[gipfelsoli] Hong Kong -- Davos

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Don Jan 5 14:30:31 CET 2006


- WTO in Hongkong: 12 Leute im Hungerstreik
- Warum die Welt auch nächsten Januar wieder ein "Dance out WEF" nötig hat:

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WTO in Hongkong: 12 Leute im Hungerstreik

Vom 13. bis 18. Dezember 2005 tagte die Welthandelsorganisation (WTO) in
Hongkong. Die Konferenz wurde von laustarken Protesten begleitet. Die Polizei
ging mit massiver Repression gegen die AktivistInnen vor, mit Tränengas,
Pfefferspray, Knüppeln und (erstmals in Hongkong) Gummigeschossen. Kurz nach
Mitternacht am 18. Dezember wurden Protestierende eingekesselt und 1300
Menschen verhaftet. Nun bitten südkoreanische Organisationen, Gewerkschaften in
Hongkong und die weltweite KleinbäuerInnenorganisation Via Campesina um
Unterstützung für die verbliebenen 14 Gefangenen.

Den Gefangenen, die zur Zeit auf Kaution frei sind, wird "ungenehmigte
Versammlung" vorgeworfen. Sie werden als angebliche "AnstifterInnen" betrachtet
und für Sachschäden sowie verletzte PolizistInnen verantwortlich gemacht. Neun
von ihnen sind südkoreanische BäuerInnen, zwei sind Mitglied des koreanischen
Gewerkschaftsverbandes KCTU, einer ist aus Japan und setzt sich für Obdachlose
ein, eine/r studiert in Taiwan und eine/r ist vom chinesischen Festland. Zwölf
von ihnen leben zur Zeit in einer Kirche in Hongkong und warten auf ihre
Gerichtsverhandlung. Sie haben sich dazu entschlossen, am 5. Januar 2006 in
einen unbefristeten Hungerstreik zu treten um auf die Gründe für ihren Protest
gegen die WTO aufmerksam zu machen.

Feature: Stoppt die WTO in Hongkong: 
http://de.indymedia.org/2005/12/134721.shtml
indy.org Feature zu Hong Kong (engl.): 
http://www.indymedia.org/de/2005/12/829714.shtml

[indymedia.de, von Kong Yee Sai Mau - 04.01.2006 18:02]


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Warum die Welt auch nächsten Januar wieder ein "Dance out WEF" nötig hat:

Am 14. Januar 2006 führen wir zum vierten Mal die Tanzparade "Dance out WEF"
durch. Wir wollen so unseren Unmut darüber kundtun, dass am World Economic
Forum in Davos einmal mehr hinter Verschlossenen Türen über die Zukunft von uns
allen entschieden wird. Wir akzeptieren nicht, dass einige wenige ohne Rücksicht
auf soziale und ökologische Aspekte und jenseits von nachhaltigen,
zukunftsorientierten Grundsätzen nur immer weiter ihre eigenen Taschen füllen.
Mit einer beängstigenden Gleichgültigkeit wird der Spalt zwischen Arm und Reich
ständig vergrössert - vielleicht nicht einmal gewollt, aber doch bewusst in Kauf
genommen.

Jedes Jahr hören wir wieder die gleichen schönen Worte am Open Forum: Zusammen
mit pressewirksam in die Kamera lächelnden VIPs aus Musik- und Showbusiness
erzählen uns die Hohen, wie wichtig es ist, Afrika zu helfen. Fakt ist jedoch,
dass keine Hilfe kommt, solange nicht klar ist, wer wie viel an diesen
Hilfsaktionen verdient.

Wir fordern eine sozial verträgliche, ökologisch nachhaltige Wirtschaft: Eine
Wirtschaft für Menschen und nicht Menschen für die Wirtschaft. Eine Wirtschaft,
welche die Menschen ernährt, ihnen Arbeit gibt und nicht aus Profitgier
Arbeitsplätze wegrationalisiert und die verarmten Menschen ohne
Zukunftsperspektiven am liebsten gerade mit verschwinden lassen würde. Wir
wollen eine Politik, die es nicht nötig hat, den wenigen Reichen endgültig alle
ethischen Schranken im Wirtschaftssystem weg zu liberalisieren und ihnen die
letzten Steuern zu erlassen, um dann zwecks Stabilisierung des Staatshaushalts
bei Schulen, Spitälern, Fürsorge und anderen für die Allgemeinheit geschaffenen
Institutionen den Sparhebel anzusetzen.

Denn wenn diese Entwicklung so weiter geht, wenn sich einmal der grösste Teil
der Bevölkerung als Verlierer dieser politisch unkontrollierbar gewordenen
Entwicklung sieht, wird sich die Angst und - dadurch ausgelöst - der Egoismus
und die Gleichgültigkeit in der Gesellschaft so weit zuspitzen, dass nicht nur
ein paar Autos angezündet werden, sondern sich der Flächenbrand ausweitet und
nur noch durch totalitäre, gewaltsame Massnahmen ("Big Brother", Polizei-/
Militäreinsatz) oder einem riesigen Aufgebot an Psychiatern im Griff gehalten
werden kann, und unser Wirtschaftssystem wird endgültig an der ruinierten
Gesellschaft erliegen.

Betroffene zu Wort kommen lassen!
Wir wollen ein WEF, das es nicht nötig hat, sich hinter diesem millionenteuren
Schutz zu verbergen und nur jene sprechen zu lassen, welche mehrere 10'000 Fr.
zahlen können - aus Angst, es könnte genau diese Kritik angebracht werden. Wir
wollen ein WEF, bei dem die direkt Betroffenen zu Wort kommen: Versklavte
Kinder, Naturvölker, deren Lebensraum durch wirtschaftliche Interessen zerstört
und geplündert wird, Bauern, deren Existenzgrundlage zugunsten der
Weltmarktliberalisierung vernichtet wird, Opfer von Umweltkatastrophen und
Kriegen und vor Allem von Experten, welche nicht von Eigeninteressen der
Wirtschaftsmächte abhängig sind.

Wir alle können etwas ändern!
Wir können Begehren und Konsumdenken nicht einfach abschaffen. Sehr wohl aber
können wir die Menschen sensibilisieren und ein neues Bewusstsein schaffen, das
Fair-Trade und lokale Produktion fördert und Güter der internationalen
Grosskonzerne soweit als möglich boykottiert. Wir versuchen dies mit Musik und
Tanz, mit einem kollektiven Erlebnis, das mit wenigen Mitteln vielen Leuten
Freude bereiten soll, ohne anderen zu schaden. Eine Strassenparty, bei der
nicht sinnlos konsumiert wird, sondern bei der politische Inhalte und soziale,
nachhaltige Grundsätze vermittelt werden.

Bis jetzt sind unsere Anlässe immer friedlich und ohne Vandalismus verlaufen. Da
wir unser Parade auch diesmal wieder mit dem gleichen Demoschutzkonzept planen
und da die Gespräche mit der Polizei sehr konstruktiv verlaufen sind, sind wir
überzeugt, auch diesmal wieder eine friedliche und vielseitige Parade
durchführen zu können.

Kontakt:
www.danceoutwef.org
E-Mail: danceoutwef at paradisli.ch
Tel: 077 409 91 21
22.12.2005