[gipfelsoli] Heiligendamm

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Mit Dez 28 23:39:56 CET 2005


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- Polizeihausbesuch zum G8-Widerstand 2007
- G8: Exkursion zum Austragungsort 2007

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Polizeihausbesuch zum G8-Widerstand 2007

Erster Polizei Hausbesuch im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen den G8 Gipfel
2007 in Heiligendamm, Deutschland.
Anfang Dezember 2005 machten ein paar Menschen eine Exkursion nach Heiligendamm,
Mecklenburg-Vorpommern, dem Austragungsort des G8-Gipfels 2007 in Deutschland.
Schon bevor sie in Heiligendamm angekommen waren, wurden sie von Zivilpolizei
verfolgt. Dort angekommen wurden sie von der dort patroullierenden Polizeiwanne
angehalelten und kontrolliert. Es wurden ihre Personalien festgestellt und ihnen
wurden Platzverweise erteilt mit der Begründung sie hätten illegalerweise das
Hotel fotografiert.
Ein Erfahrungsbericht gibt es hier: 
http://de.indymedia.org/2005/12/135791.shtml

Circa drei Wochen später am 28.12.05 bekam der Halter des Autos, mit dem diese
Menschen unterwegs waren, von der Polizei einen Hausbesuch abgestattet. Der
Halter war zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause sondern nur Familienangehörige.
Ihnen wurden die Fragen gestellt, ob er (der Halter) Mitglied einer linken
Partei sei, ob er in einer linken Gruppe/Organisation sei und allgemeine Fragen
über seine politische Aktivität. Sie bekamen darauf jedoch keine Antworten.

Dieses Vorgehen zeigt, dass Polizei und Verfassungsschutz, etc. schon jetzt
jeglichen möglichen Widerstand gegen den G8 Gipfel 2007 im Auge haben (wollen)
und diesen auch Ernst nehmen. Damit soll frühzeitig jeder widerstand gegen das
treffen kriminalisiert werden. einerseits um linksradikale kritik am gipfel zu
isolieren und andererseits um einzuschüchtern und klarzumachen dass radikaler
protest gegen den gipfel allgemein nicht toleriert werden wird.

Anna und Arthur haltens Maul.

Am 6./7./8. Januar 2006 in Berlin findet das zweite bundesweite Vernetzungs- und
Koordinationstreffen für den Widerstand gegen den G8 Gipfel 2007 statt. Eine
ausführliche Einladung gibt es unter:  http://de.dissent.org.uk/

Außerdem gibt es eine E-Mailliste um den Widerstand zu Vernetzen. Jede/r kann
sich selbst eintragen: mail an:  g8-2007-subscribe at lists.riseup.net

[indymedia.de, von AntiG8lerIn - 28.12.2005 22:36]


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G8: Exkursion zum Austragungsort 2007

Erfahrungsbericht einer Exkursion Anfang Dezember nach Heiligendamm. Die
Exkursion zeigt, dass die Polizei schon jetzt ihre Aufmerksamkeit auf den
Widerstand gegen den G8 Gipfel 2007 in Deutschland richtet.
9. 20 Uhr. Gehetzt mache ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof. 20 Minuten zu
spät erreiche ich den vereinbarten Ort, wo meine Wandergruppe auf mich wartet.
Wir wollen an die Ostsee fahren, das Meer sehen, das salz schmecken. Als
Ausflugsziel haben wir das erste deutsche Ostseebad Heiligendamm gewählt, in
dem Beweusstsein, dass hier anlässlich des G8- Gipfels 2007 Natur und Umgebung
unter massiven Einwirkungen von laufenden und anstehenden Baumaßnahmen
nachhaltig an die Bedürfnisse reicher Staatsmänner angepasst werden.
Der Ort soll bald komplett für Zivilisten abgesperrt werden und nur noch von der
See einsehbar sein, geschützt von einem hohen Zaun.
Der Wandertag beginnt.
Wir fahren zuerst mit einem Auto nach Bad Doberan- eine Kleinstadt:
Kopfsteinpflaster, enge Straßen, Bimmelbahn ("Molly"...). Der hiesige
Weihnachtsmarkt lädt zum Bummeln ein und hebt vor allem die ansässigen
Fleischereibetriebe hervor.
Dann geht es weiter Richtung Heiligendamm. Die erste Abfahrt ist gesperrt. Wir
werden von einem silbernen Passat mit Hamburger Kennzeichen verfolgt.
Links rein, Ortsschild Heiligendamm, Ortskreis Bad Doberan, wieder links
Besucherparkplatz. Der Passat folgt uns. Raus aus dem Auto, orientieren. Der
Passat dreht eine Runde über den Parkplatz direkt an uns vorbei. Wir wissen,
dass ihr da seid- und ihr sollt wissen, dass wir auch das sind.. .
Beklemmung macht sich bemerkbar. Wie war das mit der im Grundgesetz
festgehaltenen "allgemeinen Bewegungsfreiheit"? Und die Privatsphäre?
Linke Hand eine Kirche, davor Schienen der Bummelbahn Molly, rechte Hand der Weg
zum Meer. Vorbei an zwei Wohnblöcken, wohl die einzig belebten hier in
Heiligendamm. Wer wird hier wohl wohnen?
Wir laufen die Hauptstraße entlang, die gesäumt ist von schönen, aber leider
ungenutzten Villen einer anderen Epoche. Leer, verfallen aber sauber. Ein Haus
prächtiger als das andere. Die Straße führt genau auf das Kempinsky- Hotel zu:
schneeweiße Mauern, prachtvoller Bau, englischer rasen davor, ein großer alter
Baum als Mittelpunkt des Vorgartens. Ein paar Männer sammeln Laub.
All das verhindert jedoch nicht den Eindruck, einer Festung gegenüber zu stehen.
Schaut mensch genau hin, lassen sich niedrige Zäune in den grünen Hecken
entdecken. Zäune, die jede Überschreitung registrieren, wer weiß, was noch im
Verborgenen wartet. Eine Burg ausgestattet, dem wütenden Mob zu widerstehen.
Die milliardeschweren Geschütze des Kapitals.
Zwei, Drei Fotos, dann weiter.
Der Straße folgend, einem Schild hinterher Richtung Seebrücke/ Strand. Das
Erdreich aufgewühlt, die Straße aufgerissen, Bagger und Kräne überall. Ein
weiters Hotel auf der linken Seite, nicht ganz so herrschaftlich. Die
Wahrnehmung ist geschärft, weiter Fahrzeuge fahren auffällig oft an uns vorbei.
Dieselben Menschen begegnen uns immer wieder, beobachten unser Treiben. Nach
links durch einen Laubwald, ca. 500 Meter, dann wieder links. Das Meer liegt
offen vor uns. Neben uns fällt uns eine vollbesetzte Wanne auf.
Rauf auf die Promenade. Links die Seebrücke in ca. 300 Meter Entfernung. Der
Strand ist schön, sauber, ordentlich. Das Meer leuchtet grün. Auf der Seebrücke
Fischer, kurzer Schnack.
Die Wasserqualität ist gut, der Boden scheint zum Greifen nah. Wir laufen zurück
zum Strand. Zwei Polizisten in Zivil. Ausweiskontrolle. Ein Security habe sie
angerufen: es wurde fotografiert. Na und ?! Soviel zur allgemeinen
Handlungsfreiheit. Soviel zur Begründung der Erschließung von Daten einer
Wandergruppe. Der Eingriff in Grundrechte gerechtfertigt mit dem Ablichten
eines Gebäudes. Quälende Fragen, 20 Minuten in der Kälte stehen.
Wir laufen weiter entlang am Strand. Weitere leere Häuser, umgeben von Mauern.
Das Verlangen nach Bewegung und natur erlöschen angesichts der Unfreiheit und
ständigen Kontrollen. Durch den Wald zurück, hoffentlich bleibt wenigstens der
erhalten..

[indymedia.de, von ein Mensch - 28.12.2005 21:04]