[gipfelsoli] Heiligendamm

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Don Jan 19 16:12:38 CET 2006


Aufruf zur 1. Aktionskonferenz gegen den G8-Gipfel 2007 vom 25. bis 26. März
2006 in Rostock

Initiativen zusammenbringen! Gemeinsam mobilisieren!

In einem halben Jahr ist es die ehemalige russische Zarenresidenz St. Petersburg
und im Sommer 2007 treffen sich die selbsternannten "Führer der Welt" im
Kempinski-Grandhotel in Heiligendamm nahe Rostock. Die G-8-Gipfel sind immer
wieder zu Kristallisationspunkten für Protest und Widerstand geworden. Durch
Straßenproteste, Blockaden oder direkten Aktionen wurden in der Vergangenheit
die "Roten Zonen" der Macht attackiert. Jetzt geht es darum die Voraussetzungen
dafür zu schaffen, dass im kommenden Jahr auch in Heiligendamm gemeinsam
kraftvolle Tage des Widerstands organisiert werden. Demonstrationen,
Veranstaltungen, Blockaden, Aktionen, Diskussionen, Kultur- und Musikfestivals
sollen deutlich machen, dass wir uns mit den globalen und lokalen Auswirkungen
des kapitalistischen Weltsystems nicht abfinden werden.

Das Gesamtprojekt G-8-Mobilisierung 2007 ist so groß und ambitioniert, dass eine
Strömung oder Organisation damit überfordert wäre. Denn die bevorstehenden
Aufgaben wie z.B. gemeinsame Camp-Koordination, verlässliche Absprachen,
öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, internationale Mobilisierung,
Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung werden nur gemeinsam lösbar sein.

Deshalb unterstützen wir den Aufruf der Versammlung sozialer Bewegungen des
Erfurter Sozialforums zu einer Kampagne gegen die Politik der G8 anlässlich
ihres Gipfels im Juli 2007 in Heiligendamm. Ebenso unterstützen wir die
Einladung zu einer großen Aktionskonferenz, die am 25./26. März 2006 in Rostock
stattfinden wird.

Wir hoffen, dass auf dieser Konferenz die Initiativen aus allen Spektren der
Linken zusammen kommen: Die lokalen Sozialforen, Erwerbslosen- und
Sozialinitiativen, Antifagruppen, Flüchtlings-Initiativen, Umweltgruppen,
bewegungsorientierte Linksradikale, autonome Gruppen und PGA-AktivistInnen,
3.Welt- und Kirchengruppen, attac und die no-global-Netzwerke,
traditionskommunistische und trotzkistische Organisationen,
Gewerkschaftsgliederungen und -jugendverbände, Linkspartei (PDS und WASG) usw.
Darüber hinaus treten wir als Interventionistische Linke dafür ein, dass die
Rostocker Konferenz das Startsignal für ein großes und breites Anti-G8-Bündnis
setzt, in dem alle relevanten Gruppierungen an den Vorbereitungen
gleichberechtigt teilnehmen können. Hierfür schlagen wir einen Grundkonsens
vor, der um die Unterschiede wissend ein offenes Miteinander ermöglicht, nicht
zu eng gefasst ist und dennoch klar Position bezieht:

- Die eindeutige Delegitimierung der G-8
- Die gegenseitige Anerkennung unterschiedlicher Aktions- und Widerstandsformen
- Ein solidarischer, verlässlicher Umgang miteinander, der verbindliche
Absprachen erlaubt
- Eine klare und offensive Abgrenzung gegenüber rechtspopulistischen und rechten
Kräften.

Der Vorschlag eines großen Bündnisses schließt andere bereits bestehende
Initiativen zur Gegenmobilisierung ein. Jeder Mobilisierungsansatz ist zu
begrüßen. Wir denken aber, dass es zusätzlich notwendig und sinnvoll ist,
tatsächlich alle Gruppen, Organisationen und Strömungen zusammenzubringen und
das Experiment einer offenen und konstruktiven Zusammenarbeit zu wagen.

Die vor uns liegenden 16 Monate bis zum Gipfel werden wir für die Vorbereitung
und Mobilisierung dringend brauchen. Es ist jetzt an der Zeit damit anzufangen!

Interventionistische Linke, Januar 2006

Infos: www.g8-2007.de,
Kontakt: info at g8-2007.de