. Die Gentechnikkonzerne agieren weltweit.
Überall sollen LandwirtInnen gezwungen werden ihr Saatgut zu kaufen.
Unterstützt werden sie dabei von den Regierungen des Nordens, die sich im Juni
2007 zum so genannten G8-Gipfel in Heiligendamm versammeln wollen."Vor und
während des G8-Gipfels werden wir die Landwirtschaftspolitik der G8-Staaten und
der AgroKonzerne thematisieren und kritisieren. Der Spaziergang heute zu den
Forschungsinstitutionen und den Freilandversuchen in Groß Lüsewitz ist eine
erste Aktion," kündigte ein Sprecher an.
Am Freitag beteiligten sich rund 400 AktivistInnen an einem Aktionsbadetag:
"Auftauchen zum Widerstand" kritisierte die G8 als selbst ernanntes
undemokratisches Gremium, die zugunsten eines regellosen Kapitalismus
Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen die weltweite Zerstörung sozialer
Sicherungssysteme und Armut bedeuten. Bei dem Aktionstag wurde auf
Transparenten auf die Enteignung des ehemals jüdischen Unternehmens Kempinski
hingewiesen. 1937 wurde der Kempinskikonzern von den Nazis enteignet, die
jüdischen Vorbesitzer wurden in Polen vergast. Bis heute wird dieses Thema
vertuscht, es gibt keine Entschädigung, selbst der Forderung der überlebenden
Angehörigen, den jüdischen Namen Kempinski nicht weiter für die Hotelkette zu
nutzen, wird nicht nachgekommen. Im Anschluss an die Badeaktion kam es in Bad
Doberan zu einem unverhältnismäßigen Polizeieinsatz. "Zwar dementierte die
Polizei den Einsatz von Pfefferspray, aber es gibt Videoaufnahmen von der
Situation", so Rosa Camper. "Die Bundespolizei hat völlig überzogen reagiert
und durch ihr Verhalten gezeigt, dass sie auf Proteste in keinster Weise
verhältnismäßig reagiert. Das ist kein gutes Zeichen fürs kommende Jahr."
Am Samstag beteiligten sich zahlreiche GipfelgegnerInnen an einer Demonstration
"Keine Stimme der NPD". Rund 150 DemostrantInnen zogen durch die Innenstadt
Wismars, um die Nazistrukturen vor Ort öffentlich zu machen. In Schwerin
schlossen GipfelgegnerInnen symbolisch die Arno-Breker-Ausstellung. "Mit der
Schweriner Ausstellung wird die aktive Rehabilitierung eines der bekanntesten
NS-Künstler betrieben," so eine der AktivistInnen. "Das passt perfekt in die
nach wie vor passende Schlussstrichdebatte in der BRD." Die AktivistInnen
widmeten zahlreiche Kunstwerke um und forderten das Einschmelzen der
Bronzeskulpturen.
"Im kommenden Jahr suchen wir ja bekanntlich einen Zeltplatz für 15.000
GipfelgegnerInnen", so Carl Camper abschließend. "Der Auftakt war aus unserer
Sicht erfolgreich, sowohl was die inhaltliche Vorbereitung wie auch die
Aktionen betrifft. Und sicher ist, wir kommen wieder. Wer sich die G8 einlädt,
lädt auch den Widerstand ein."
[CampInski 2006 Pressegruppe Kontakt 0179-3764812 camp06-presse at so36.net ]
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Presseerklärung: Polizeieinsatz am Badetag in Heiligendamm
11.08.06
Gestern, am Freitag, den 11. 8.06, fand im Rahmen der Aktivitäten des Campinski
ein "demonstrativer Badetag" in Heiligendamm statt. Das Ziel war, den
vielfältigen Widerstand gegen das G8-Treffen nächstes Jahr direkt vor Ort zu
präsentieren. In unserem Focus stand dabei die geplante Privatisierung des
öffenflichen Strandes in Heiligendamm durch den Eigentümer der
Kempinski-Hotelkette, der Fundusgruppe.
Rund 400 Menschen zogen über den Strand und taten nicht nur mittels
Transparenten und Sprechchöre ihre Meinung zu Wasser und zu Lande kund. Eine
Sambagruppe untermalte die verschiedenen Aktionen. Während der Kundgebung
wurden von einer der leerstehen Villen des Strandabschnittes mehrere
Transparente herabgehangen, um die drohende Privatisierung des Strandes
öffentlich zu machen. Während hier die eingesetzte Bereitschaftspolizei noch
zurückgepfiffen wurde, kam es kurz danach doch noch zum Einsatz martialisch
ausgerüsteter Spezialeinheiten, als sich AktivistInnen das Hotel näher ansehen
wollten.Dabei war offensichtlich, daß die Polizei mit der Situation überfordert
war und mit kreativen und buntem Widerstand nicht friedlich umgehen kann.
Bei der Rückreise zum Camp Inski eskalierte die Polizei dann die Situation. Als
die DemoteilnehmerInnen friedlich in die Regionalbahn eingestiegen waren,
versuchte sich die Bundespolizei in einer Machtdemonstration. Die Beamten
öffneten gewaltsam die schon verschlossenen Türen des abfahrbereiten Zuges, um
willkürlich Personen herauszuziehen. Nachträglich wurde der Einsatz damit
gerechtfertigt, dass diese Personen sich gegen den Polizeieinsatz gewehrt
hätten. Unter dem Vorwand, es wären Türen zugehalten worden, wurde somit aus
nichtigem Anlass ein Polizeieinsatz äusserster Harte veranlasst. Ein Beamter
tat sich dabei besonders hervor, indem er ohne Vorwarnung zweimal Pfefferspray
in das Abteil spritzte. Die hintere Tür wurde dabei zeitgleich von der Polizei
blockiert und Versuche, aus dem Abteill herauszugehen, wurde mittels
Schlagstockeinsatz verhindert. Dadurch brach unter den Reisenden, unter denen
sich auch mehrere Eltern mit Kleinkindern befanden, Panik aus. Gegen den
inzwischen ermittelten Beamten wird von den Betroffenen eine Strafanzeige
gestellt werden. Die Begründung der Polizei für diesen hausgemachten Einsatz
wechselte dabei ständig. Von Rädelsführerschaft über Beleidigung hin zu
Eingriff in den Schienenverkehr wurden laufend neue Vorwürfe erhoben, die kurz
darauf schon wieder überholt waren. "Offensichtlich ist die Polizei mit
demokratischer Meinungsäußerung im Rahmen der Kampagne gegen den G8-Gipfel
total überfordert. Dabei wird nicht nur überzogen hart, sondern auch
inkompetent reagiert", so ein Augenzeuge. Im Zug wurde von verschiedenen
Einheiten eigenständig verhandelt, mit unterschiedlichen Ergebnissen, weswegen
sich der Einsatz, und damit auch die Abfahrt des Zuges unnötig in die Länge
zog. "Unter solchen Umständen ist es nicht möglich, überhaupt Verhandlungen mit
der Polizei über die Durchführung von Demonstrationen zu führen."
"Wir müssen leider feststellen das die Polizei hier versucht, aus Nichtigkeiten
heraus Einsatze zu provozieren. Die verständliche Gegenwehr gegen diese
Willkürmaßnahmen werden dann zur Rechtfertigung der Einsätze benutzt. Ursache
und Wirkung werden somit verdreht um die legitimen Proteste zu kriminalisieren
und in der Öffentlichkeit zu diffamieren," erkläerte Rosa Camper, Sprecherin
des Camps in Steinhagen. "Wir verurteilen den Polizeieinsatz und erklären
unsere Soldarität mit den Personen, die im Zuge der Polizeiübergriffe von
Kriminalisierung bedroht sind." Im Hinblick auf die Prosteste im kommenden Jahr
erklärte sie: "Die G8-GegnerInnen sind fest entschlossen, sich durch
polizeiliche Willkür nicht einschüchtern zu lassen und im kommenden Jahr ihren
Widerstand gegen die herrschende Weltordnung der G8 laut und deutlich, mit
vielen Tausend Menschen, auf die Straßen zu tragen. Wir lassen uns nicht in
"Gut" und "Böse" spalten oder uns vorschreiben, wie unser Widerstands
auszusehen hat."
[CampInski 2006 Pressegruppe Kontakt 0179-3764812 camp06-presse at so36.net ]
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Pressemitteilung zur "Villabesetzung" in Heiligendamm
Eigentum ist Diebstahl! Der Strand gehört allen!
Kein G8 in Heiligendamm und anderswo!
Liebe FreundInnen der Sonne und des Strandes,
schon bald kann es vorbei sein mit dem Badespass! Geht es nach dem Willen der
Fundus-Gruppe, die Eigentümer der Kempinski-Hotelanlage ist, dürfen hier bald
nur noch zahlungskräftige Nutzniesser des Kapitalismus baden. Schon jetzt ist
es für alle anderen äußerst schwierig zum Strand zu gelangen, weil die
Fundus-Gruppe einen Großteil der Ortschaft Heiligendamm aufgekauft hat - in
Zukunft soll hier ein Wellnesskomplex für Reiche entstehen. Nur auf Grund des
Widerstandes der örtlichen Bevölkerung konnte bisher der Zugriff auf den Strand
verhindert werden. Eigentum ist Diebstahl! Der Strand gehört allen!
Das Verhalten des jetzigen Kempinskikonzerns steht in der Tradition, die mit der
"Arisierung" jüdischen Eigentums in Deutschland ihren Anfang nahm. 1937 wurde
der Kempinskikonzern von den Nazis enteignet, die jüdischen Vorbesitzer wurden
in Polen vergast. Bis heute wird dieses Thema vertuscht, es gibt keine
Entschädigung, selbst der Forderung der überlebenden Angehörigen, den jüdischen
Namen Kempinski nicht weiter für die Hotelkette zu nutzen, wird nicht
nachgekommen.
Wir besetzen heute Gebäude auf dem Hotelgelände, von denen einige zum Abriss
bestimmt sind, die mensch aber für verschiedene Projekte nutzen könnte. Wir
wollen mit unserer Aktion nicht nur den Widerstand der Anwohner gegen die
Wegnahme öffentlicher Güter unterstützen und auf die grausame Geschichte des
Konzerns hinweisen, sondern auch ein Zeichen setzen gegen den im Juni 2007 hier
stattfindenden G8-Gipfel. Bei diesem Gipfel treffen sich die acht größten
Wirtschaftsmächte, um das Schicksal der ganzen Welt zu planen. Dabei stehen die
Interessen der Profiteure der globalen Martwirtschaft im Mittelpunkt:
Privatisierung, Unterdrückung und Krieg sind übliche Mittel zur Ausbeutung der
Menschen. Soziale Rechte werden überall auf der Welt eingeschränkt -
Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger sind die Folgen für die große Mehrheit, während
eine winzig kleine Minderheit immer reicher wird. Der Staat ermöglicht und
unterstützt diesen Prozess, Widerstand wird mit allen staatlichen
Unterdrückungsmechanismen gewaltsam bekämpft. Wir wollen uns das nicht mehr
gefallen lassen. Den Repressionen des deutschen Staates zum Trotz haben wir uns
in den letzten Tagen beim "Camp Inski" getroffen und gemeinsam unseren
Widerstand geplant.
Die symbolische Besetzung der leerstehenden Villen in Heiligendamm soll nur ein
Vorgeschmack auf kommende Proteste sein. Heute sind wir nur ein paar hundert
Leute, im nächsten Jahr werden, wie bei den Gipfelprotesten in anderen Ländern,
mehrere hunderttausend Menschen auf den Strassen sein.
Wir lassen uns den Mund nicht verbieten. Wir werden weiter für ein
selbstbestimmtes Leben in Frieden kämpfen. Wir kommen wieder...
[weitergeleitet von: CampInski 2006 Pressegruppe Kontakt 0179-3764812
camp06-presse at so36.net ]
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Badetag in Heiligendamm
Am 11. August gab es im Rahmen des Anti-G8-Camp 2006 Camp-Inski den Aktionstag
"Baden in Heiligendamm".
Rund 400 Leute folgten dem Aufruf und zogen auf verschiedenen Wegen zum Strand
vor dem Hotel Kempinski.
Dort gab es zu Samba-Klängen vielfältige Aktionen - neben gemeinsamen Schwimmen
und Strand-bevölkern gab es auch eine kurzzeitige Hausbesetzung, bei der auf
die Enteignung der Familie Kempinski durch die Nazis hingewiesen wurde.
Auf der Rückfahrt änderte die Polizei ihre bisherige Strategie der Deeskalation
und versuchte aus einem Zug in dem auch 180 Leute zum Camp zurückfahren wollten
einzelne Personen herauszugreifen. Dabei kam es zu Schlagstock und
Pfeffersprayeinsatz im Zug.
Bei strahlendem Sonnenschein machten sich mehrere Gruppen vom Camp auf Richtung
Heiligendamm. Die erste Gruppe konnte problemlos eine Gratis-aktion der
deutschen Bahn in Anspruch nehmen um nach Bad-Doberan zu kommen. Beim
anschließenden Versuch unter dem Motto "Mit Molli zum G8" mit der lokalen
Bäderbahn "Molli" nach Heiligendamm ebenfalls gratis zu fahren wurde die Molli
leider gestoppt und die Gruppe wurde von herbeigerufenen Polizisten aus dem Zug
genötigt. Einem Teil gelang es dennoch auf die losfahrende Bahn wieder
aufzuspringen und umsonst nach Heiligendamm weiter zu fahren. Der Rest musste
die restlichen 5km zu Fuß und unter massiver Polizeibegleitung auf dem Radweg
zurücklegen. Eine Demo auf der Straße wurde ihnen verwehrt.
Die zweite Gruppe zog eine Stunde später los, bei dem gleichen Versuch die Molli
umsonst zu nutzen wurde die Molli jedoch auf halber Strecke von der Polizei
gestoppt und von Polizeieinheiten gekesselt. Alle anwesenden Insassen wurden
von der Polizei genötigt Fahrkarten zu kaufen, ansonsten würden sie
Erkennungsdienstlich behandelt und eine Anzeige wegen Erschleichung von
Leistung bekommen.
Am Strand angekommen war die Situation wieder ruhig, bei mäßiger
Polizeibegleitung gab es schöne Aktionen zu Samba-Klängen. Der Strand wurde
bevölkert und wieder angeeignet - auch hier ohne die inzwischen fällige
Kur-Taxe zu bezahlen. Als alle Gruppen versammelt waren wurde die Promenade
entlang bis direkt vors Hotel gezogen. Die Stimmung war friedlich, laut und
bunt - und kam auch so bei den anwesenden Passantinnen und Urlauberinnen an,
die begeistert Fotos schossen und Flugblätter entgegennahmen.
Als alles im Wasser am Schwimmen war um sich abzukühlen oder sonstwie am Strand
sich vergnügte und von dem langen Marsch erholte wurde es auf einmal hektisch:
eines der leer stehenden Häuser wurde kurzzeitig besetzt / beklettert und
Banner befestigt. Die eintreffende Bereitschaftspolizei, die die Leute
verhaften wollten, schafften es jedoch nicht, an den sich mit der Aktion
Solidarisierenden vorbeizukommen und mussten unverrichteter Dinge wieder
abziehen. Der erste Rasen war besetzt und voll mit Leuten - die anwesende
Polizei versuchte anfangs noch, die Leute zum Runtergehen zu bewegen, geriet
jedoch schnell in den Blickpunkt der Rebell Clowns Army, so dass sie auch
dieses letzendlich einstellte. Es wurde ein Flugblatt vorgelesen, indem die
immer noch nicht wieder gut gemachte Arisierung der Familie Kempinski erläutert
wurde - bis heute trägt die Hotelkette den Namen dieser enteigneten und im
Holocaust fast vollständig vernichteten Familie. Von dem einzigen Überlebenden
Fritz Teppich wurde ein Grußwort vorgelesen.
Ermuntert wurde auch der von "Men in Black"-Securitys gesicherte Rasen betreten,
die Securitys links liegen gelassen und erfolgreich der Rasen gestürmt bis an
die Hotelwände heran. Erst die wiederum eintreffende Bereitschaftspolizei,
diesesmal inklusive BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit, auch
Prügelbulle genannt), schaffte es, die Menge zurück zu drängen.
Als sich langsam die Situation entspannte und ein Blick auf die Uhr die
fortgeschrittene Zeit offenbarte, wurde sich entschlossen, gemeinsam den
Heimweg anzutreten. Schon am Strand gab es den ersten Versuch einer Festnahme,
der jedoch verhindert werden konnte. Danach zog die Menge bis zum Bahnhof Bad
Doberan gemeinsam zu Fuß um weitere Unannehmlichkeiten dieser Art zu
verhindern. Dies klappte auch, obwohl sich die Menge mehr und mehr im Laufe der
6km auseinander zog. Diese Situation führte jedoch zu einer Fehleinschätzung,
dass die Polizei ihre Deeskalationsstrategie beibehalten würde, so dass z.B.
die Demosanis sich mit einem Auto auf den Heimweg machten. Die noch
verbliebenen 180 Leute, die nicht mit einem Auto fahren konnten, wollten wieder
gemeinsam Bahn fahren, jedoch wollte diesesmal die Polizei wohl nicht tatenlos
zusehen oder doch noch ein paar Leute abgreifen - jedenfalls versuchten sie,
mit ein paar Beamten in den bereits von den Demonstranten bestiegenen Zug zu
kommen - was nicht gelang, da die Türen bereits geschlossen waren und aus mir
nicht bekannten Gründen nicht aufging. Die Polizei versuchte durch den zweiten
Eingang des sehr kleinen Zuges zu kommen, jedoch waren dort zu viele Leute, so
dass auch da kein Durchkommen möglich war.
Daraufhin drehte sich der Wind, es wurde die erste Tür aufgebrochen und die
zweite Tür mit BFElern versperrt - nichts ging mehr rein noch raus. Nach
gelungenem Aufbruch stürmten drei Beamte in den Zug und griffen zwei Personen
raus. Dadurch nicht befriedigt sprangen sie erneut rein und schlugen auf die
Leute mit ihrem Schlagstock ein, kurz darauf kam ein Beamter von hinten und
sprühte Pfefferspray in den Zug. In diesem saß unter anderem noch eine Frau mit
Säugling, ein Mann mit zwei Kleinkindern und mehrere Asthmatiker - da sich das
Spray unkontrolliert in dem Zug ausbreitete brach sofort eine Panik aus und
eine Massenflucht nach hinten zur anderen Tür setzte ein, die jedoch dort von
prügelnden BFElern aufgehalten wurde.
Diaz-Gefühle kamen auf und es wurde kurz diskuttiert, ob eine Scheibe
eingeschlagen werden sollte um durch diese zu fliehen, was allerdings verworfen
wurde als kein Nothammer auffindbar war. Schnell wurde Wasser aus dem
Zuginternen Klo organisiert und damit Augen ausgespült. Schließlich durften
doch teilweise Leute raus, darunter vor allem die Eltern mit Kindern sowie
Passanten mit Fahrrädern, die nicht zu "links" aussahen.
Nach längeren Diskussionen wurde sich dann darauf geeinigt, dass 12 behelmte
BFE-ler mit im Zug fahren würden und es wurde freies Geleit, sowie "keine
Fahrscheinkontrollen" angekündigt - eine der rausgezogenen Personen wurde
dabehalten, zunächst mit dem Vorwurf "Rädelsführerschaft", schnell wurde daraus
allerdings "Eingriff in den Schienenverkehr". Der Rest fuhr nach Hagebök, der
nächste Bahnhof zum Camp, allerdings bestätigte sich mal wieder die Zusage
nicht, ein Mädchen wurde noch abgegriffen, der Personalienfeststellung wegen,
und mit einer Anzeige wegen Beleidigung belegt.
Insgesamt war es ein sehr erfolgreicher Tag, der leider böse endete, die gerade
gegründete Traumagruppe hat bereits jetzt wohl viel Arbeit vor sich.
Hoffentlich hilft das Wissen über die erfolgreichen Aktionen und den schönen
Tag am Strand dabei, das ganze zu verarbeiten.
Heute dementierte die Polizei bereits den Pfefferspray-einsatz, da er jedoch auf
Video festgehalten wurde, es mehr als 200 Zeugen gibt und eine Anzeige
aufgegeben wurde, wird dieses Dementi jedoch bald wohl als glatte Lüge entlarvt
werden.
[http://germany.indymedia.org/2006/08/154663.shtml]
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Fahrradkarawane durch Osteuropa zum G8 2007
Rezeptvorschlag: G8 aufmischen
,,Shake G8 ´´- bikeride
1. Zutaten:
- 2 Tl subversive Energie und Phantasie
- 1 offenes Projekt
- Fahrräder, Skateboards, etc..
- 1000- 2000 km
- 1 Tag bis 3 Monate Zeit
- Route durch Osteuropa bis nach Heiligendamm
2. Zubereitung einer Fahrradkarawane
1 Die Idee:
Eine autonome Fahrradkarawane als Teil der gossen Europakarawane von Osteuropa
nach Heiligendamm mit eigenem Konzept als Rahmen zur Thematisierung:
- sozialer , politischer und ökonomischer Widersprüche im neoliberalen Kontext
durch:
- den Kontakt und Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen sozialen und
kulturellen Verhältnissen in und ausserhalb der Karawane
- gemeinsame Reflexion über gesellschaftliche Strukturen
- das Leben eines solidarischen Miteinanders
- das Suchen von alternativen Handlungsmöglichkeiten im politischen Alltag
- direkte Aktionen ( spontan oder im Vorfeld geplant)
2 Die Karawane soll/ darf/ kann ein offenes Projekt sein:
- Möglichkeit der Teilnahme für jede/ n
Durch:
- im Vorfeld organisierte Fahrräder, Geld für gemeinsames Wirtschaften ( Essen
Visa...)
Teilnahme von Teilstrecken möglich und erwünscht!!!
3. Die Route soll von April bis Juni durch verschiedene Länder in Osteuropa
gehen ( Ungarn, Slowakei und Polen). Start wird am ersten April Budapest sein,
Zielort soll der G8 in Heiligendamm sein.
Die genaue Route soll in Kontakt mit interessierten Menschen/ Projekten vor Ort
und in Zusammenarbeit mit dem Karawahnsinn bis Herbst 2006 entstehen.
4. Die Organisation läuft
- über eine email- Liste ( Fahrradkarawane07 at yahoogroups.com), um inter(- anti)
nationale Zusammenarbeit zu ermöglichen
- auf Treffen im Rahmen der G8- Vorbereitungs- und auf selbstorganisierten
Treffen
- in AG s
Habt ihr Möglichkeiten Fahrräder zu organisieren, Geld zu verschenken ( ? ) oder
könnt welches kriegen, Kontakte in Osteuropa zu vermitteln oder noch andere
Zutaten, dann
Kontaktiert uns über die Orga-Liste, macht den Mixer an und:
SHAKE G8!!-
[http://germany.indymedia.org/2006/08/154591.shtml]
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Anti-G8/Gentec-Aktionen in M.-V.
In den Dörfer rund um und in Groß Lüsewitz (nahe Rostocks) tauchten gestern
Fakes zu den dortigen Gentec-Feldversuchen auf. Die vermeintlichen
Infoschreiben tauchen zeitgleich mit den Protesten des Anti-G8-Camps CampInski
auf. Zudem fand in Groß Lüsewitz eine Deomnstration an Gen-Versuchsfeldern und
dem Gentec Forschungszentrum statt.
Am 10. August tauchte in den Dörfern um Groß Lüsewitz (nahe Rostock) ein
Anschreiben des ?Verein zur Förderung Innovativer und Nachhaltiger Aggro
Biotechnologie M-V e.V.? auf, in dem die Bevölkerung aufgefordert wird, sich an
dem Gen-Raps-Forschungsprojekt des Vereins zu beteiligen. Um die Ausbreitungen
(Auskreuzung) des Gen-Rapses auf andere Pflanzen der gleichen Familie zu
überprüfen, soll die Bevölkerung Gemüsepflanzen aus ihrem Garten im Aggro
Biotechnikum in Groß Lüsewitz abgeben.
Bisher ist nicht bewiesen, dass es nicht zu derartigen Auskreuzungen kommt,
obwohl die Biotechnologiebranche dies ständig behauptet. Zahlreiche
NaturwissenschaftlerInnen und KritikerInnen gehen demgegenüber von derartigen
Auskreuzungen aus und halten das Risiko für unkalkulierbar.
Im Groß Lüsewitzer Gentec-Forschungszentrum, welches von der Firma BioCon Valley
GmbH ( http://www.bcv.org/hosting/bcv/website.nsf/urlnames/index_de) betrieben
wird, sind neben dem ?Verein zur Förderung Innovativer und Nachhaltiger Agro
Biotechnologie M-V e.V.? (www.finab.de) auch Gentec-Firmen wie BASF und Norika
(www.norika.de) tätig. Zahlreiche ForscherInnen der Uni Rostock sind über den
Verein ebenfalls mit Forschungsprojekten beteiligt.
Die Aktion stand offenbar im Zusammenhang mit den Protesten gegen den G8-Gipfel
in Heiligendamm 2007. (www.camp06.org) In diesem Rahmen fand am gestrigen
Nachmittag auch eine Demonstration in Groß-Lüsewitz statt. Sie führte vom
?AgroBioTechnikum? ( http://www.bcv.org/projects/kgz/index.html) in der
Dorfmitte zu den bewachten Forschungsfeldern für transgenen Raps sowie
transgene Kartoffeln, welche sich direkt an der Bundesstrasse 105 befinden.
Homepage: http://www.gendreck-weg.de
[http://germany.indymedia.org/2006/08/154589.shtml]