[gipfelsoli] Heiligendamm
gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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Mon Aug 22 01:33:48 CEST 2005
- Aufregung in der Pampa
- Im Mittelpunkt der Welt stehen
- Ein Fürsten-Spleen macht Weltkarriere
- Millionen für den G 8-Gipfel
- Terroralarm auf Ostseefähre
- An der Küste wird gern getagt
- Polizei überwacht Heiligendamm
- Sommergipfel auf dem Kamp
- Gute Gastgeber für Gipfel der Superlative
- Service-Center für Weiße Stadt
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Aufregung in der Pampa
Im Sommer 2007 wird das G8-Treffen in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Schon
jetzt bereiten sich Polizei, Politik und Kritiker/innen darauf vor.
aktualisiert am 17.08.2005
Es sind noch zwei Jahre, bis der G8-Gipfel in Heiligendamm in der Nähe Rostocks
stattfinden wird. Doch bereits jetzt herrscht angesichts des Treffens der
Staats- und Regierungschefs der USA, Kanadas, Japans, Großbritanniens,
Frankreich, Italiens, Rußlands und Deutschlands Aufregung.
Während Sicherheitskräfte vorbereitet und Krisenszenarien geplant werden,
überlegen Regionalpolitiker, wie sie die versprochenen Fördergelder am Besten
anlegen können. Aber auch linke Gruppen machen mobil.
Sie laden zu einem Vorbereitungstreffen vom 07. bis zum 09. Oktober in Hamburg
ein. " Wir wollen unsere täglichen Kämpfe in einen gemeinsamen Zusammenhang
gegen die Politik der G8 stellen, und in Bezug auf den Gipfel Aktionen und
inhaltliche Auseinandersetzung planen. Die Mobilisierung zum G8-Gipfel ist eine
Chance für Vernetzung und intensiven Austausch von Ideen und Praxen", kündigen
sie in ihrer Einladung an.
Im Folgenden soll die Vorbereitung und Mobilisierung mit verschiedenen Artikeln
kritisch begleitet werden. Los geht es erst einmal mit einer ersten
Pressesammlung zum Thema.
[alle Artikel: www.links-lang.de]
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Im Mittelpunkt der Welt stehen
Land freut sich auf das Treffen der acht mächtigsten Politiker in Heiligendamm
29.12.2004
Schwerin/Bad Doberan (dpa/EB) - Die Entscheidung über den Tagungsort des
nächsten von Deutschland ausgerichteten Weltwirtschaftsgipfels löste bei den
Gastgebern euphorische Stimmung aus.
Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) erklärte: "Als Austragungsort für das
Treffen der acht wichtigsten Industrienationen (G8) auserwählt zu werden, ist
eine große Ehre und Herausforderung zugleich. Mecklenburg-Vorpommern erhält
damit eine Riesenchance, international bekannter zu werden." Er freue sich,
dass das Konzept, mit Heiligendamm einen exklusiven Tagungs- und Tourismusort
von Weltniveau zu etablieren, Früchte trage.
Die gesamte Wirtschaft, nicht nur der Tourismus, werde von diesem hochrangigen
politischen Ereignis profitieren. Das Land werde alles daran setzen, sich als
würdiger Gastgeber zu erweisen, sagte der Regierungschef. Den Angaben zufolge
konnte sich Heiligendamm gegen Mitbewerber aus Bayern, Baden-Württemberg,
Nord-rhein-Westfalen und Schleswig-Holstein durchsetzen.
Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) meinte gegenüber unserer Zeitung:
"Heiligendamm ist das Beste, was Deutschland zu bieten hat. Wir werden Werbung
für Mecklenburg-Vorpommern betreiben, die des Gipfels würdig ist."
Auch der Landrat des Kreises Bad Doberan, Thomas-Jörg Leuchert, freute sich sehr
über die Entscheidung. "Es wird viel Arbeit auf uns zukommen, aber das machen
wir gern. Im Baubereich muss noch einiges passieren. Aber die Entscheidung hat
den positiven Effekt, dass die seit Jahren andauernden Arbeiten nun einen
vorläufigen Abschlusspunkt haben und bis dahin dann auch wirklich fertig sein
müssen." Vor allem die kleineren Villen am Strand seien noch zu restaurieren.
Die Mannschaft des Grand Hotels ließ nach der Entscheidung die Sektkorken
knallen, wie der Geschäftsführende Direktor Thomas Klippstein berichtete. "Wir
freuen uns riesig. Das Hotel wird für einige Tage im Mittelpunkt des
Weltgeschehens stehen, und das ist eine Riesenchance, international bekannt zu
werden. So etwas passiert einem Hotel in der Regel nur ein einziges Mal." Mit
dem Sammeln von Detailinformationen über den Gipfel und ersten Planungen hätten
die Vorbereitungen bereits vor der endgültigen Entscheidung begonnen, berichtete
er.
"Auch für das Umland wird das ein Großereignis." Wegen des großen Trosses der
Staats- und Regierungschefs sowie der Vielzahl von Journalisten aus aller Welt
werden voraussichtlich auch Hotels im Umland, etwa in Rostock, mit einbezogen
werden. Erwartet werden mehr als 12 000 Gäste.
Deutschland wird den G8-Gipfel bereits zum fünften Mal ausrichten. Zuletzt war
die Bundesrepublik 1999 in Köln Gastgeber gewesen. Im nächsten Jahr tagen die
Staats- und Regierungschefs in Schottland, 2006 in Russland.
Schweriner Volkszeitung
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Ein Fürsten-Spleen macht Weltkarriere
27.04.2005
Nach anfänglichen Verzögerungen ist die Sanierung Heiligendamms sichtlich
vorangeschritten. Wichtiger Impulsgeber ist der Weltwirtschaftsgipfel 2007.
Von Andreas Zecher
Heiligendamm. Es lohnt, darüber ein Buch zu schreiben. Der Titel: Heiligendamm
und seine Entdecker. Den Anfang machten, am Ende des 18. Jahrhunderts,
Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, und sein Leibarzt
Samuel Gottlieb Vogel. Sie begründeten dort 1793 das erste deutsche Seebad. Die
Pläne für die standesgemäßen Unterkünfte kamen von den Architekten Carl Theodor
Severin und später von Georg Adolph Demmler. Im landesherrlichen Spleen,
sommers ins ziemlich kühle Ostseewasser einzutauchen und auch bei rauem Winde
an der Küste zu flanieren, entdeckte nach und nach auch der heimische Adel
etwas Wohltuendes. Diplomaten wurden hierher eingeladen, deren gekrönte
Dienstherren folgten. Staatsgeschäfte wurden in Heiligendamm gemacht.
Als vor hundert Jahren der deutsche Kaiser Wilhelm II. Ausschau hält, ob er in
seinem Reiche nicht auch so etwas Prächtiges wie sein britischer Vetter in
Brighton herzeigen kann, entdeckt er Heiligendamm. Ihm folgen andere
unrühmlichere Potentaten. Die Weiße Stadt am Meer übersteht Kriege und
Diktaturen, zuletzt die des Proletariats. Kaum ist die Mauer gefallen,
entdecken im Westen Staatsmänner einen Teil ihrer Jugenderinnerungen Ost. Die
weißen Häuser muss es doch noch geben, sagt sich auch Bundespräsident a. D.
Karl Carstens und schickt einen Vertrauten ins einstige Feindesland,
nachzusehen, was davon übrig geblieben ist. Damit beginnt die neuzeitliche
Entdeckungsgeschichte Heiligendamms.
Wer ihr in den letzten Jahren interssiert gefolgt ist, kann keinen Bogen um
Peter Sehn gemacht haben. Er ist eigenem Bekunden nach der von
Altbundespräsident Carstens Ausgesandte. Aus seinem Erkundungsausflug von
damals ist ein Daueraufenthalt im Nordosten geworden. Sehn hat seither viele
Fäden in Mecklenburg-Vorpommern gesponnen und gezogen. Am sichtbarsten ist sein
Wirken heute in Heiligendamm. Offenbar ist bei ihm die Begeisterung für das
architektonische Kleinod in die Selbstverpflichtung übergegangen, seine
Wiedergeburt auf den Weg zu bringen.
Wenn heute hier die Vorbereitungen dafür im Gange sind, den
Weltwirtschaftsgipfel 2007 auszutragen, die führenden Staatsmänner zu
beherbergen und bekochen, dann ist das ohne die Pionierarbeit dieses Mannes
nicht zu denken. Die gilt in der ersten Hälfte der 90er Jahre dem Ziel,
Heiligendamm möglichst als Ganzes aus Bundes- und Landesbesitz in private Hände
zu geben. Denn, bei allem staatsmännischem Interesse, für die Renaissance eines
Staatsbades hat der Staat kein Geld. Der erste Chef der Treuhand, Detlev
Rohwedder, sieht sich hier auf Bitten Sehns um und sanktioniert den
Gesamtverkauf. Auch der damalige Bundesfinanzminister, Theo Waigel, kann sich
damit anfreunden. Doch der erste Versuch missligt.
Beim zweiten wird ein Mann zur Schlüsselfigur, der der neuen Bundeshauptstadt
Berlin bereits zu einer außergewöhnlichen Luxusherberge verholfen hat, Anno
August Jagdfeld. Der Chef der Kölner Fundus-Gruppe erhält nach einer
internationalen Ausschreibung den Zuschlag und übernimmt die Sanierung
Heiligendamms mit einem Konzept, das angeblich bis zum "letzten Kaffeelöffel"
durchfinanziert ist.
Vielleicht ist es die Notlüge eines Mannes gewesen, der die Weiße Stadt
unbedingt retten wollte. Jedenfalls muss er die Zusagen, dass sich demnächst
hier Baukräne drehen werden, Jahr um Jahr erneuern und sieht sich so einer
wachsenden Skepsis in der Öffentlichkeit gegenüber. Über das Ausmaß der
notwendigen Investitionen, die Schwierigkeiten, das Geld dafür aufzutreiben,
die Komplexität der "Markteinführung" eines Luxus-Badeortes im wilden Osten und
das enorm lange Zeitmaß bei der Umsetzung des Gesamtplanes ist manch einer zum
Zweifler geworden. Erst mit dem Beginn des ersten Bauabschnittes "Grand Hotel
Heiligendamm" macht der Investor den Skeptikern glaubhaft deutlich, in welche
Richtung er zu gehen gedenkt, um ein wichtiges Kulturdenkmal in Europa
wirtschaftlich mit Leben zu erfüllen und so dauerhaft zu sichern.
Im Mai 2003 ist Eröffnungsfeier. Bei dieser Gelegenheit wird erstmals der
Gedanke laut, hier gehe es so nobel zu und man könne die Abgeschiedenheit
herstellen, die notwendig wäre, wenn die Bundesrepublik Gastgeber für einen
Weltwirtschaftsgipfel würde. 18 Monate später ist die Sache in Papier und
Tüten. Im Frühsommer 2007 soll derartiges in Heiligendamm stattfinden. Für
Peter Sehn, der mittlerweile die Fundus-Aktivitäten vor Ort, einzig Chef
Jagdfeld verantwortlich, koordiniert, dürfte das ein anhaltend wohltuender
"innerer Parteitag" sein. Heiligendamm, die Lokomotive des Ostsee-Tourismus,
hat damit eine Weichenstellung in Richtung Weltbad bekommen.
Bis 2007 will Fundus auch die bislang verwaisten Logier-Häuser in einen für
Bush, Putin und Kollegen "ansehbaren" Zustand versetzt haben. Nach dem
Weltwirtschaftsgipfel, der dem Nordosten eine nicht gekannte mediale
Aufmerksamkeit bescheren würde, soll das "Adlon am Meer" vollendet werden. Neu
zu bauen sind ein Thalasso- und Ayurveda-Zentrum sowie eine Klinik für
plastische Chirurgie. Ersteres in Form einer römischen Villa, zweites in
Anlehnung an altindische Prachtbauten und drittens: man wird sehen. Nach den
ersten 250 Millionen Euro sollen nach Angaben von Peter Sehn für die weitere
Sanierung und den Ausbau Heiligendamms weitere 300 Millionen Euro eingesetzt
werden.
Mit etwa 25 Prozent Förderung könne Fundus rechnen, heißt es aus dem Schweriner
Wirtschaftsministerium. Das geschehe unabhängig vom Weltwirtschaftsgipfel. Um
den "wuppen" zu können, investieren Bund und Land in die Infrastrukturen in und
um Heiligendamm. Zwischen Wismar und Rostock wird ebenfalls getagt werden. Da
lässt sich denken, dass es dann hier kaum noch Straßen mit Schlaglöchern gibt.
Heiligendamm selbst wird nur einen geringeren Teil der 10 000 Übernachtungen
vom Gipfelkuchen abbekommen.
Schon jetzt ist das Tourimuszentrum Mecklenburgische Ostseeküste darauf
vorbereitet, zusätzliche Beherbergungskapazitäten zu mobilisieren. Einher mit
der Entdeckung Heiligendamms, diesmal durch die Weltöffentlichkeit, geht nach
Ansicht der Wirtschaftsverbände des Landes eine neue Kartierung des Nordostens.
"Wir tauchen plötzlich auf Landkarten auf, auf denen es Mecklenburg-Vorpommern
zuvor nicht gab", sagt der Schweriner Wirtschaftsminister Otto Ebnet.
Vermutlich auch das ein Grund, ein Buch über die Entdecker Heiligendamms zu
schreiben.
Nordkurier
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Millionen für den G 8-Gipfel
19.04.2005
Das Land zeigt sich spendabel. Zum Weltwirtschaftsgipfel 2007 bekommt
Heiligendamm eine Reihe von Bauten geschenkt.
Bad Doberan - Das Treffen der sieben größten Industriestaaten und Russlands (G
8) 2007 in Heiligendamm wird der weißen Stadt am Meer einen gehörigen Schub
geben. Das Land Mecklenburg-Vorpommern wird in den kommenden zwei Jahren
Millionen investieren. Dies jedenfalls geht aus einem Bericht des Doberaner
Bürgermeisters Hartmut Polzin hervor, den er gestern Abend im Rathaus den
Stadtvertretern vortrug.
Nach ersten Schätzungen werden in Heiligendamm 3,75 Millionen Fördermittel in
öffentliche Vorhaben fließen. Weitere Millionen gehen in den Straßenbau. So ist
laut Polzin unter anderem vorgesehen, die Straße vom Autobahnabzweig Bad Doberan
bis in die Münsterstadt komplett zu erneuern. Geplant sei auch die Erneuerung
der Straße vom Westkreisel Richtung Heiligendamm und die Sanierung der
Dammchaussee innerhalb Doberans.
Dem Ort Heiligendamm spendiert das Land Polzin zu Folge den Neubau der
Kühlungsborner Straße, der Seedeichstraße, eines Service-Centers am Golfteich
und eines Waldparkplatzes. Zudem stehen die Strandzugänge am Kinderstrand und
am künftigen Service-Center im Investitionsprogramm. Woher das Geld für all das
kommen wird, sei bislang nicht klar. "Es wird vermutlich nur über Umschichtungen
gehen", sagte Polzin gegenüber OZ. Mit anderen Worten: Es wird anderen Städten
weggenommen.
Das Stadtsäckel des verschuldeten Bad Doberans bleibt offenbar verschont. "Das
Innenministerium hat klar gemacht, uns den nötigen Eigenanteil als
Sonderbedarfsmittel zur Verfügung zu stellen", so Polzin. Als nicht
erforderlich angesehen werde in Schwerin der Bau einer zweiten Seebrücke (OZ
berichtete).
Auch Pläne wie die Umgestaltung des Alexandrinenplatzes und des Kamps in Bad
Doberan oder die Sanierung von Gebäuden auf dem Klosterareal werden
voraussichtlich nicht mit G 8-Geld des Landes umgesetzt. Unklar ist, wann die
Bauarbeiten beginnen. Über die Höhe der Förderung von privaten Investitionen
wie die der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) ist bislang ebenfalls
nichts bekannt.
Die ECH plant unter anderem, die sieben Villen an der Promenade zu restaurieren.
THOMAS PULT
Ostseezeitung-Bad Doberan
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Terroralarm auf Ostseefähre
11.06.2005
Den Ernstfall im Kampf gegen Terroristen probten Sondereinsatzkräfte aus 16
Nationen in Polen.
Danzig (OZ) Großalarm im Hafen Danzig. Irakische Terroristen haben die Fähre
"Scandinavia" in ihrer Gewalt. Sie stellen ein Ultimatum, fordern den Abzug
aller polnischen Truppen aus dem Irak. Polizei und Regierung verhandeln bis
zuletzt, ohne Ergebnis. Um halb drei wird die erste erschossene Geisel über
Bord geworfen. Wenig später greifen Sondereinsatzkräfte ein. Maschinengewehre
knattern, Schnellboote und Helikopter kommen zum Einsatz. In 20 Minuten sind
die Terroristen überwältig. Die Probe des Ernstfalls war gestern furioser
Abschluss der internationalen Sicherheitskonferenz "Gdansker Gespräche", zu der
das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern (LKA) und die Wojewodschaft Pommern
in dieser Woche 16 Nationen nach Danzig geladen hatten. Ein illustres
Zusammentreffen von schnauzbärtigen Experten der Verbrechensbekämpfung aus
Europa und den USA. Thema der Konferenz: Der Kampf gegen den internationalen
Terrorismus. Die Übung, die wie ein Kriegsspiel großer Kinder anmutete, nannten
einige Experten auch "Schattenboxen". Kommt es dann zu einem richtigen Boxkampf,
kann der erste Hieb in den Magen böse überraschen. So lässt sich die Krux
ausdrücken, den internationalen Terrorismus bekämpfen zu wollen.
Der Terrorkampf stellt die Polizei in Europa vor ganz neue Dimensionen. Wie
verschmutzte Luft schert sich auch Terrorismus nicht um Ländergrenzen. Große
Bedeutung kommt der Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Staaten zu, die bei
der Konferenz hauptsächlich in Danzig vertreten waren.
Zum Beispiel Polen. Der östliche Nachbar spielt nicht nur für die Sicherheit der
Bundesrepublik eine entscheidende Rolle, sondern als EU-Außengrenze für ganz
Europa. Daraus weiß man in Warschau Kapital zu schlagen und ließ sich von der
EU eine hochmodern bewachte Ostgrenze finanzieren. "Aber eine völlige Kontrolle
ist unmöglich", schränkt Jan Niecula vom polnischen Grenzschutz ein. Über 3000
gefälschte polnische Pässe seien im Umlauf, über 17 000 Gegenstände wurden im
letzten Jahr illegal nach Polen eingeführt.
Dass sich M-V in den internationalen Terrorkampf stürzt, scheint etwas
übereifrig. Eine Annahme, die der amerikanische Generalkonsul für Politik und
Wirtschaft in Deutschland, Robert K. Scott, in Danzig zurückwies: "Terrorismus
kann überall auftreten. Ich erinnere, dass einer der Attentäter vom 11.
September in Greifswald studierte oder dass im nächsten Jahr der G8-Gipfel in
Heiligendamm stattfindet." Der Fokus müsse zudem auf allen Formen des
organisierten Verbrechens liegen. Terroristen bedienen sich längst des
Menschen- und Drogenhandels, des Schmuggels und der Geldwäsche gleichermaßen,
wie Gil Gonzales aus Spanien ausführte.
LKA-Direktor Ingmar Weitemeier drängt auf einen besseren zwischenstaatlichen
Informationsaustausch. Anfänge sind gemacht. Das LKA kooperiert mit Polen und
Litauen. Tauscht Kollegen aus, schult Polizisten und ermöglicht Hospitationen
zu neuesten Ermittlungstechniken. Für die Häfen aller Ostseeanrainer gibt es
ein einheitliches Sicherheitskonzept. Die Zusammenarbeit stößt aber auf
Grenzen. "Joint-Ventures scheitern an nationalen Reglements", wie Wolfgang Würz
vom Bundeskriminalamt mitteilte. Oft versiegt der Informationsfluss schon im
Land selbst. Deutschland mit seinen über 50 verschiedenen Sicherheitsbehörden
ist da das beste Beispiel. weiterlesen
DIRK BÖTTCHER
Ostseezeitung-Bad Doberan
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An der Küste wird gern getagt
21.06.2005
G8-Gipfel in Heiligendamm, Bauerntag in Rostock, Jägertag in Neubrandenburg. MV
wird zunehmend als Land für Tagungen und Kongresse entdeckt.
Rostock/Schwerin (OZ) Heute Bauern, gestern Jäger, morgen Staatschefs. Dazu
Forscher, Versicherungsvertreter oder Pharmareferenten. Tagungstourismus in MV
läuft. Nicht im Sprint, aber Schritt für Schritt. 1,9 Millionen Gäste waren
2004 auf 76 400 Tagungen. 7000 Teilnehmer aus Deutschland, USA, Australien
werden ab heute zum Bauerntag in der Rostocker Stadthalle erwartet. Inclusive
Landfrauentreffen mit CDU-Chefin Angela Merkel und Treffen der Landjugend in
Wismar. Agnes Scharl, Referentin vom Bauernverband sagt: "Wir wollten in die
neuen Länder. Rostock bot sich an, weil es gut zu erreichen ist." Die Stühle
können gleich stehen bleiben. Am Freitag erwartet die Max-Planck-Gesellschaft
800 Forscher zur Jahrestagung. Ehrengast: Der Bundeskanzler.
Ein Who-is-Who des Tagungstourismus. Im Oktober kommen 400 Mitglieder des
Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft (BDI) zur Jahrestagung nach Rostock.
2006 steigt der Zeitungskongress des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger
in Rostock mit 450 Gästen. Im April kamen 400 Gäste zum Ostseekongress nach
Rostock, im Mai 500 von der "Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie
Prüfung", 300 des Deutschen Roten Kreuzes und 1000 der Lions-Clubs.
Anfang Juni beschlossen 400 Jäger in Neubrandenburg Leitlinien des
Jagd-Verbandes (DJV). Torsten Reinwald (36) vom DJV in Bonn sagt: "Wir gehen
jedes Jahr in ein anderes Land. Neubrandenburg war sehr beeindruckend. Da hat
es an nichts gefehlt." Und das, obwohl die Jäger ein straffes Programm
absolvierten. Ausspannen bei Stadtführung und Dampferfahrt.
Tagungsgäste verbinden Aufenthalte zunehmend mit Freizeit und Events. Und da
entdeckt der Nordosten eine recht geräumige Nische. Geschäftsleute kommen zum
Business-Talk mit Golfspiel an die Müritz. Unternehmer gehen nach dem Treff in
Rostock auf der Ostsee segeln. Biologen sprechen über Biotope und schauen sich
im Nationalpark am Bodden um. Gerade hat der Arbeitgeberverband Nordost Chemie
in der Landesvertretung MV in Berlin auf dem kurzen Dienstweg angefragt. Es
ging um Kulturangebote für den Betriebsausflug nach Usedom.
Martin Fennemann (43) vom Tourismusverband sagt: "MV ist als Tagungsland neu."
Der Markt entwickelt sich. Die Branche ist im Wandel. Weg vom nackten
Seminarraum und bloßer Praktikabilität. Hin zu Event und Freizeit. Da gehöre MV
durch Natur, Ostsee, Sport die Zukunft. Den Gästen reicht es nicht mehr, wenn
ihnen nach dem Seminar nur die Bar geboten wird, wo sie quatschen, trinken,
flirten können.
Fennemann meint, MV sei für jene Gäste interessant, die an ihre Fortbildung
einen Kurzurlaub hängen. Spezialisiert hat sich Radisson SAS Fleesensee in
Göhren-Lebbin. Das Hotel bietet Platz für bis zu 220 Tagungsgäste. 20 Prozent
der 69 000 Gäste kommen zu Tagungen. Produktmanagerin Bettina Brinkmann (24)
sagt: "Man bucht uns auch wegen der Zusatzangebote wie Group Buildung oder
Sport." Da versuchen ganze Firmen beim Golfen, ihr Betriebsklima zu verbessern.
Manager lernen sich beim gemeinsamen Floßbauen kennen.
Fennemann sagt, MV sei als Tagungsland in Deutschland im Kommen, spiele jedoch
international bis auf Skandinavien und Polen keine Rolle. Problem:
Erreichbarkeit über Direktflüge weltweit. Das Gros kommt aus MV und Anrainern
sowie Berlin und Hamburg. Vor allem die Branchen Versicherungen, Pharma,
Banken, Finanzwesen, Agrar und Gesundheit. Auch CDU, SPD, Grüne, FDP und PDS
haben ihre Bundesparteitage in MV absolviert. Für 2006 hat sich die PDS wieder
in Rostock angemeldet.
Schwerpunkt in MV: mittleres und kleines Segment. Nur ein Prozent komme zu
Tagungen mit über 250 Personen. Von den Locations ist MV gut aufgestellt. Neben
Stadthallen in Schwerin, Rostock, Neubrandenburg und Unis haben sich die Sport-
und Kongresshalle Schwerin, Hanse Messe auf dem IGA-Gelände und Kurhaussaal in
Binz etabliert.
Daneben gibt es mit Heiligendamm, Fleesensee, Linstow und Hohe Düne Rostock, das
im Sommer eröffnet wird, vier großräumige Spitzen-Hotels für Kongresse ab 250
Teilnehmern. Den Charme des Landes machen kleine Anlagen aus. Von 660
Tagungsstätten sind 472 Hotels. 188 gelten als außergewöhnliche Einrichtungen.
Burgen, Gutshäuser, Schlösser, Scheunen wie in Bollewick an der Müritz oder der
Erdbeerhof in Rövershagen bei Rostock. Burg Schlitz bei Teterow bietet neben
Tagungen im historischen Rittersaal Wellness oder Polo.
Vorreiter ist Gut Gremmelin bei Teterow. 1998 eröffnet und 2003 erweitert.
Chefin Claudia Schaffhausen (30) setzt auf klein, aber fein: "Wir sind ein
Familienbetrieb mit 32 Zimmern und Tagungsräumen für bis zu 45 Personen." Die
Strategie geht auf. Das Gut wurde 2004 als bestes Tagungshotel in MV
ausgezeichnet. Bundesweit Platz sieben.
Die Branche zieht an einem Strang. Das Land zieht mit. Wirtschaftsminister Otto
Ebnet (SPD) hat auf die wachsende wirtschaftliche Bedeutung des
Tagungstourismus hingewiesen. "Die Branche hat 500 Millionen Euro Umsatz
gemacht. Das sind über zehn Prozent in der Tourismusbranche." Ebnet hat aber
auch betont, "dass das Land für internationale Kongresse und
Großveranstaltungen weitgehend unbekannt ist."
Das will der Minister ändern und hat kräftig die Trommel gerührt. Zum Beispiel
für den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. 10 000 Gäste werden zum Treffen der
Regierungschefs der acht Industriestaaten erwartet. 5000 Journalisten aus aller
Welt plus Entourage. Für die Branche ein Hauptgewinn. Zahlungskräftiges Publikum
und Multiplikatoren. Dazu weltweites Medieninteresse. Ebnet: "Dann erscheint MV
auf einer Landkarte, auf der wir bisher nicht vertreten sind." weiterlesen
MICHAEL MEYER
Ostseezeitung
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Polizei überwacht Heiligendamm
08.07.2005
Bad Doberan - Mit dutzenden Beamten hat die Polizei vorgestern am Nachmittag und
Abend den Bad Doberaner Ortsteil Heiligendamm und die Zufahrtstraßen überwacht.
Grund war der häufig von Krawallen begleitete G 8-Gipfel, der gestern im
schottischen Gleneagles begann und im Frühsommer 2007 in der weißen Stadt am
Meer ausgetragen wird.
"Es gab Informationen, dass Globalisierungsgegner nach Heiligendamm anreisen",
sagte Sprecher Volker Werner gestern auf OZ-Anfrage. Der Verdacht habe sich
aber nicht bestätigt. "Wir haben keine gesehen." Laut Augenzeugen hat es jedoch
vereinzelt Proteste von Globalisierungsgegnern gegeben, die allerdings rasch
unter Kontrolle waren.
Wie Polizeisprecher Volker Werner weiter mitteilte, sei der Einsatz mit eigenen
Kräften aus dem Bereich Rostock erfolgt. Zusätzliche Beamte aus anderen
Landesteilen wurden nicht angefordert. "Wir wollen ja nicht mit Kanonen auf
Spatzen schießen."
So lange der Weltwirtschaftsgipfel andauere - also bis heute - sei die Polizei
in Alarmbereitschaft. Anzeichen dafür, dass es zu Krawallen kommen wird, gebe
es nicht. weiterlesen
THOMAS PULT
Ostseezeitung-Bad Doberan
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Sommergipfel auf dem Kamp
05.08.2005
Der G 8-Gipfel in Heiligendamm im Jahr 2007 wirft seine Schatten voraus. Bei
einem Meeting auf dem Kamp sollen morgen Chancen für die Stadt Bad Doberan und
die Region diskutiert werden.
Bad Doberan - Bei dem Meeting des CDU-Ortsverbandes Bad Doberan morgen auf dem
Kamp zum Thema G 8-Gipfel 2007 in Heiligendamm werden viele Persönlichkeiten
des öffentlichen Lebens erwartet. In einem dreistündigen Programm, das um 17
Uhr beginnt, sollen Fragen, die sich aus dem Treffen der acht mächtigsten
Männer der Welt im Jahre 2007 in Heiligendamm für die Stadt und für die Region
ergeben, besprochen werden.
Zu den Gesprächspartnern gehören Jürgen Seidel, Vorsitzender der CDU MV und
Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl im nächsten Jahr, Günter Krause,
ehemaliger Bundesverkehrsminister, Ingmar Weitemeyer, Leiter des
Landeskriminalamts, Werner Kuhn, Bundestagsabgeordneter der CDU, Henning von
Storch, Landtagsfraktion der CDU, Jochen Schulte, Landtagsfraktion der SPD,
Vertreter des CDU-Ortsverbandes der Partnerstadt Bad Schwartau und
Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD).
Der CDU-Ortsverband geht davon aus, dass das G 8-Treffen große Chancen für die
Region eröffnet, die im Vorfeld eingeleitet werden müssen. Dabei seien alle
Bürger parteiübergreifend gefragt.
Das Vorbereitungskomitee des Sommergipfels erklärte, dass viele Gewerbetreibende
die Aktivität auf dem Kamp unterstützen, unter anderem das
Friedrich-Franz-Palais, das die Versorgung übernimmt. Neben einer Sammelaktion
für den geplanten Kinderspielplatz im Klostergelände hat der CDU-Ortsverband
eine Tombola eingerichtet. Die Preise sind von hiesigen Gewerbetreibenden
gespendet worden. Sie reichen von einer Übernachtung im Kempinski Grand Hotel
Heiligendamm bis hin zum Drucker. weiterlesen
Ostseezeitung-Bad Doberan
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Gute Gastgeber für Gipfel der Superlative
08.08.2005
460 Euro an Spenden kamen am Sonnabend für den Spielplatz im Klostergelände
zusammen. Der CDU-Ortsverband hatte zum ersten Sommermeeting eingeladen, um
über Chancen des G 8-Gipfels für die Region zu diskutieren.
Bad Doberan - Was passiert mit den Heiligendammern während des G 8-Gipfels im
Jahre 2007? Diese Frage stellte ein Besucher des ersten Doberaner
Sommer-Meetings, das der CDU-Ortsverband am Sonnabend auf dem Kamp
organisierte, gleich zweimal. Denn die Antworten schienen ihn nicht zu
befriedigen. Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD) betonte, dass ihm nicht bekannt
sei, dass die Heiligendammer während der Zeit irgendwo anders logieren würden.
Er kündigte an, dass das Auswärtige Amt für Herbst Informationsveranstaltungen
avisiert habe.
Leider, so betonte Thorsten Semrau, Chef des CDU-Ortsverbandes in Bad Doberan,
habe Ingmar Weitemeyer, Leiter des Landeskriminalamtes, seinen Besuch
kurzfristig abgesagt. Von ihm hätte es sicher erhellende Auskünfte zu der
Thematik gegeben.
Den Gipfel als große Chance begreifen lernen, weil die Region in kurzer Zeit
einen ungeahnten Bekanntheitsgrad erlangen wird, das hob Werner Kuhn (CDU),
Mitglied des Bundestages, hervor. Seit 30 Jahren finden die Treffen der
Regierungschefs der größten acht Industrienationen in lockerer Atmosphäre an
verschiedenen Orten der Welt statt. Heiligendamm, Bad Doberan, Rostock oder
Wismar werden danach für viele Menschen auf dem Globus keine unbekannten Größen
mehr sein. Das älteste deutsche Seebad und die Perle an der Ostsee kann sich
nach Jahren des Verfalls wieder sehen lassen. Und bis zum Gipfel wird Neues
hinzukommen, so Ex-Bundesverkehrsminister Günter Krause.
"Wir sollten uns als gute Gastgeber erweisen. Die Zeit bis zum Gipfel in zwei
Jahren muss intensiv in die Ausbildung junger Leute investiert werden. Gut
informiert in Landeskunde und sprachlich fit, so sollten wir den Teilnehmern
des Gipfels und der Medienschar gegenüber treten", erklärte Jürgen Seidel,
Präsident des Tourismusverbandes MV. Als Beweis ihres Könnens begrüßten
Gymnasiasten um Thomas Brüsehaber die Doberaner auf dem Kamp in den Sprachen
der Gipfelgäste.
Die Teilnehmer der Runde diskutierten nicht nur, sondern spendeten für den
geplanten Spielplatz im Klostergelände. 460 Euro kamen vorläufig zusammen.
Darüber freut sich die Elterninitiaitve, unter ihnen Chistiane Haas, die das
Projekt vorstellte. weiterlesen
Ostseezeitung-Bad Doberan
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Service-Center für Weiße Stadt
09.08.2005
Am Jahresende soll der Bau eines neuen Service-Centers in Heiligendamm beginnen.
Noch gibt es jedoch viele Fragezeichen.
Heiligendamm - In Richtung Börgerende soll es entstehen: das neue Service-Center
an der Heiligendammer Seedeichstraße. Beginnen soll der Bau bereits zum
Jahresende. Hinter dem tatsächlichen Starttermin steht jedoch ein Fragezeichen.
Unter anderem ist bislang nicht geklärt, wie teuer das Grundstück wird.
Klar ist, dass der moderne Gebäudekomplex nicht im klassizistischen Stil
errichtet wird, sondern eine moderne Architektur erhalten soll. Geplant ist,
ein Restaurant, ein Eiscafé, einen Strandimbiss und einen Verkaufsladen ins
Gebäude aufzunehmen. Finanzieren sollen das millionenschwere Haus die künftigen
Betreiber.
Vom geplanten Baustart wisse man noch gar nichts, und überhaupt stehe alles noch
in den Sternen, äußern sich drei der vier Anwärter. Bernd Walter, seit 26 Jahren
Betreiber des Schwanencafés in den Kolonnaden, ist ratlos. Sein Pachtvertrag
gilt noch sechs Jahre. Das interessiere allerdings niemanden, meint er und
glaubt, dass er spätestens 2006 das Licht im Café ausschalten muss. Sollte er
sich nicht beugen, muss er damit rechnen, mit seinem Geschäft für immer aus
Heiligendamm weichen zu müssen.
Dies trifft auch für Gerhardt Butze zu, der seit 17 Jahren den einzigen
Strandimbiss an der Promenade betreibt. "Ich will gar nicht umziehen. Weiß man,
ob es da hinten überhaupt läuft?" Er werde sich aber um die Geschäftsfläche im
neuen Haus bemühen. "Meine Tochter wird den Laden wohl mal übernehmen und dafür
lohnt sich der Umzug", sagt er.
Ob die künftigen Betreiber das Geld für das neue Service-Center
zusammenbekommen, ist aber noch unklar. "Wir haben noch keine Vorstellungen
darüber, was uns finanziell da erwartet", sagt Michael Kirchhoff, Eigentümer
des Eiscafé "Coco" im Haus Bischofsstab. Sein Einstieg in das neue
Service-Center hänge davon ab, ob die Banken mitspielen.
Ins neue Service-Center verlegt werden soll auch der WC-Bereich, der sich jetzt
neben dem Parkplatz am Haus Bischofsstab befindet. Fertig sein soll das Gebäude
spätestens zum G 8-Gipfel 2007. Bis dahin sollen zudem die Villen entlang der
Strandpromenade saniert und ein Ensemble-Palais dahinter entstanden sein (OZ
berichtete).
Während die Villen mit Appartements ausgestattet werden sollen, sind im
Ensemble-Palais Rezeption, Ballsaal und Wirtschaftsräume vorgesehen. Villen und
Ensemble-Palais zusammen würden zum so genannten Residenz-Hotel gehören, das
einmal "Adlon am Meer" heißen sollte. Namensstreitigkeiten hatten diesen Plan
jedoch zunichte gemacht. weiterlesen
DORIT WEIDLICH
Ostseezeitung-Bad Doberan